Baumaustanzen in Burgstall
Absolute Kirwa-Glückseeligkeit

Der Ehrenwalzer endete mit der Kür von Ulli Scharl und Jasmin Winkler zum neuen Oberkirwapaar.
Vermischtes
Hirschau
15.07.2016
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Bis zum Eintreffen der Kirwapaare gab es dieses Mal eine Premiere. Von Rita Butz (links) auf der Gitarre begleitet unterhielten die vier Burgstaller Kinder (von links) Josef Dotzler, Tobias Scharl, Tamia Stauber und Maria Dotzler die Gäste mit Kirwaliedern. Mit im Bild Rita Dotzler (mit Mikrophon). Bilder: u (2)

"In Burgstall, dou is Kirwa, mei Liaba, mei Liaba!" Drei Tage lang wurde dieser Gassenhauer im Ort angestimmt. Es gab aber noch viel mehr rund um den Baum zu hören und zu sehen.

Brgstall. (u) Kein Wunder: Bei der 38. Burgstaller Kirwa herrschten vom Aufstellen des 29 Meter hohen, aus dem Gembecker Kirchenholz stammenden Kirwabaums am Samstagvormittag bis zu seiner Verlosung am Montagabend herrliches Kirwawetter und beste Stimmung. Drei Tage lang strömten die Besucher in Scharen in die kleine, politisch zur Stadt Hirschau und kirchlich zur Pfarrei Gebenbach gehörende Ortschaft - ganz zur Freude der Dorfgemeinschaft mit ihrem Ortssprecher Hans Scharl.

Vorbildliche Gemeinschaft


Bei der Vorbereitung des Traditionsfestes bewiesen die Burgstaller wieder vorbildlichen Gemeinschaftsgeist. Vor allem die Dorfjugend brachte sich aktiv ein. Zu Recht war man stolz darauf, dass der rund 60 Einwohner zählende Ort 17 Kirwapaare präsentieren konnte und die Boum und Moidln - bis auf zwei Ausnahmen - alle aus Burgstall oder dem Nachbarort Krondorf stammten. Zum Einmarsch der Kirwapaare am Samstagabend spielten die Vierlinge schwungvoll auf. Die Band traf mit ihrer Musikauswahl voll und ganz den Geschmack der Gäste. Sie animierte so manchen dazu, auf der Bühne zu tanzen. Erstmals in der Geschichte hatte man eine Weinbar eingerichtet. Sie erwies sich als Volltreffer. Einigen gefiel es dort so gut, dass sie bis in die Morgenstunden blieben. Der Kirwasonntag begann traditionsgemäß um 9.30 Uhr mit einem Festgottesdienst. Er wurde vom Gebenbacher Pfarrvikar Christian Preitschaft zelebriert.

Um den an der Ostseite der St. Martin-Kapelle errichteten Freialtar versammelte sich eine große Schar an Gläubigen. Sie waren teils zu Fuß, teils mit dem Fahrrad nach Burgstall gepilgert. Für die Kirwapaare war es Ehrensache, trotz anstrengender Nacht an der Messfeier teilzunehmen. Zentrales Thema der kurzweiligen Predigt von Pfarrvikar Preitschaft war die Barmherzigkeit. Diese Tugend habe etwas mit Geben zu tun. In diesem Zusammenhang zeigte sich der Geistliche beeindruckt vom sozialen Engagement der Dorfgemeinschaft, die alle Jahre einen Teil des Kirwaerlöses spendet. Dieses Jahr an die Aphasie-Selbsthilfegruppe Amberg-Sulzbach.

Für eine würdige Umrahmung des Gottesdienstes sorgte die Gebenbacher Blasmusik. Sie unterhielt die Gäste auch beim anschließenden Frühschoppen. Traditioneller Nachmittagshöhepunkt war das Baum-Austanzen. Bis zum Eintreffen der Paare gab es dieses Mal eine Premiere. Von Rita Butz auf der Gitarre begleitet, unterhielten die vier Burgstaller Kinder Josef Dotzler, Tobias Scharl, Tamia Stauber und Maria Dotzler die Gäste mit Kirwaliedern, wie zum Beispiel das vom Küchlbacken. Mit "In d'Schul geh i gern" und "Unsre tapfre Feierwehr" sorgte das Kinderquartett für Heiterkeit. Bei strahlend blauem Himmel wurde das Baumaustanzen für die Kirwaboum und Kirwamoidln zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Angeführt von der Musi Pfälzer mit Kraut marschierten sie auf dem Podium vor dem Festzelt auf.

Beifall der Zuschauer


Die zahlreichen Zuschauer geizten bei den Vorführungen nicht mit Beifall. Die Tänzer machten eine gute Figur bei Sternpolka, Siebenschritt, Zwiefachen und der Rheinländischen Kutsche. Als Extra-Schmankerl legten die Boum einen Schuhplattler aufs Parkett, den ihnen Josef Richthammer vom Neidaffer Plattlclub beigebracht hatte. Der abschließende Ehrenwalzer endete mit der Kür von Ulli Scharl und Jasmin Winkler zum neuen Oberkirwapaar.

Danach bewiesen Uli Iberer und Christoph Weiß, alias Pfälzer mit Kraut, bis in die Nachtstunden hinein ihre Qualitäten als Stimmungsband. Am Kirwamontag erlebte Burgstall nochmals einen wahren Besucheransturm. Die Zoigl Musi zog alle Register ihres Könnens. Den Baum gewann Gabi Seifert. Sie stellte ihn umgehend zur Verfügung. Endgültiger Besitzer wurde Klaus Wrosch, Vater zweier Kirwamoidln.
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