Hirschauer Senioren besichtigen Steingutausstellung
Einige haben „in der Keramik“ gearbeitet

Auf Einladung des Förderkreises Altenhilfe besichtigten Senioren die Steingutausstellung im Erdgeschoss der Alten Mälzerei (von links): 3. Bürgermeister Peter Leitsoni, Festspielvereinsvorsitzender Hans Drexler, Förderkreisvorsitzender Werner Schulz und Betreuerin Marianne Meißner sowie Heimsprecher Rudolf Wild (rechts). Bild: u
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Hirschau
05.07.2016
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Inspiriert vom Kunstpädagogen Michael Popp hat es sich der Festspielverein mit seinem Vorsitzenden Hans Drexler zum Ziel gesetzt, ein Steingutmuseum einzurichten. Das Ziel ist noch nicht erreicht. Aber seit Mitte Mai präsentiert der Verein in der Alten Mälzerei eine Steingutausstellung. Diese zu besichtigen, hatte der Altenhilfe-Förderkreis-Vorsitzende Werner Schulz die Bewohner des Seniorenheims St. Barbara und des Hauses Conrad sowie die Besucher des Seniorentreffs eingeladen.

Gut zwei Dutzend Senioren nahmen daran teil, unter ihnen einige Zeitzeugen, die selbst noch "in der Keramik" gearbeitet haben, bis diese 1956 ihren Betrieb einstellen musste. Schulz erinnerte daran, dass die beiden Hirschauer Steingutfabriken einst zu den größten der Oberpfalz gehörten. Die hier produzierten Waren seien weltweit gefragt gewesen. Während ihrer Blütezeit hätten die alte und die neue Fabrik vielen Familien Arbeit und einen gewissen Wohlstand garantiert. Dem Festspielverein gebühre Dank dafür, dass er mit der Einrichtung eines Museums mithilft, damit die für Hirschaus Geschichte wirtschaftlich wie kulturell bedeutende 130-jährige Epoche der Steingutfabrikation nicht in Vergessenheit gerät.

Diese Absicht bekräftigte Bürgermeister a. D. Hans Drexler. Bei den Hirschauern sei das Kapitel Steingutfabrikation lange Zeit in Vergessenheit geraten. In der Zwischenzeit hätten viele den Wert der vor Ort produzierten Stücke erkannt. Dennoch bestehe die Gefahr, dass immer noch Steingutstücke - aus Unwissenheit über ihren kulturellen und ideellen Wert - in den Müllcontainer wandern. Drexler begrüßte den von Michael Popp gestarteten Aufruf "Rettet das Hirschauer Steingut". Verbunden damit ist die Bitte, die Steingutstücke im Vorzimmer von Bürgermeister Hermann Falk abzugeben.

Auf lange Sicht könnten die Produkte für die Nachwelt nur in einem öffentlichen Museum erhalten bleiben, sagte Drexler. In den acht Vitrinen seien rund 700 in beiden Fabriken hergestellte Steingutstücke zu sehen, alle Eigentum des Festspielvereins. Die Ausstellung werde dauerhaft in sanierten Erdgeschoss der Alten Mälzerei verbleiben. Der Verein habe den Pachtvertrag für das Gebäude bis 2047 verlängern können. Für dessen Sanierung habe man knapp 84 000 Euro aufgewendet. Etwa ein Viertel davon hätten die Vereinsmitglieder in Eigenleistung erbracht. Das Material für den Ausstellungsraum habe 49 637 Euro gekostet, die Ausstattung mit Vitrinen, Schautafeln und anderen Gerätschaften weitere rund 24 000 Euro. Für die Ausstellung wäre es eine Bereicherung, wenn sie durch Leihgaben erweitert werden könnte. Steingutware kann auch befristet in einer Extra-Vitrine präsentiert werden. Wer daran Interesse hat, setzt sich mit Drexler in Verbindung.

3. Bürgermeister Peter Leitsoni dankte Werner Schulz für sein jahrzehntelanges Engagement für Hirschaus Senioren. Der Förderkreis Altenhilfe habe beträchtliche Summen für Hirschaus Senioreneinrichtungen aufgebracht und biete immer wieder interessante Veranstaltungen an. Anerkennung zollte er auch dem Einsatz von Hans Drexler.
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