Weihnachtsbaum aus der Oberpfalz für den Vatikan
Die Kugeln hängen schon

Da steht sie auf dem Petersplatz und harrt der Dinge, die da kommen: Mittlerweile ist die 32 Meter lange Fichte aus dem Wald von Franz Kustner geschmückt. Am Freitag gegen 17 Uhr knipst Papst Franziskus die Beleuchtung an. 337 Bürger aus Freudenberg, Hirschau und Schnaittenbach reisen zur Illumination in den Vatikan. Bild: AFP
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Hirschau
12.12.2015
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Beate Merk. Bild: Götz

Auf geht's in die Ewige Stadt. Am Mittwoch brechen mehr als 300 Oberpfälzer nach Rom auf, um dabei zu sein, wenn Papst Franziskus am Weihnachtsbaum aus Hirschau die Beleuchtung anknipst. Die ganze Region will sich dabei im besten Licht präsentieren.

Im Hirschauer Rathaus gehen turbulente Wochen zu Ende. Denn im Büro von Christine Kugler liefen die Fäden für das Projekt Papstbaum zusammen. Die Sekretärin des Bürgermeisters hielt Kontakt zu den Ansprechpartnern im Vatikan, organisierte die Reise, stand für Rückfragen zur Verfügung. "Es war eine sehr anstrengende Zeit mit vielen schlaflosen Nächten", sagt sie. "Ich hoffe für mich, dass es in Rom ruhiger wird, und ich die Fahrt ebenso genießen kann, wie alle anderen Teilnehmer."

Vier Flugzeuge


Mit ihr freuen sich mindestens 337 Menschen aus der Region: Sie alle brechen in den nächsten Tagen Richtung Ewige Stadt auf, um dabei zu sein, wenn am Freitag gegen 17 Uhr die 32 Meter lange Fichte aus dem Wald von Franz Kustner in weihnachtlichem Glanz erstrahlt. Auf vier Flugzeuge sind die Romreisenden verteilt. Die erste Maschine - voll mit Freudenbergern - startet um 6.30 Uhr. Der Bus, der die Gruppe zum Flughafen bringt, fährt um 1.30 Uhr in Freudenberg ab.

Wenn nichts dazwischenkommt, wird Papst Franziskus höchstpersönlich die Lichterketten einschalten. Und zwar per Tablet in seinem Arbeitszimmer. "Zumindest war das in den vergangenen Jahren immer so", weiß Claudio Zocchi. Der Eventmanager aus Südtirol arbeitet bei Anlässen wie diesem eng mit dem Vatikan zusammen und hat auch das Drumherum für die Illumination organisiert. Ihm ist es zu verdanken, dass sich der Papst-Christbaum heuer in völlig neuer Aufmachung präsentiert: erstmals baumeln bunte Kugeln an seinen Ästen. Sie haben einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern und wurden von italienischen Künstlern nach den Motiven gestaltet, die Kinder in einem Krankenhaus entworfen haben. Die Kugeln werden später für einen guten Zweck verkauft.

Die Illumination ist minuziös geplant. Wenn die Lichter strahlen, spielen 43 Instrumentalisten des Hirschauer Musikzuges unter Leitung von Maximilian Stein drei Stücke: Eine kleine Weihnachtsmusik vom niederländischen Komponisten Jacob de Haan, Anna Magdalenas Song (Johann Sebastian Bach) und den Graf-Waldersee-Marsch (Louis Oertel). "Wir haben extra zwei Sonderproben eingelegt", sagt Max Stein. "Alle Register sind vertreten, so dass wir in Standardbesetzung antreten können." Die Instrumente sowie eine stattliche Ladung Bier treffen bereits zu Wochenbeginn in Rom ein. Per Spedition werden die sperrigen Teile vorausgeschickt.

Am Oberpfälzer Gerstensaft dürfen sich am Freitag bei der Illumination auf dem Petersplatz nicht nur die 337 Mitreisenden laben, sondern auch die Passanten. "Bei einem Christkindlmarkt unter dem Weihnachtsbaum präsentiert sich am Freitagabend unsere Region", erklärt Bürgermeister Hermann Falk. Neben dem Bier der örtlichen Brauereien gibt es Pfefferbeißer von heimischen Metzgern und Brot - und zwar kostenlos.

