Startklar für Bürgerbegehren
Kurzzeitparkplätze in Hirschauer Innenstadt gefordert

Eine verkehrsberuhigte Innenstadt wartet jetzt auf die Besucher des neugestalteten Hirschauer Marktplatzes. Allerdings halten sich die wenigsten Autofahrer daran. Dieser Smart steht beispielsweise ordnungswidrig vor dem Rathaus. Ein Großteil der Inhaber der umliegenden Geschäfte bringt jetzt ein Bürgerbegehren auf den Weg. Die Anlieger fordern die Errichtung von zusätzlichen Kurzzeitparkplätzen auf der im Bild linken Seite. Bild: roa
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Hirschau
18.05.2016
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Kurzzeitparkplätze wünschen sich die einen, für eine Flaniermeile entschieden sich die anderen. Beides passt scheinbar nicht zusammen. Die Anlieger der Geschäfte auf dem neugestalteten Hirschauer Marktplatz sammelten binnen zwei Wochen bereits 911 Unterschriften von Bürgern, die gerne vor den Geschäften parken würden.

Diese Resonanz überraschte die Anlieger sogar selbst. Vergangene Woche schaffte es ein "Antrag auf Errichtung von mehr markierten Parkflächen in der Hirschauer Innenstadt" auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung. Doch den arbeitenden Mühlen der Verwaltung sehen die Verantwortlichen nicht tatenlos zu. Sie erklimmen bereits die nächste Stufe: Sie wollen ein Bürgerbegehren starten. Zwischen 15 und 20 zusätzliche Kurzzeitparkplätze, auf denen man maximal 30 Minuten stehen bleiben darf, sind ihr Wunsch. Sie sollen dort ermöglicht werden, wo bereits vor der Neugestaltung des Marktplatzes parken erlaubt war. Allein die rechtliche Komponente möchte der Sprecher der Initiative, Wolfgang Stöhr, Inhaber eines Reisebüros am Marktplatz, "auf juristisch einwandfreie Füße stellen", dann stehe dem Sammeln der Unterschriften nichts mehr im Weg.

Stöhr räumte dem Bürgerbegehren gute Erfolgschancen ein: Wenn man bedenke, dass man zehn Prozent aller der in Hirschau rund 4700 Wahlberechtigten benötige, "dann waren wir mit den 911 Unterschriften schon gut dabei". Natürlich gehe es auch um das Geschäft der Anlieger, räumte Stöhr ein. Er hatte in dem Antrag, adressiert an Bürgermeister Hermann Falk, "Rathaus, Post, Banken, Gaststätten, Apotheken, Zahnartzpraxen, Friseursalons, Cafés und 19 andere Fachgeschäfte und Dienstleister" aufgeführt, die Publikumsverkehr haben. Zum Teil hätten die Inhaber einzelner Geschäfte während der Umbauphase 60 Prozent Umsatzeinbußen verzeichnet. Aber es gehe auch um die Kunden, zeigte sich Karin Oettl, Angestellte im Schuh- und Lotto-Geschäft, überzeugt. Es gebe gehbehinderte und ältere Menschen, die nur kurz ihren Lottoschein aufgeben möchten oder zur Post müssen. "Heute morgen war die komplette Seite zugeparkt", beobachtete Oettl. Nach den aktuellen Verkehrsregeln begangen diese Autofahrer alle eine Ordnungswidrigkeit. Hinzu komme, dass die Hinweisschilder auf die neue Verkehrsregelungen nicht einwandfrei zu erkennen seien. Lediglich an den Zufahrtswegen zur Hauptstraße werde darauf hingewiesen, dass das Parken nur in den dafür vorgesehenen Buchten mit Parkscheibe erlaubt sei.

"Fremde übersehen das leicht und Hirschauer sowieso", ist Stöhr überzeugt. "Es muss doch möglich sein, Parkplätze für unterschiedliche Benutzungsdauer auszuweisen", ist Robert Widmann vom Friseursalon Rossi der Meinung. "Jetzt zu handeln, ist unser demokratisches Recht", betonte Werner Huber, Inhaber eines Optik-, Uhren- und Schmuckgeschäftes.
Man will unseren Kunden vorschreiben, dass sie drei Minuten laufen können. Aber keiner stellt sein Auto ab und läuft drei Minuten, um sich eine Brotzeit zu holen.Bürgerbegehren-Initiator Wolfgang Stöhr
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