33-Jährige täuscht in Hirschau Raubüberfall vor
Räuberpistole frei erfunden

Vermischtes
Hirschau
23.12.2015
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Nur vorgetäuscht war ein Raubüberfall, den eine 33-Jährige am Donnerstag der Polizei meldete. Jetzt kommt auf sie einiges zu.

Die Frau aus dem Landkreis teilte der Polizeiinspektion Amberg gegen 17 Uhr mit, sie sei in Hirschau von drei Männern überfallen worden, die ihr eine größere Summe Geld abgenommen hätten. Zu den angeblichen Tätern lieferte die Frau "vage Beschreibungen", teilte Albert Brück, der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, in einem Pressebericht mit.

Dass die Frau davon sprach, von "Asylanten" bestohlen worden zu sein, wie AZ-Informationen besagen, wollte Brück nicht bestätigen: "Zu Details äußern wir uns nicht." Auch bei den Motiven der 33-Jährigen, eine solche Räuberpistole aufzutischen, war Brück zurückhaltend. Sie lägen "im privaten Bereich".

Jedenfalls zogen die Angaben der Frau sofort einen Großeinsatz der Polizei nach sich. Zehn Streifen, zivile wie uniformierte, aus Amberg, umliegenden Dienststellen und vom Einsatzzug fuhren nach Hirschau, um im Norden der Stadt nach den beschriebenen drei Männern Ausschau zu halten. "Wir mussten das ja ernst nehmen", bemerkte Gerhard Huf, der Chef der Amberger Kriminalpolizei, zum großen Aufgebot an Beamten. Die intensive Fahndung blieb - naturgemäß - erfolglos.

Als die Experten der Kripo die vermeintlich Geschädigte vernahmen, tauchten Anhaltspunkte auf, dass sich der Raub gar nicht so ereignet haben konnte, wie die Frau ihn schilderte. Sie gab schließlich zu, dass sie die Geschichte frei erfunden hatte. Offenbar hatte sie ihre Handtasche selbst versteckt, um den Anschein zu erwecken, sie sei ausgeraubt worden.

Jetzt laufen Ermittlungen gegen sie. Der Vorwurf: Vortäuschen eines Raubes. Laut Albert Brück erstreckt sich hier der Strafrahmen zwischen einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren und einer Geldstrafe. Ob die 33-Jährige die Kosten des Polizeieinsatzes tragen muss, ist noch unklar. "Das kann man natürlich prüfen", sagt Brück. "Aber die Kostenfrage ist nicht die erste, die wir uns stellen. Wir sind erst einmal froh, die Sache so schnell aufgeklärt zu haben."
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