Treffen mit Benedikt


Besonders freut sich Falk, der vor seiner Amtszeit Diakon war, auf ein Treffen mit seinem ehemaligen Dienstherrn Benedikt XVI. Dessen Privatsekretär Georg Gänswein hat es möglich gemacht, dass der emeritierte Papst am Donnerstag nach seinem nachmittäglichen Rosenkranz-Gebet eine 50-köpfige Abordnung der Reisegruppe bei der Lourdes-Grotte in den Vatikanischen Gärten empfängt. "Das wird einer der Höhepunkte", sagt Falk, der schon jetzt mit dem Weihnachtsbaum vor dem Hirschauer Rathaus um die Wette strahlt.

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Alle Artikel und Bilder zum Thema m Internet:

www.oberpfalznetz.de/papstbaum
Es war eine sehr anstrengende Zeit mit vielen schlaflosen Nächten. Ich hoffe für mich, dass es in Rom ruhiger wird,Christine Kugler vom Büro des Hirschauer Bürgermeisters


Das ProgrammMittwoch

Mit mehreren Flugzeugen ab München reist die Delegation aus Freudenberg, Hirschau und Schnaittenbach am Mittwoch, 16. Dezember, an. Ein Teil der Gruppe besichtigt am Nachmittag das Petrus-Grab im Petersdom.

Donnerstag

Stadtführungen, die Besichtigung der Sixtinischen Kapelle und der Vatikanischen Museen stehen am Donnerstag, 17. Dezember, auf dem Programm. Eine kleine Delegation trifft sich am Nachmittag mit dem emeritierten Papst Benedikt XVI.

Freitag

Zuerst feiern die Oberpfälzer um 9 Uhr mit Bischof Rudolf Voderholzer Gottesdienst im Petersdom, dann geht es zum Treffen mit Papst Franziskus in die große Audienzhalle. Für 16.30 Uhr ist die feierliche Illumination des Christbaumes geplant. Dazu wird auch Kardinal Gerhard Ludwig Müller am Petersplatz erwartet. Anschließend öffnet der Oberpfälzer Weihnachtsmarkt unter dem Baum.

Samstag

Im Laufe des Samstags kehren die Teilnehmer der Reise wieder zurück. Die Rückflüge verteilen sich über den ganzen Tag. In München warten Busse, die die Romfahrer nach Hause bringen. (upl)


Die GästelisteInsgesamt haben sich für die Feier zur Beleuchtung des Christbaumes 337 Teilnehmer bei den drei Kommunen aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach angemeldet. 285 nehmen an der gemeinsamen Flugreise teil, 52 kommen auf eigene Faust nach Rom. Die Delegation wird angeführt von den drei Bürgermeistern Hermann Falk (Hirschau), Alwin Märkl (Freudenberg) und Josef Reindl (Schnaittenbach). Sie werden begleitet von ihren Stellvertretern sowie einer ganzen Reihe von Stadt- und Gemeinderäten.

Unter den Teilnehmern ist Europaministerin Beate Merk . Sie vertritt Ministerpräsident Horst Seehofer , der auch Schirmherr ist. Begleitet wird sie vom Regierungspräsidenten der Oberpfalz, Axel Bartelt . Zu den Ehrengästen gehören Landrat Richard Reisinger sowie die beiden Landtagsabgeordneten Harald Schwartz und Reinhold Strobl . Die Firma Markgraf, die den Transport des Baumes gestemmt hat, werden von den beiden Geschäftsführern Liborius Gräßmann und Winfried Praller vertreten.

Von kirchlicher Seite empfangen neben Papst Franziskus und seinem Vorgänger, dem emeritierten Papst Benedikt XVI. , mehrere Kardinäle und Bischöfe die Reisegruppe. Spannend wird die Frage, ob Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller trotz des Finanzskandals den Kontakt zu den Gläubigen sucht. Der Regensburger Diözesanbischof Rudolf Voderholzer hat jedenfalls sein Kommen zugesagt. Auch die Geistlichen Josef Irlbacher (Schnaittenbach), Hans-Peter Bergmann (Hirschau), Pater Robert Schmidbauer (Wutschdorf) und Christian Schulz (Hahnbach) sind mit vor Ort. (upl)
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