Flaschenwurf auf Asylbewerberheim
Tatverdächtiger sitzt in Untersuchungshaft

Bild: Polizei
Vermischtes
Hirschau
19.02.2016
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Nach dem Wurf einer Flasche, die mit einer brennbaren Flüssigkeit gefüllt war, durch ein Fenster eines Asylbewerberheimes in Hirschau, hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt. Der Beschuldigte wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert

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Noch in der Tatnacht übernahm die Kriminalpolizeiinspektion Amberg die Ermittlungen und gründete bereits in den Vormittagsstunden die bis zu 15-köpfige Ermittlungsgruppe: „07.02.“ Die Ermittlungen zeigten nun Erfolg. Am Mittwoch, 17. Februar, nahmen die Ermittler einen dringend Tatverdächtigen fest. Gegen den Mann wurde mittlerweile ein Untersuchungs-Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen.

Bei ihren Recherchen erhielten die Beamten Hinweise, dass möglicherweise Anwohner der Asylbewerberunterkunft in der Vergangenheit Probleme mit Asylbewerbern gehabt haben könnten. Die derzeitigen Bewohner der Unterkunft bestätigten dies jedoch nicht.

Die Ermittler ließen aber nicht locker und befragten die Anwohner teilweise mehrfach. Dadurch ergaben sich in den Aussagen eines 25-Jährigen erste kleinere Widersprüche. Die Erkenntnisse verdichteten sich im Laufe der Zeit immer mehr, eine Hausdurchsuchung beim Verdächtigten folgte. Die Aktion führte zu weiteren Erkenntnissen, wie die Flasche, die mit einer brennbaren Flüssigkeit, wie ein sogenannter Molotowcocktail gefüllt wurde, hergestellt worden war. Während der Vernehmung trafen auch die Ergebnisse aus dem Institut für Rechtsmedizin der Universität Erlangen/Nürnberg ein.

"Der Beschuldigte legte daraufhin nach anfänglichem, hartnäckigem Leugnen ein umfangreiches, weitgehendes Geständnis ab", berichtet der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, Stefan Hartl. Als Motiv nannte er unter anderem, sich schon seit längerer Zeit über die Unterkunftsbewohner geärgert zu haben und dass er diesem Ärger lediglich Luft machen wollte. Eine Brandlegungs- oder Tötungsabsicht bestritt er allerdings. Anderen will er von der Tat nichts erzählt haben. Unmittelbar vor der Tat habe er außerdem reichlich dem Alkohol zugesprochen.

Aufgrund der bislang vorliegenden Gutachten steht fest, dass es sich bei dem Flascheninhalt um ein selbst hergestelltes Gemisch verschiedener Flüssigkeiten handelt, das grundsätzlich brennbar ist. Ob diese Flüssigkeit unter den gegebenen Umständen jedoch zur Entzündung geeignet gewesen wäre, wird derzeit noch vom Bayerischen Landeskriminalamt geprüft. Außerdem wird geprüft, inwieweit der Täter versucht hat, den Inhalt der Flasche anzuzünden.

Bei dem Beschuldigten handelt es sich nach derzeitigem Ermittlungsstand um einen Einzeltäter, der in der Vergangenheit zwar nicht wegen politisch motivierter Delikte, jedoch schon mehrfach wegen Gewalt- und Eigentumsdelikten polizeilich in Erscheinung getreten ist. Aus einem dieser Verfahren hat er zudem eine Bewährungsstrafe offen. Der Beschuldigte wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Für die Tat in Bruck (Kreis Schwandorf) scheidet der Beschuldigte aus, da er nachweislich ein Alibi hat. Dort wurde eine Flasche gegen das Rollo eines Erdgeschossfensters einer Asylbewerberunterkunft geworfen. Zudem fanden die Beamten vor der Unterkunft mehrere Zettel mit ausländerfeindlichen Parolen.

Auch in diesem Fall, der ebenfalls von der Ermittlungsgruppe: „07.02“.bearbeitet wird, laufen die Ermittlungen noch auf Hochtouren. Zeugenhinweise erbittet die Polizei unter der Telefonnummer 09621/890-0.
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