Verabschiedung des Hirschauer Schulleiters Hans Meindl
Rektor mit Herz geht von Bord

Hans Meindl leitete seit 2010 die Hirschauer Grund- und Mittelschule. Bei seiner Verabschiedung gab es für seine Leistungen Lob von allen Seiten (von links): Elternbeirats-Vorsitzende Beate Dietrich, Bürgermeister Hermann Falk, Rektor Hans Meindl, Gabi Meindl, 2. Bürgermeister Josef Birner, Elternbeirats-Vorsitzende Andrea Hofmann und Konrektor Josef Schmaußer. Bild: u
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Hirschau
02.08.2016
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Sechs Jahre war Hans Meindl nach Meinung von Kollegen, Schülern und Eltern als Leiter der Hirschauer Schule ein "Rektor mit Herz". Nun bereiteten sie ihm einen herzlichen Abschied. 2. Bürgermeister Josef Birner bescheinigte: "Hans Meindl kann mit großer Genugtuung und Stolz auf das Erreichte zurückblicken."

Auf der Gorch Fock


Konrektor Josef Schmaußer zeichnete Meindls Werdegang nach. Dem Besuch der Volksschule Hirschau folgte eine Ausbildung als Steuerberatergehilfe, bevor er vier Jahre bei der Marine diente, unter anderem auf dem Segelschulschiff Gorch Fock. Während der Zeit beim Bund holte er das Abitur nach und begann dann sein Lehramtsstudium an der Pädagogischen Hochschule Kiel. Dort lernte er seine Gabi kennen, die er 1974 heiratete. Erste Einsatzorte waren Schnaittenbach, Poppenricht, Hirschau und Sulzbach-Rosenberg. 1989 kam er an die Volksschule Schnaittenbach, wo er 2001 Konrektor wurde. Seit 2010 leitete er als Rektor die Grund- und Mittelschule seiner Heimatstadt. Im Mittelpunkt seines Wirkens seien immer die Kinder gestanden, sagte Schmaußer. Mit vielen Aktionen habe er für ein harmonisches Schulleben gesorgt: "Als Optimist schlug er Wege ein, die bleibende Spuren hinterlassen werden." Meindl habe den Schulverbund neu organisieren müssen. Die Städte Hirschau und Schnaittenbach hätten eine vorbildliche Kooperation gefunden. Das Projekt Circus Montini Kaolini sei trotz anfänglicher Bedenken ein fantastischer Erfolg geworden.

Zur Weiterentwicklung zähle die Einführung der kostenlosen Ganztagsbetreuung für Grundschüler, die es im Landkreis nur in Hirschau gebe. Die Ganztagsbetreuung für Mittelschüler sei ausgebaut worden. Neu sei die flexible Grundschule im neuen Schuljahr. Mit Simone Kraus habe man seit drei Jahren an zwei Tagen pro Woche eine Jugendsozialarbeiterin an der Schule. Das Fazit Schmaußers: "Du warst nicht nur für mich ein Chef mit klaren Worten, sondern auch ein sehr guter Ratgeber mit viel Verständnis und Menschlichkeit."

Anrührender Abschied


Ebenso ungewöhnlich wie anrührend fiel der Dank von Rektor Meindl aus. Von Sophia Hofmann (Trompete) und Andreas Feyrer (Keyboard) begleitet, trug er Leonhard Cohens "Hallelujah" vor, gedachte dabei in einer Strophe der verstorbenen Lehrer der Schule und drückte seine Freude über den gemeinsamen Ruhestand mit seiner Frau aus, die als Betreuerin der Ganztagsschule ebenfalls in Rente geht.

Auf väterliche ArtFür die Stadt würdigte 2. Bürgermeister Josef Birner Hans Meindls Verdienste. Er habe die Schule mit einem klaren Verständnis von Fairness und Respekt anderen gegenüber sowie mit offener Tür und offenem Ohr für Schülerschaft und Kollegium auf "väterliche Art" geleitet. Eine Schule zu leiten, verlange Herz und Verstand: "Hans Meindl hatte klaren Verstand für das Machbare und ein großes Herz für die Schule." An dessen Seemannszeit erinnernd, meinte Birner, "dass der Kapitän Meindl das Schiff Schule Hirschau in einen sicheren Hafen gebracht hat".

Die Schülersprecher Denise Guzvanj und Connor Dietl sprachen von einer tollen Zeit mit Rektor Meindl. Seine morgendlichen, über den Lautsprecher verkündeten Geburtstagsgrüße und die Hausaufgabengutscheine blieben in bester Erinnerung. Als Lehrer habe er großes Allgemeinwissen bewiesen und sei immer zu einem Scherz aufgelegt gewesen. Eine Frage der Schülersprecher blieb ungeklärt: "Wo haben Sie immer die total langweiligen Filme her gehabt?"

Auch die Elternsprecher Beate Friedrich, Andrea Hofmann, Sabine Wopperer, Birgit Müller-Strigl und Susanne Fehlner-Dobmeyer würdigten Meindls vorbildliches Engagement für die Schule und seine gelebte Menschlichkeit. Peu á peu enthüllten sie das Elterngeschenk - eine rund um einen Baum reichende Gartenbank. Ein solcher, nämlich ein Birnbaum, war das Geschenk des Kollegiums. Jeder Lehrer hatte mit seiner Klasse ein Herz gestaltet mit Klassenfotos und guten Wünschen. (u)
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