Organisatorin Brunhilde Fehlner hört auf
Adventskalender droht das Aus

Schroff und hartherzig abgewiesen wurden Maria (Sina Lottner) und Josef (Andy Meindl) vom Herbergswirt (Richard Wisneth, rechts). Bilder: u (2)
Vermischtes
Hirschau
29.12.2015
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Auch die Heiligen Drei Könige (von links) Kaspar (Erhard Ackermann), Melchior (Robert Hutzler) und Balthasar (Hans Fleischmann) folgten dem Stern.

Trotz anhaltenden Nieselregens fanden sich gut 500 Besucher auf den Tribünen im Schlosshof ein, um die traditionelle Herbergssuche mitzuerleben. Die Schauspielgruppe der Kolpingsfamilie komplettierte ein Programm, hinter dessen Zukunft ein großes Fragezeichen steht.

Hirschau. (u/tk) Zum Abschluss des "Lebendigen Adventskalenders" sollte die Aufmerksamkeit abseits von Trubel, Kaufrausch und Hektik auf das Wesentliche des Weihnachtsfestes, die Geburt des Erlösers, gelenkt werden. Dass dies eindrucksvoll gelang, war das Verdienst der Schauspielgruppe unter Leitung von Christina Wisneth. Aus ihrer Feder stammte das Krippenspiel, das das 23-köpfige Ensemble zeigte. Die Schauspieler konnten zum dritten Mal in der 15-jährigen Geschichte des Lebendigen Adventskalenders auf einer mit entsprechenden Kulissen bestückten Bühne agieren. Gebaut wurden diese von Franz Heuberger und Richard Wisneth, bemalt von Walter Widder.

Alfred Härtl, Vorsitzender des Gewerbeverbands, freute sich über den gelungenen Abschluss des 15. Lebendigen Adventskalenders. Sein Dank gebührte den Darstellern mit ihrer Regisseurin Christina Wisneth und den Bläsern. Gleiches galt auch für Hans Drexler, Richard Wisneth und Erhard Ackermann, die sich um den Aufbau der Bühne und Kulissen gekümmert hatten. Besonders hob er die Geschäfte hervor, die ihre Fenster gestaltet haben, ebenso die Musik- und Singgruppen, die Kindergärten und Schulen sowie die Vorleser. Alle seien unentgeltlich aufgetreten.

Fehlner hört auf


Die Heimat- und Trachtenvereinsmitglieder hatte sich mit Vorsitzendem Franz Dolles täglich um den Glühweinausschank gekümmert, Inge Sommerer um die Bratwürstlversorgung und die Feuerwehr um die Sicherheit, indem sie den Verkehr umleitete. Brunhilde Fehlner wurde ebenfalls gelobt. Sie habe 13 Jahre lang die Organisation der Fenster und der auftretenden Gruppen gemanagt - heuer zum letzten Mal.

Man könne aber den Lebendigen Adventskalender nicht einfach sterben lassen, sagte Härtl. Bei so viel Zuspruch sei man fast zum Weitermachen verpflichtet. Man habe ein Jahr Zeit, um eine Lösung zu finden. Sichtlich gerührt erläuterte Brunhilde Fehlner die Beweggründe für ihren plötzlichen Rückzug. Auf Nachfrage teilte sie mit: "Aus gravierenden Gründen bin ich für den Trachtenverein nach 46 Jahren nicht mehr tätig." Mehr wollte die Hirschauerin zu diesem Thema nicht sagen.

Nur so viel: Ausdrücklich erwähnte sie den Dank an Alfred Härtl für die jahrzehntelange Zusammenarbeit und an den einstigen Vorsitzenden Alfred Naber. Sie habe die Aufgabe gerne erfüllt. Stolz könne man darauf sein, dass man viele Bedürftige unterstützen konnte.

Große Verdienste um den Lebendigen Adventskalender habe sich Alfred Härtl erworben. Er sei seit 15 Jahren bei jedem Fensterlöffnen, also an 345 Tagen, im Einsatz gewesen, und habe sich um die Technik und den Ablauf gekümmert. Außerdem habe er alle Jahre die Plakate und Flyer erstellt und finanziert.

Sabine Kny als Mama, Mathias Erlbacher als Papa, deren Töchter Sonja (Groth) und Vanessa (Lang) erzählten dem kleinen Julian (Erlbacher) die Weihnachtsgeschichte, die von den Schauspielern in Szene gesetzt wurde. Die Bläsergruppe Norbert und Nicole Allwang, Karl Völkl, Julia Wendl, Thomas Stark und Florian Kustner sorgte für die zum Geschehen passenden Melodien

Schar von Engeln


Das Geschichte begann mit der Verkündigung des Erzengels Gabriel (Kerstin Ackermann) an Maria und dem Verlesen der kaiserlichen Anordnung zur Volkszählung durch den Legionär (Mathias Erlbacher). Andy Meindl (Josef) und Sina Lottner (Maria) verstanden es, bei ihrer Herbergssuche ihre Betroffenheit über die Hartherzigkeit der Wirte (Richard Wisneth und Hans Fleischmann) glaubwürdig zum Ausdruck zu bringen. Staunend reagierten die Hirten (Ludwig Schmid, Florian Koller, Ludwig Koller, Julius Lottner, Daniel Berger, Anna Erlbacher und David Fink), als im Schlosshof ein Stern erstrahlte und eine Schar von Engeln erschien. Sie verkündete die Geburt des Jesuskindes. Der Stern wies zunächst den Hirten, später den Heiligen Drei Königen - Erhard Ackermann (Kaspar), Robert Hutzler (Melchior), Hans Fleischmann (Balthasar) - den Weg.
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