Hirschauer kehren enttäuscht aus Düsseldorf zurück
Jubiläum verblasen

Betrübte Mienen gab es beim Hirschauer Musikzug, als es hieß: Heimreise statt Düsseldorfer Rosenmontagszug. Für die wetterbedingte Absage hatten die Hirschauer Verständnis, auch wenn sie wie der Rosenmontagszug-Veteran Werner Stein (Dritter von links), Vorsitzender Maximilian Stein (Vierter von rechts) und Dirigentin Annette Pruy-Semsch (Dritte von rechts) nicht begeistert waren. Bild: u
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Hirschau
08.02.2016
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Düsseldorf/Hirscha. (u) Für den Musikzug der Stadt Hirschau sollte es ein kleines Jubiläum werden. Zum 40. Mal wären die Musiker und Majoretten beim Rosenmontagszug in Düsseldorf dabei gewesen. Doch Windböen "scharf wie Mostert" (so das Motto des Gaudiwurms 2016) führten zur Absage des Zuges.

Für den Rosenmontagszug-Veteranen Werner Stein wäre es die 38. Teilnahme an dem Karnevalsspektakel gewesen. Was heuer geschah, war ihm in all den Jahren nicht widerfahren: Der "Zooch" wurde abgesagt. Nicht eine Terror-, sondern eine Sturmwarnung war der Auslöser dafür. Um 9.20 Uhr erreichte den Vorsitzenden Maximilian Stein per Mail die Nachricht von Michael Laumen, dem Präsidenten des Comitees Düsseldorfer Carneval: "Nach sehr ausgiebigen und gründlichen Abwägungen haben wir uns schweren Herzens entschlossen, den Rosenmontagszug aus sicherheitstechnischen Gründen abzusagen. Wir bedauern diese Maßnahme sehr, bitten aber um Ihr Verständnis."

Bis zuletzt hatten Maximilian Stein und seine 43-köpfige Truppe gehofft. Sie wussten ja schon bei der Abreise am Faschingssamstag, dass aufgrund der Wetterprognosen dem 191. Rosenmontagszug die Absage drohte. Trotzdem war man optimistisch. Maximilian und Werner Stein sowie Dirigentin Annette Pruy-Semsch konnten sich am späten Sonntagnachmittag nach dem Veedelszoch in Düsseldorf-Gerresheim schwer vorstellen, dass man tags darauf unverrichteter Dinge die Heimreise antreten würde. "Es nieselt ein wenig und es geht nur ein leichter Wind", meldete Maximilian Stein voller Zuversicht am Telefon. Aber es sollte anders kommen.

Zum Zeitpunkt der Absage, so die Musikzügler, war von Sturm und heftigen Regengüssen nichts zu merken. Aber die Meteorologen kündigten weiterhin Böen mit Windstärken von bis zu 9 oder 10 an, Sturmwind also. Die Absage war die logische Folge. Die Hirschauer wählten bewusst 11.11 Uhr als Zeitpunkt für ihre Abreise. Auch zu dem Zeitpunkt, als sie ihre sieben Sachen packten, gab es noch keine Niederschläge und zu spüren war nur ein laues Lüftchen. Werner Stein: "Unter den Düsseldorfer Jecken verbreitete sich das Gerücht, dass die Wetterprognosen von Meteorologen aus Köln stammen."

Bei aller Enttäuschung zeigten Stein und seine Musikermannschaft volles Verständnis für die Entscheidung der Verantwortlichen. Dieses wuchs noch, als kurz nach 12 Uhr heftiger Wind aufkam. Als Trost konnte man mit nach Hause nehmen, dass man die überschwappende rheinische Karnevalsstimmung zumindest am Sonntag in Gerresheim genießen konnte, bei dem 60 000 Narren die Straßen säumten. Einen Vorteil hatte die Absage zudem: Die Musiker und Majoretten kommen wesentlich früher und ausgeruhter zurück in die Heimat und können in vertrauter Umgebung den Kehraus heute genießen - vielleicht als Zuschauer beim Faschingszug in Freudenberg.
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