Inklusion Thema beim VdK Hirschau
VdK will Barrieren niederreißen

Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht, denn sie ist wesentliche Voraussetzung, damit alle Menschen gleichberechtigt am Leben teilhaben können.
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Hirschau
23.02.2016
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Unter dem Motto "Weg mit den Barrieren" stellt der VdK 2016 deutschlandweit das Thema Inklusion, also das gleichberechtigte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung, in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten.

Hirschau. (u) Engagiert kündigte dies die VdK-Kreisvorsitzende Marianne Kies-Baldasty bei der Mitgliederversammlung des VdK-Ortsverbandes im Schloss-Keller an. Mit Zahlenmaterial belegte die Referentin, dass der VdK mit rund 1,75 Millionen Mitgliedern Deutschlands größter Sozialverband ist. In Bayern zählt die Organisation rund 650 000 Mitglieder. Davon leben 61 130 in der Oberpfalz, rund 9500 gehören dem Kreisverband Amberg-Sulzbach an.

Bei sozialen Fragen


Sie alle könnten in sozialen Fragen auf die Unterstützung des VdK zählen, betonte die Kreisvorsitzende. So habe man 2015 zum Beispiel 238 000 Sozialberatungen vorgenommen, 20 000 Widersprüche gegen Behörden eingelegt und sie bei 5300 Klagen erfolgreich vor Gericht vertreten. Der VdK habe dabei rund 18 Millionen Euro Nachzahlungen erreicht.

Nach Aussage von Kies-Baldasty leben in Deutschland mehr als 7,5 Millionen Menschen mit einer Schwerbehinderung, 1,5 Millionen davon in Bayern, die noch viel zu oft auf unüberwindbare Hindernisse stießen. Daher sei es höchste Zeit, sich für ein barrierefreies Deutschland stark zu machen. "Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht, denn sie ist wesentliche Voraussetzung, damit alle Menschen gleichberechtigt am Leben teilhaben können", erklärte sie. Das stelle unmissverständlich auch die UN-Behindertenrechtskonvention fest. Deshalb müssten Wohnungen und öffentliche Gebäude, Verkehrsmittel sowie alle privaten Güter und Dienstleistungen endlich so gestaltet werden, dass sie für alle zugänglich seien. Die Bundesrepublik habe sich bereits 2009 verpflichtet, solche Maßnahmen zu ergreifen.

Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht, denn sie ist wesentliche Voraussetzung, damit alle Menschen gleichberechtigt am Leben teilhaben können.Marianne Kies-Baldasty, VdK-Kreisvorsitzende

Die Realität sehe leider anders aus, stellte Kies-Baldasty fest. Ministerpräsident Horst Seehofer habe versprochen, dass Bayern bis 2023 vollständig barrierefrei sei. Beim VdK sei man überzeugt, Bayern in Sachen Inklusion vorwärts bringen zu können. Es brauche einheitliche Vorgaben mit verbindlichen Fristen, Kontrollen und Sanktionen sowie eine entschiedene Förderung durch den Bund. Der VdK werde zentrale Großveranstaltungen zum Thema Inklusion abhalten. Dazu habe die Beauftragte der Bundesregierung für Belange behinderter Menschen, Verena Bentele, ihre Unterstützung zugesagt.

Bald fünf Pflegegrade


Sehr positiv bewertete Kies-Baldasty die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeits-Begriffs. Dafür habe der VdK seit Jahren unter anderem mit den Kampagnen "Pflege geht jeden an" und "Große Pflegereform jetzt" gekämpft. 2017 werde es fünf Pflegegrade geben. Menschen mit Demenzerkrankungen oder psychischen Krankheiten würden dann spürbar bessere Leistungen erhalten. Als einen VdK-Erfolg wertete die Rednerin die Vereinbarungen zwischen dem VdK und dem Deutschen Mieterbund. VdK-Mitglieder könnten bei 23 Mietervereinen im Freistaat bei Vorlage ihres VdK-Ausweises ohne Aufnahmegebühr Mitglied werden.

Angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation betonte Kies-Baldasty, dass sich der VdK klar und eindeutig gegen Fremdenhass, Ausgrenzung und Intoleranz ausspreche. Man plädiere "ohne Wenn und Aber für Mitmenschlichkeit und Solidarität".
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