In Hirschau Schulung für pflegende Angehörige
Demente fühlen bis zum Schluss

Hildegard Kohl, Lehrerin für Pflegeberufe, leitete die Lehrgangsreihe "Hilfe beim Helfen". Bild: u
Vermischtes
Hirschau
21.04.2016
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Für Demenzkranke und deren pflegende Angehörige bot Hildegard Kohl eine Schulungsreihe an. Eingeladen hatten die Hirschauer Caritas-Sozialstation, die AOVE, die Barmer GEK, das Kolpingwerk und die deutsche Alzheimergesellschaft.

Zwölf Frauen nutzten das Angebot. Sie besuchten die 16 Unterrichtsstunden - verteilt auf acht Module und fünf Tage - in dem Bewusstsein, dass auch auf sie eine Pflegeaufgabe zukommen könnte. Immerhin gibt es in Deutschland etwa 1,5 Millionen Demenzkranke. Etwa zwei Drittel davon werden von Angehörigen betreut und gepflegt - Tendenz steigend. Dabei erhielten die Teilnehmerinnen einen Überblick über die Krankheitsbilder der verschiedenen Demenzformen. Sei eine solche Erkrankung erkannt, sei es wichtigste Aufgabe des Pflegenden, die veränderten, oft schwer nachvollziehbaren Verhaltensweisen des Kranken zu verstehen und zu akzeptieren. Da Menschen mit Demenz immer mehr die Fähigkeit verlieren, ihre finanziellen und administrativen Angelegenheiten zu regeln, sei es wichtig, rechtliche Vorkehrungen zu treffen, etwa Vorsorgevollmacht, Betreuungs- oder Patientenverfügung. Ausdrücklich wies die Referentin auf die Ansprüche nach dem Schwerbehindertenrecht hin.

Kohl gab Anregungen für den Umgang mit schwierigen Situationen wie dem Weglaufen oder zur Sturzprävention. Es fehlte auch nicht der Rat, etwas Gutes für sich zu tun, bedeute doch die Pflege eine hohe seelische und körperliche Belastung: "Nur wer auf seine eigene Balance achtet, hat bei dieser schwierigen Aufgabe die Chance, selber gesund zu bleiben."

Ein wichtiges Kapitel waren Infos zur Pflegeversicherung. Die Referentin betonte, dass beim Kranken die Gefühle bis zum Lebensende erhalten bleiben: "Demente spüren die Nähe, hören den Klang der Stimme, wollen andere berühren und selbst berührt werden. Dadurch erlebte der Erkrankte Wertschätzung, und seine Würde bleibt gewahrt." Großer Wert wurde auf praktische Übungen wie das Verabreichen von Essen oder den Transfer des Patienten vom Bett auf einen Stuhl und das Einsetzen von Hilfsmitteln zur Sturzprophylaxe gelegt. Zum Abschluss erhielten die Teilnehmerinnen ein Zertifikat.
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