AOVE-Rundgang durch die Stadt Hirschau
Rathaus richtiger Saustall

Schlusspunkt des Stadtrundgangs, zu dem die AOVE eingeladen hatte, war das etwa 1490 erbaute Rathaus. Unter Führung von Geschichtslehrerin Carolin Himmler (Mitte) machte sich eine fast 50-köpfige Gruppe, darunter auch Bürgermeister Hermann Falk (Zweiter von links), auf den Weg zu exponierten Bauwerken in Hirschau. Bild: u
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Hirschau
08.06.2016
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ist eine geschichtsträchtige Stadt. Dass ihr Kaiser Karl IV., wie im Beiprogramm zur Landesausstellung angekündigt, 1367 die Stadtrechte verliehen hat, lässt sich nicht urkundlich belegen. Allerdings verdankt ihm Hirschau Privilegien, die für den wirtschaftlichen Aufschwung von enormer Bedeutung waren.

Hirscha. (u) Der Kaiser verfügte am 30. Januar 1367, dass die Goldene Straße durch die Stadt verlaufen soll, und genehmigte den ern das Abhalten eines Wochenmarktes. Dies stellte Geschichtslehrerin Carolin Himmler bei einem von ihr geleiteten Rundgang durch die Kaolinstadt klar, zu dem die AOVE eingeladen hatte.

Mit einer fast 50-köpfigen Gruppe machte sie sich vom Rathaus aus auf zum ältesten Gebäude der Stadt, dem Pflegschloss. Dort erfuhren die Besucher eine Fülle von Daten über die wechselvolle Geschichte der Stadt, die 1271 erstmals urkundlich erwähnt ist.

Die Grafen von Hirschberg


Einer Sage nach verdanke Hirschau seine Entstehung einem böhmischen König Wenzel. Gemeint ist der heilige Wenzeslaus, der 936 ermordet wurde, nur Herzog war und keine Besitzungen im bayerischen Nordgau hatte. Er scheidet als Gründer genauso aus wie der im Jahr 1400 abgesetzte König Wenzel. Aufgrund der Ähnlichkeit der Wappen der Stadt und dem der Grafen von Hirschberg lässt sich laut Himmler sicher sagen, dass Hirschau ihnen seinen Ursprung verdankt. Deren Geschlecht war bis zu seinem Erlöschen 1305 im Besitz Hirschaus.

Nicht bekannt ist, wann genau das Pflegschloss erbaut wurde, das zugleich Sitz des Pflegers und des Richters war. Es bestand spätestens 1325, da das Gericht Hirschau in jenem Jahr an Heinrich den Lengfelder verpfändet wurde. Um 1474 brannte das Schloss völlig ab oder wurde zerstört und durch "Maister Erhart" aus Eger bis zum Jahr 1478 wieder aufgebaut. 1817 kaufte der Gastwirt Andreas Dorfner, der eine Brauerei errichten wollte, das Schloss.

Zweite Station war Hirschaus wohl ältestes Wirtshaus, der Goldene Hirsch. Schon 1360 wurde an seiner Stelle ein Wirtshaus erwähnt. In seiner heutigen Form entstand es wahrscheinlich um 1522 und wurde im 18. Jahrhundert umgebaut. Beim Gang durch die Stadtmauergasse wies Himmler auf den ehemaligen Wachturm hin. In der Klostergasse machte man Halt beim ehemaligen Kloster der Armen Schulschwestern. Es diente über Jahrzehnte als Mädchenschule. Nach dem Abzug der Schwestern wurde es zu einer Einrichtung für betreutes Wohnen, dem "Haus Conrad", umgebaut.

Früher frei stehend


Dann wurde die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt angesteuert. Von ihr berichtete Himmler, dass der älteste noch erhaltene Teil des Gotteshauses der aus der Frühzeit des 15. Jahrhunderts stammende Chor ist. Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche erweitert. Der Kirchturm, ursprünglich ein frei stehender Campanile, stürzte 1743 ein, wobei die Frau des Türmers ums Leben kam. Bei der Erweiterung der Kirche 1753 wurde der Turm unmittelbar an die Kirche angebaut.

Der nächste Stopp wurde beim nördlich der Kirche stehenden Röschn-Haus eingelegt. An seiner Front findet sich mit dem "zweischwänzigen böhmischenden Löwen" der einzige verbliebene Hinweis auf Hirschaus neuböhmische Zeit. Ähnlich alt wie die Kirche ist nach Himmlers Aussage das Rathaus. Untersuchungen der Dachbalken ergaben, dass es um 1490 erbaut wurde. Der erste Stock, in dem sich die Amtsstuben und der Sitzungssaal befanden, war ursprünglich nur über eine Außentreppe erreichbar. Im Erdgeschoss waren einst Feuerwehrutensilien, Läden, Schweineställe und ein Gefängnis untergebracht.
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