Wer wirft Flaschen auf Asylbewerberheime?
"Nach Benzin riechende Flüssigkeit"

Unbekannte warfen in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine Bierflasche durch das Fenster eines Flüchtlingsheims. Bild: Steinbacher
Vermischtes
Hirschau
09.02.2016
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Bruck/Hirschau . Unbekannte warfen in der Nacht von Samstag auf Sonntag zwei Flaschen gegen Asylbewerberheime in der Region. Die Polizei sucht weiter nach den Tätern, die Hintergründe bleiben unklar.

Der erste Wurf traf eine Brucker Unterkunft. Um 0.20 Uhr zerbrach eine leere Flasche am Rollo eines Erdgeschossfensters. Die Polizei fand Zettel mit eindeutigen Parolen gegen Flüchtlinge. Laut Auskunft des Pressesprechers des Polizeipräsidiums Oberpfalz, Stefan Hartl, wird die Polizei Anzeige erstatten: Wegen Sachbeschädigung, Bedrohung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Um 1.40 Uhr traf ein weiterer Flaschenwurf ein Haus in Hirschau. Dies führte zum zweiten Großeinsatz der Polizei in dieser Nacht und brachte ein weiteres Mal Flüchtlinge und Anwohner um den Schlaf: Eine volle Bierflasche hatte ein Fenster durchschlagen, war aber beim Aufprall in einem Zimmer im ersten Stock der Unterkunft ganz geblieben. "Da war nicht der Inhalt drin, der in eine Flasche gehört. Mit Sicherheit kein Bier", sagt Hartl. Die Kollegen hätten es gerochen: "Es könnte sich dabei um Benzin, Terpentin oder eine andere Flüssigkeit handeln." Bis endgültige Untersuchungsergebnisse vorliegen, werde es noch dauern. "Bereits kurz nach dem Bekanntwerden der Vorfälle haben wir Maßnahmen ergriffen, um die Asylbewerberheime besser zu schützen", sagt der Polizeisprecher. Auch der Staatsschutz wurde eingeschaltet und ist in die Ermittlungsgruppe "07.02." unter der Leitung der Kriminalpolizeiinspektion Amberg eingebunden.

Über die Hintergründe muss weiter spekuliert werden: "Aufgrund der derzeitigen politischen Situation ist es vorstellbar, dass jemand, der in der Vergangenheit nicht dazu bereit war, sich zu so einer Tat entschließt", sagt Hartl. Einen Täter aus dem rechten Spektrum möchte er auch nicht ausschließen. Eigentlich habe es in letzter Zeit aber keine Zunahme der Fremdenfeindlichkeit gegeben. Das Pärchen, welches einen der Vorfälle beobachtet hat, meldete sich inzwischen bei der Polizei: 50 Meter vom Brucker Asylbewerberheim entfernt standen die beiden, als ein dunkel gekleideter Mann (ca. 1,75 Meter) zügig Richtung Marktplatz ging.

Weitere Zeugen gesucht


Wer hat in der Nähe der Asylbewerberheime in Bruck und Hirschau etwas Verdächtiges beobachtet? "Es geht uns um eigenartige Fahrzeugbewegungen und komische Typen in der Umgebung", sagt Polizeisprecher Hartl. Zeugen können sich bei der Kripo Amberg unter der Nummer 09621/890-0 oder bei jeder Polizeidienststelle melden.
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