Privates Museum für Steingut, Kaffeekannen und Bierkrüge in Hirschau
Heimstatt für riesige Sammlung

Dieter Hoffmann präsentiert in dem Museum seine große Sammlung an Bierkrügen. 450 der insgesamt 1638 Exponate stammen aus der Hirschauer Steingutproduktion. Bilder: ads (2)
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Hirschau
29.08.2016
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Wenn René Ehringer-Hoffmann von ihrer Sammlung erzählt, kommt sie regelrecht ins Schwärmen.

"Wir wollen, dass in Hirschau bleibt, was hierher gehört." Mit dieser Motivation bauen René Ehringer-Hoffmann und ihr Mann Dieter Hoffmann ihr Museum für Steingut, Kaffeekannen und Bierkrüge auf. Wenn auch noch nicht offiziell eröffnet, so kann sich die Bevölkerung doch jeden Freitagvormittag ein Bild von der voranschreitenden Entwicklung dieser Privatinitiative machen.

Untergebracht ist das Museum in der Hauptstraße 68 hinter der Kirche. Das Erdgeschoss ist komplett Steingut und Keramik aus der Hirschauer Produktion vorbehalten. 450 Bierkrüge und weit über 3000 teils einmalige Sammlerstücke aus der Hirschauer Produktion nennen die Hoffmanns ihr Eigen, die sie der Öffentlichkeit präsentieren wollen. Im Spätherbst soll das Privatmuseum eröffnet werden.

Unter Denkmalschutz


Eine wahre Odyssee war die Suche nach passenden Räumen. Schließlich erwarb das Ehepaar das denkmalgeschützte Anwesen im Herzen der Hirschauer Altstadt, das zu den ältesten Häusern Hirschaus zählt und bereits 1461 urkundlich erwähnt wurde. Beim Kauf des Anwesens ahnten die beiden nicht, in welch maroden Zustand sich das alte Gemäuer befand und wie viel Zeit und Geld sie investierten mussten, um sich den Traum vom Museum für Steingut, Kaffeekannen und Bierkrüge zu erfüllen. Neben dem Kaufpreis investierten die Hoffmanns bisher über 110 000 Euro in das Anwesen. Erschwerend kommen laut Dieter Hoffmann die Auflagen des Denkmalschutzes hinzu, der zwar Fördergelder in Aussicht stelle, die aber nur spärlich flössen.

Viel zu renovieren


Nach dem Kauf des Anwesens vor zwei Jahren musste das Ehepaar zunächst den starken Schimmelbefall beseitigen. Schritt für Schritt wurden sie von der Realität eingeholt und mussten feststellen, dass die Bausubstanz in einem erschreckend maroden Zustand war. So mussten die Vitrinen und das Steingut erst einmal auf das Auspacken warten, bis das Dach saniert, Fußböden und Fenster komplett erneuert und die Elektrizität sowie die Heizung installiert waren. Noch dazu fesselte ein schwerer Unfall die beiden für mehrere Monate ans Krankenbett, bevor sie jetzt zum Endspurt durchstarten können.

Glücklich sind René Ehringer-Hoffmann und ihr Mann Dieter über die Fortschritte im Erdgeschoss des Hauses, in das eine restaurierte historische Türe Eingang gewährt. Im Erdgeschoss wurde in einem violett getünchtem Raum das erste Museumsstübchen mit Hirschauer Keramik eingerichtet. In einem grün gestrichenen Raum stehen in rustikalen Holzregalen über 450 Bierkrüge aus der Hirschauer Steingutproduktion, die Dieter Hoffmann in den vergangenen zehn Jahren zusammengetragen hat. Insgesamt zählt seine Sammlung 1638 Krüge, davon verbleiben die aus Hirschau im Erdgeschoss, die anderen werden einmal im Obergeschosse ihren Platz finden. René Ehringer-Hoffmann präsentiert ihre über 3000 Exponate an Hirschauer Keramik im Untergeschoss, ihre Sammlung mit 4048 Kaffeekannen werden in den Obergeschossen zu sehen sein.

Das Ehepaar bittet die Hirschauer, ihr Steingut und ihre Keramik aus Hirschauer Produktion nicht zu entsorgen, sondern damit das kleine Privatmuseum zu unterstützen. Das Museum soll in Zukunft über den Flohmarkt und Spenden finanziert werden.
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