Aufruf, das Hirschauer Steingut zu retten, findet großen Anklang
Ins Museum statt in die Tonne

Der Aufruf von Michael Popp (rechts) und Hans Drexler (links), in Hirschau produziertes Steingut für ein im Aufbau befindliches Keramikmuseum zu spenden, fiel auf fruchtbaren Boden. Bild: u
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Hirschau
12.11.2016
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"Rettet das Hirschauer Steingut!" So hatte der Nürnberger Kulturdirektor a. D. Michael Popp im Juni seinen Aufruf überschrieben. Darin bat er die Bevölkerung, das in Hirschau produzierte Steingut nicht wegzuwerfen, sondern für das geplante Keramikmuseum zu spenden.

Fünf Monate später können Popp und der Festspielvereinsvorsitzende und Altbürgermeister Hans Drexler feststellen: Der Appell fiel auf überaus fruchtbaren Boden. Etwa 25 Familien haben sich seit Erscheinen des Aufrufs in der Amberger Zeitung gemeldet und ganze Tee- und Kaffeeservice, Tortenplatten oder Vasen gespendet.

Hans Drexler: "Stand heute haben wir 241 Objekte als Schenkungen erhalten, weitere 121 als Dauerleihgaben. Und einige Stücke sind uns schon angekündigt." Zur Überraschung der Museumsmacher kamen die Spenden weniger aus Hirschau selbst, sondern besonders aus der Region, etwa aus Amberg, Kümmersbruck, Sulzbach-Rosenberg, Hahnbach und Schnaittenbach. Die bisher am weitesten entfernte Angebote stammen aus dem Rheinland und aus Frankfurt. Nach Aussage Drexlers stammt ein Großteil der Exponate aus der vielen Hirschauern noch vertrauten Lukscha-Periode (1938 bis 1956). Man habe aber auch eine beachtliche Anzahl von Produkten aus der Carstens-Periode (1918 bis 1938) und sogar einzelne Objekte aus der Dorfner-Zeit (1826 bis 1918) erhalten. Mit den eingegangenen Spenden wächst der Bestand des Festspielvereins um rund 25 Prozent.

Als wertvollste Spende für das im Aufbau befindliche Keramikmuseum erachtet Michael Popp einen aus dem Jahr 1928 stammenden achtseitigen Katalog - der einzige, der bisher erhalten ist und sehr präzise alle Angebote der Kunstkeramik dokumentiert, die von Siegfried Möller zwischen 1923 und 1926 entworfen wurden. Ab Januar sollen die Schenkungen und Leihgaben nach Aussage von Hans Drexler in die neue Dauerausstellung eingearbeitet und in der Alten Mälzerei beim Schloss-Hotel präsentiert werden.

Dort sind die Bürgerspenden parallel zur Möller-Ausstellung noch bis Sonntag, 27. November, zwischen 15 und 17.30 Uhr in einer eigenen Abteilung jeden Sonntag zu besichtigen. Der Zuspruch zu dieser Sonderausstellung ist überwältigend. Über 600 Besucher haben bei freiem Eintritt die von dem Hamburger Künstler entworfenen Keramikobjekte bereits bewundert. Der Großteil der Besucher hat an den Führungen durch Michael Popp, den Ammerthaler Pfarrer Klaus Haußmann (auch an diesem Sonntag) und Hans Drexler teilgenommen. Letzterer weist darauf hin, dass die Möller- wie die Bürgerspendenausstellung nicht nur zu den sonntäglichen Öffnungszeiten zu besichtigen sind.

Wer an einem Ausstellungsbesuch interessiert ist, egal ob Einzelperson, Gruppe oder Verein, kann sich mit ihm (0 96 22/56 75) in Verbindung setzen und einen Besichtigungstermin vereinbaren. Der Eintritt ist frei.
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