Bei Frühlingsfest der Senioren Bildervortrag über das Hirschau der 1950er- und 60er-Jahre
Per Beamer zurück in die 50er

Bis zum Jahr 1953 gab es in Hirschau keine Wasserleitung. Wer keinen Hausbrunnen hatte, musste sein Wasser per Handpumpen aus ein paar Brunnen in der Innenstadt entnehmen. Archivbilder: u (2)
Vermischtes
Hirschau
10.06.2016
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Bei ihrem Frühlingsfest "beamten" sich die Senioren zurück ins Hirschau der 1950er- und 60er-Jahre. Als Besuchermagnet erwies sich ein Bildervortrag von Stadtheimatpfleger Sepp Strobl über diese Zeit in der Kaolinstadt.

Hirschau. (u) Eingeladen hatte der Pfarrgemeinderat von Mariä Himmelfahrt. Dessen Sprecherin Michaela Fellner freute sich über 100 Besucher. Wie Strobl berichtete, geht sein Referat auf die Tonbandaufnahme von einem Diavortrag zurück, den der verstorbene Hans Fleischmann 1965 gezeigt hatte. Zu den Texten habe er Fotos aus Fleischmanns Fundus zu einer Beamer-Show zusammengeschnitten. Strobl verzichtete auf Musikuntermalung, Kommentare und O-Töne, um der Diskussion breiten Raum zu geben. Davon wurde so reichlich Gebrauch gemacht, dass nach eineinhalb Stunden gerade einmal die Hälfte des Bilderschatzes durch war. Die Konsequenz: Fortsetzung folgt - den zweiten Teil gibt es in absehbarer Zukunft bei einem Seniorennachmittag.

Erstes Thema war die Wohnungsnot in den Nachkriegsjahren. Hirschaus Einwohnerschaft war durch den Zustrom von Flüchtlingsfamilien von 3100 auf 4000 angewachsen. Noch gut in Erinnerung hatten die Anwesenden die Zeit, als es in Hirschau keine Wasserleitung gab. Bis 1951 musste, wer keinen Hausbrunnen hatte, sein Wasser per Handpumpen aus ein paar Brunnen in der Innenstadt entnehmen. Am 31. August 1951 wurde die Einweihung der Wasserleitung gefeiert.

Eine Vielzahl von Bildern mit aufgerissenen Straßen erinnerte an den Bau der Kanalisation, mit dem 1959 begonnen wurde. Damit verbunden waren die Verlegung des Mühlbachs und der Ausbau der Burgstraße. Ein wichtiges Projekt war der Bau des Zentralschulhauses an der Josefstraße, das 1956 eingeweiht wurde. 1963 kam die längst wieder abgebrochene Turnhalle hinzu. Der Abriss des an das Rathaus angebauten Brauhauses und erst recht der der drei Spitalhäuser südlich der Pfarrkirche brachte eine große Veränderung des Stadtbildes. Die Beseitigung der Engstelle war nötig, da damals die B 14 noch durch die Innenstadt führte.

Beispiele für den wirtschaftlichen Aufschwung waren die AKW, mit 700 Beschäftigten größtes Kaolinwerk Deutschlands, und die von 1959 bis 1967 in der alten Keramik untergebrachte Firma Grundig mit 300 Frauenarbeitsplätzen. Vereinsjubiläen wurden wieder lebendig, ebenso die Erinnerung an Persönlichkeiten. Das Thema Krankenhaus war aufgrund der fortgeschrittenen Zeit das letzte Kapitel, das behandelt wurde. Wehmütig erinnerte man sich an die Mallersdorfer Schwestern. Aus dem Publikum gab es zu fast jedem Bild einen Diskussionsbeitrag. Mancher fand sich selber auf einem der Fotos wieder. Die Zeit reichte bei weitem nicht aus, um den ganzen Bildervortrag zu sehen. Schließlich warteten Kaffee und Nusszopf und auch eine Brotzeit auf die Zuschauer.
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