Glaubensabend im Ehenfelder Pfarrheim
Nur bei Bedarf: "Kirche to go"

Abwarten und Tee trinken hilft nicht weiter, wenn es darum geht, den Glauben zu stärken. Pfarrer Thomas Stohldreiers Alternative: "Wieder bewusst über den Glauben sprechen." Bild: fdl
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Hirschau
01.03.2016
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Ein Thema, das bewegt und deprimiert zugleich, hatte die Pfarreiengemeinschaft Hirschau-Ehenfeld für ihren zweiten Glaubensabend im Ehenfelder Pfarrheim gewählt: "Glaubenslose Gesellschaft - wohin gehen wir? Brauchen wir noch Kirche?"

Ehenfeld. (fdl) Pfarrer Thomas Stohldreier aus Schirmitz beleuchtete anschaulich aus verschiedenen Blickwinkeln diese Fragestellung.

"Die Urkirche wirkte im Verborgenen. Sie ist in einer glaubenslosen Gesellschaft groß geworden", sagte er. Heute werde hierzulande keiner wegen seines Glaubens verfolgt. Das Problem der Kirche in den westlichen Ländern sei, dass ihre eigenen Christen nicht mehr glauben - sie habe sich zu einer "Kirche to go" entwickelt. "Wenn man sie braucht, wird sie benützt, bei besonderen Festen und Feiern, ansonsten hat sie keine Bedeutung mehr. Sie spielt im Alltag oder bei der Wochenend-Planung keine Rolle", bedauerte er.

Christen selbst klagen laut Stohldreier über Langeweile und Monotonie in der Kirche, nutzen aber die zahlreichen, unterschiedlichen Angebote nicht. Auch das Berufsbild des Pfarrers habe sich gewandelt, vom Seelsorger hin zum Dienstleister, was die Priester manchmal verbittere. Dem halte der emeritierte Papst Benedikt entgegen: "Alles wird gut, wie es Gott will." Die Kirche brauche eine neue Diskussion über den Glauben, meinte Stohldreier: zwischen den Christen untereinander, zwischen Laien und Theologen und auch mit Nichtchristen. "Wunder sind auch in der Kirche selten, aber man muss die vielen positiven Sachen sehen, die durch die Kirche überall auf der Welt, aber auch bei uns täglich geschehen", stellte der Referent fest. Papst Franziskus zeige immer wieder, "dass die Kirche bei den Menschen ist und mit ihnen lebt, wenn sie das wollen". Die Anwesenden dankten Pfarrer Stohldreier für seine Ausführungen mit viel Beifall. Viele blieben auch danach noch und setzten die Anregung, nämlich miteinander über den Glauben reden, gleich in die Tat um.
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