KAB kämpft für einen arbeitsfreien Sonntag
Der Sonntag ist ihnen heilig

Als "soziales Gewissen unserer Gesellschaft" bezeichnete KAB-Ortsvorsitzender Günter Übelacker (hier bei einer Demo in Regensburg) die Katholische Arbeitnehmerbewegung. Sie trete für Solidarität und Gerechtigkeit ein und mache sich unter anderem stark für den Erhalt des Sonntags. Bild: u
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Hirschau
26.04.2016
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Die KAB kämpft mit einer Unterschriftenaktion für einen arbeitsfreien Sonntag. Diözesanvorsitzender Willi Dürr findet dazu deutliche Worte: "Menschen brauchen den Sonntag. Ohne Sonntag gäbe es nur Werktage."

Hirscha. (u) "Die Katholische Arbeitnehmerbewegung ist das soziale Gewissen in unserer Gesellschaft": Bei der Jahreshauptversammlung im Pfarrheim untermauerte Ortsvorsitzender Günter Übelacker seine Aussage in seinem Rechenschaftsbericht mit einer Reihe von Aktivitäten, bei denen die "KAB Flagge gezeigt" habe.

Zum Programm gehörten eine Power-Point-Präsentation über die Rom-Reise anlässlich der Illumination des Hirschauer Christbaums auf dem Petersplatz sowie ein Bilder-Rückblick auf die Wallfahrt Patrona Bavariae zu "Maria der Knotenlöserin" nach Augsburg und den Einkehrtag der KAB-Senioren in Johannisthal. Präses Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann referierte über das "Heilige Jahr der Barmherzigkeit".

Gut wirtschaften


"Nachhaltig leben und arbeiten, klug kaufen, richtig steuern und sinnvoll leben", so lautete nach Aussage von Übelacker das Schwerpunktthema der KAB in den vergangenen Jahren. Für 2015/201 6 heiße es "Gut wirtschaften - sinnvoll leben. Beide Themen sollten Dauerbrenner sein.

Tatkräftig unterstützt hat der Ortsverband die Unterschriftenaktion für die Errichtung einer Realschule in Hirschau. Übelacker, der bei der Übergabe der über 3000 Unterschriften im König-Ruprecht-Saal des Landratsamtes mit dabei war, zeigte sich enttäuscht darüber, dass die Mehrzahl der Kreistagsmitglieder einschließlich des Landrats nicht unbedingt begeistert gewirkt habe. Er fragte sich: "Ob das bei der Kreisumlage, wo Millionen aus Hirschau kommen, auch so ist?"

Schieflagen aufgezeigt


Der neugewählte KAB-Diözesanvorsitzende Willi Dürr sprach bei der Kreisversammlung über "Die soziale Lage in Deutschland". Er zeigte dabei einige Schieflagen in unserem Wohlstandsstaat auf. Mit der Unterschriftenaktion "Arbeitsfreier Sonntag - KAB setzt sich dafür ein" fordert die Bewegung einen Stopp der Ausweitung der bestehenden Sonntagsarbeit. "Menschen brauchen den Sonntag. Ohne Sonntag gäbe es nur Werktage", verdeutlichte Dürr. Zu dieser Thematik zitierte er Passagen aus der gemeinsamen Erklärung des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands und der Deutschen Bischofskonferenz.

Die KAB, so Übelacker abschließend, trete ein für Solidarität und Gerechtigkeit, die Rechte der Arbeitnehmer, zum Beispiel faire Arbeitsbedingungen und Mindestlohn, sie sei gegen eine Ausdehnung der Leiharbeit. Ihren Mitgliedern gewähre sie kostenlose Arbeits- und sozialrechtliche Beratung und Vertretung vor Arbeitsgerichten. Sie mache sich stark für fairen Handel, den es mit TTIP und Ceta nicht geben werde: "Ein gutes TTIP ist unmöglich." Bei der Anerkennung der Kindererziehung für die Mütterrente sei die KAB jahrelang "Vorstreiter" gewesen. Es gebe also viele Gründe, ihr beizutreten, sagte der Vorsitzende, dem es ein Anliegen ist, die Mitgliederzahl zu steigern.

Heiliges Jahr der BarmherzigkeitBarmherzigkeit sei das Leitmotiv des Pontifikates von Papst Franzikus, meinte Stadtpfarrer Bergmann in seinem Vortrag über das vom Pontifex ausgerufene "Heilige Jahr der Barmherzigkeit".

Im Lateinischen heiße Barmherzigkeit "misericordia". Es bedeute, sein Herz bei den Armen zu haben. Mit dem Gebetsruf "Herr erbarme Dich unser" bitte man um Gnade und Barmherzigkeit. Die Menschen würden erfahren, dass Gott ein Herz für sie hat. Ließen sich Menschen nicht im Herzen berühren, sondern gingen kalt ihren Interessen nach, gebe es kein Erbarmen. Jesus, die menschgewordene Barmherzigkeit Gottes, rufe den Menschen zu: "Seid barmherzig, wie es euer Vater im Himmel ist."

An der Heiligen Pforte des Petersdoms befinde sich die Inschrift: "Wenn Du die Heilige Pforte durchschreitest, erinnere Dich, dass Christus die Pforte ist, die Dich in die Arme der Barmherzigkeit Gottes führt".

Laut Pfarrer Bergmann ist das Durchschreiten der Heiligen Pforte in unserer Region in der Amberger Mariahilfbergkirche und der St. Anna-Kirche in Sulzbach-Rosenberg möglich. (u)
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