Unter einem besonderen Stern
Hirschauer Sternsinger sammeln für Bolivien

Bolivien wurde dieses Jahr als Beispielland für die Sternsingeraktion ausgewählt. Fast fünf Jahrzehnte lang gab es in der Person von Bischof Antonio Eduardo Bösl enge Beziehungen zwischen der Hirschauer Pfarr- und Stadtgemeinde und dem südamerikanischen Land. Archivbild: u
Vermischtes
Hirschau
02.01.2016
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"Königlichen Besuch" erhalten die Familien im Landkreis Amberg-Sulzbach in den nächsten Tagen von den Sternsingern. In den Gewändern der Heiligen Drei Könige ziehen vielerorts die Ministranten von Haus zu Haus, versehen die Türen mit dem Kreidezeichen "20 C+M+B+15 (Christus mansionem benedicat) und sammeln Spenden. Unter einem besonderen Stern steht das Dreikönigssingen heuer am Montag, 4., und Dienstag, 5. Januar, in Hirschau. "Segen bringen, Segen sein - Respekt für dich, für mich, für andere in Bolivien und weltweit", so lautet dieses Mal das Motto der Sternsingeraktion. Fast fünf Jahrzehnte lang gab es in der Person von Bischof Antonio Eduardo Bösl enge Beziehungen zwischen der Hirschauer Pfarr- und Stadtgemeinde und Bolivien, genauer gesagt zum Apostolischen Vikariat Nuflo de Chavéz im bolivianischen Tiefland.

Die Verbindung nach Bolivien ist nicht gänzlich gerissen. Die Fußballjugend führte mehrere Bischof-Bösl-Gedächtnis-Turniere durch, zuletzt 2012. Zur Entgegennahme der Erlöse kam Bischof-Bösls ehemaliger Stellvertreter Pater Reinaldo Brumberger eigens nach Hirschau. Vielleicht ist die Erinnerung an diese jahrzehntelange Verbindung den Hirschauern Ansporn, die Sternsinger heuer besonders wohlwollend aufzunehmen.

Jedenfalls hoffen darauf Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann und Pastoralreferentin Elisabeth Hammer-Butzkamm, die die Mädchen und Buben auf ihre Sternsingeraufgabe vorbereitet hat. Am Dreikönigstag, 6. Januar, werden die Sternsinger bei dem um 9 Uhr in der Stadtpfarrkirche beginnenden Festgottesdienst zurückerwartet. Während der Messfeier werden dann auch Wasser, Kreide und Weihrauch geweiht.

Bischof BöslDer Franziskaner Eduard Bösl wurde 1951 von Kardinal Faulhaber zum Priester geweiht und folgte 1952 dem Ruf in die Mission nach Bolivien, wo er nach einjähriger Kaplanzeit in Concepción mitten im Urwald des Monte Grande die neue Pfarrei El Fortin Libertad aufbaute. 18 Jahre lang leistete er dort Missions- und Entwicklungshilfearbeit. 1970 wählten ihn seine Mitbrüder zum Missionsoberen. 1972 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Apostolischen Vikar von Nuflo de Chavéz. Am 1. April 1973 wurde er in der Marienkathedrale von Concepción zum Bischof geweiht. Damit war er Oberhirte einer Diözese, mit einer Ausdehnung von rund 90 000 Quadratkilometern.

Bischof Bösl wurde mit dem Condor de los Andes die höchste Staatsauszeichnung Boliviens verliehen. Die drei größten Städte seines Vikariates, Concepción, Ascensión und San Javier, haben ihn zum Ehrenbürger ernannt, ebenso wie seine Vaterstadt Hirschau. Am 13. Oktober 2000 erlag Bösl einem Herzversagen. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Kathedrale in Concepción. (u)
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