Hirschauer Ehrenbürgerin Betty Bösl feiert 90. Geburtstag
Auf dem sozialen Sektor Maßstäbe gesetzt

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Hirschau
04.03.2016
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Ihren 90. Geburtstag feierte Betty Bösl, geborene Reil, die langjährige ehrenamtliche Leiterin der Caritas-Sozialstation. Gut 67 Jahre lang war die Jubilarin mit dem 2014 verstorbenen Willi Bösl verheiratet. Ihm war sie während seiner von 1958 bis 1984 währenden Amtszeit als Hirschauer Bürgermeister ein starker Rückhalt. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor.

Anfänge im Privathaus


Die Sozialstations-Ära von Betty Bösl begann 1977, als der von ihr geleitete Katholische Frauenbund einen Hauskrankenpflegekurs abhielt und Stadtpfarrer Edwin Völkl die Frauen ermunterte, ihre Kenntnisse den alten und hilfsbedürftigen Gemeindemitgliedern zugute kommen zu lassen. Der Geistliche bat Bösl, die schon seit 1976 familienpflegerische Einsätze koordinierte, um die Organisationsleitung. Damit war die "Zentrale für ambulante Pflegedienste", wie die Sozialstation ursprünglich hieß, geboren. Bis 1987 waren die Verwaltung und das Materiallager der Sozialstation im Privathaus der Familie Bösl untergebracht, ehe an der Marienstraße in zwei Bauabschnitten das Stationsgebäude samt 30 Garagen - finanziert durch zahlreiche Spenden - bezogen wurde.

Schon 1982 nahm sie das Projekt "Essen auf Rädern" in das Leistungsangebot der Sozialstation auf. 1990 wurde die Station mit dem ersten Lehrgang zur Heranbildung von Hilfskräften für die hauswirtschaftliche Versorgung zu einem Modellfall für die ganze Bundesrepublik.

Anfang 2005 rief sie zur Betreuung Demenzkranker die "Aktion Lichtstrahl" ins Leben. Kurz vor ihrem 80. Geburtstag, zum 1. Januar 2006, übergab Betty Bösl die Leitung der Sozialstation, die zu diesem Zeitpunkt 50 Autos, 30 Garagen und ein Gebäude ihr Eigen nannte, schuldenfrei an Diakon Richard Sellmeyer.

Bösls öffentliches Wirken beschränkte sich nicht auf die Leitung der Sozialstation. Dem Katholischen Frauenbund diente sie ab seiner Gründung im Jahr 1963 bis 1977 als stellvertretende Vorsitzende, dann bis 1986 als Vorsitzende.

Mehrfach Ehrenvorsitzende


Herausragende Leistung in dieser Zeit war die Herausgabe des Kochbuches "Hirschauer Schmankerln". Mit dem Verkaufserlös dieses Werkes wurde zu einem erheblichen Teil die Renovierung der Vierzehn-Nothelfer-Kirche finanziert. 1973 gab sie den Anstoß zur Gründung des Ortsverbandes der CSU-Frauen-Union, dessen stellvertretende Vorsitzende sie bis 1982 war. Sowohl der Frauenbund als auch die Frauen-Union ernannten Betty Bösl zu ihrer Ehrenvorsitzenden.

Für ihr verdienstvolles Wirken auf sozialem Sektor erhielt sie zahlreiche Ehrungen, darunter das Bundesverdienstkreuz am Bande. Der Freistaat Bayern zeichnete sie mit der Bayerischen Staatsmedaille für besondere soziale Dienste aus, der Bezirk Oberpfalz mit der Bezirksmedaille. Der Stadtrat von Hirschau ernannte sie 1993 zur Ehrenbürgerin.
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