Papstbaum wird zu Kinderspielzeug
Immer noch im Rom-Fieber

Da strahlte er mit der Sonne um die Wette: Hirschaus Bürgermeister Hermann Falk im Dezember vor dem gespendeten Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz in Rom. Archivbild: upl
Vermischtes
Hirschau
02.02.2016
270
0
Hirschau: Rathaus |

Laut Robert-Koch-Institut ist eine Grippewelle im Anmarsch. Doch viele Hirschauer sind mit einem ganz anderen Virus infiziert: Sie haben Rom-Fieber, auch wenn der Papstbaum mittlerweile vom Petersplatz verschwunden ist.

Am vergangenen Freitag legten die Gärtner des Vatikanstaates Hand an den Prachtbaum aus der Oberpfalz. Die 25 Meter hohe Fichte, die zwischen 18. Dezember und 29. Januar weihnachtlichen Glanz im Zentrum der Christenheit verbreitet hat, fällt nun den Sägen zum Opfer. "Aus dem Holz wird Kinderspielzeug hergestellt", weiß der Hirschauer Bürgermeister Hermann Falk. "Wenn es fertig ist, wird es in italienischen Kinderheimen verteilt."

Spontane Spendenaktion


Natürlich hat sich auch die Stadt Hirschau ihren Teil vom Papstbaum gesichert. Ins Rathaus kommt demnächst eine aus dem Stamm geschnittene Scheibe. Sie wird eingerahmt von zwei Christbaumkugeln, die krebskranke Kinder in ganz Italien für die Dekoration gestaltet hatten. Diese Kugeln - besser gesagt die tönernen Vorlagen dafür - wurden in Rom für Beträge zwischen 2000 und 3000 Euro zugunsten der Stiftung der Gräfin von Thun verkauft. Die Stadt Hirschau erstand zwei der Kunstwerke für den guten Zweck, die Nachbarkommunen Schnaittenbach und Freudenberg auch. "Dazu kommt noch eine weitere Kugel, für die die 350 Rom-Pilger während der Illuminationsfeier spontan zusammengelegt haben", sagt Falk.

Am Abend, als die Lichter an dem Baum zum ersten Mal brannten, stellten sich alle Teilnehmer auf den Stufen der Großen Audienzhalle zu einem Gruppenbild zusammen. "Als es dann still wurde und alle auf den Kamera-Blitz warteten, sagte jemand: Wenn jeder jetzt zehn Euro spendet, können wir uns nochmal eine Kugel kaufen." Zehn Minuten später hätten sich 2650 Euro im Spendentopf befunden.

Heute ist diese spontane Aktion Taktgeber für die weitere Zusammenarbeit der drei Nachbarkommunen. "Wie bereits in Rom angekündigt, werden wir diese Kugel im Frühjahr in Bozen abholen." Mitte April soll die Übergabe stattfinden. "Ich bin mir sicher, dass wir dazu wieder einige Busse zusammenbekommen." Noch vor dieser Reise gibt es zwei weitere Termine, die das Projekt nach sich zieht. "Zuerst werden wir mal zu einem Helferessen einladen", verspricht Falk. Dabei soll allen, die mit der Organisation, dem Fällen, der Lagerung und dem Transport betraut waren, gedankt werden.

Und dann steht noch die Wiedersehensfeier der Rom-Pilger im Josefshaus an - mit einer Bilderschau und eventuell dem von Franz Kustner ins Spiel gebrachten Spanferkel. "Ein genaues Datum haben wir noch nicht", bittet der Hirschauer Rathauschef um noch etwas Geduld. "Aber vor Ostern möchten wir das schon noch hinkriegen." Das Fest soll ausdrücklich nicht als Abschlussabend betitelt werden. Denn das Rom-Fieber soll noch sehr lange anhalten und die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit befeuern.

Ich bin mir sicher, dass wir dazu wieder einige Busse zusammenbekommen.Bürgermeister Hermann Falk über eine weitere Fahrt in Sachen Papst-Baum
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.