Zum Kolping-Gedenktag in Hirschau
Im Geiste eines der ersten Sozialreformer

6000 Euro an Spenden wurden ausgereicht (von links): Bärbel Birner (Africa Luz), Roland Maier (Obst- und Gartenbauverein), Vorsitzender Siegfried Schorner, Helga Roderer (Hospizverein Amberg), Reinhold Birner (Förderkreis Altenhilfe), Marianne Gutwein (SkF) und Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann. Bilder: u (2)
Vermischtes
Hirschau
17.12.2015
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Als Katholischer Gesellenverein am 4. Dezember 1860 gegründet, ist die Kolpingsfamilie der zweitälteste Verein in Hirschau. Auf den Tag genau fünf Jahre später verstarb Adolph Kolping. Der Gedenktag stand deshalb gleichermaßen im Zeichen des 150. Todes- sowie 155. Gründungstags.

Verfechter des Wandels


Ohne seine praktische Leidenschaft, den christlichen Glauben und den politischen Mut hätte es die christliche Soziallehre mit ihren gesellschaftlich wohltuenden Folgen nicht gegeben. Schorner würdigte den Sozialreformer Adolph Kolping, der durchaus mit Fug und Recht als einer der Vorbereiter der ersten Sozialenzyklika der Kirche "Rerum novarum" von Papst Leo XIII bezeichnet werden könnte. Zur Lösung der sozialen Frage habe er nicht wie Karl Marx den Klassenkampf und die Diktatur des Proletariats propagiert, sondern sozialen Wandel durch Veränderung des Menschen. Er sei ein Mann der Tat gewesen und habe den Gesellen konkrete Lebenshilfen geboten.

Kolpings damalige Ansichten, so Schorner, könnten wohl heute beispielhaft für Krisenbewältigungen herangezogen werden. Der katholische Geistliche sei am 27. Oktober 1991, 100 Jahre nach der Sozialenzyklika "Rerum novarum", von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen worden. Mehr als 60 000 Menschen, davon die Hälfte aus Deutschland, habe an der Seligsprechungsfeier in Rom teilgenommen. Der Papst habe in seiner Predigt betont, dass man mit der Seligsprechung Kolpings alle arbeitenden Menschen ehren möchte. Es treffe sich gut, dass der Kolpinggedenktag zugleich der Tag des Ehrenamtes sei. In der Hirschauer Kolpingsfamilie gebe es viele ehrenamtlich Tätige. Stellvertretend dafür nannte Schorner die Organisatoren der Altkleider- und Altpapiersammlungen, Walter Widder, Hartwig Langhammer und Helmut Meier. Die Sammlungen seien der Grundstock für Spenden in einer Gesamthöhe von 6000 Euro.

Sieben Begünstigte


Der Vorstand habe beschlossen, heuer die Pfarrei Mariä Himmelfahrt, den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Amberg, den dortigen Hospizverein, den Förderkreis Altenhilfe, die Hilfsorganisation Africa Luz, Pater Konrad Fischer und das Internationale Kolpingwerk sowie den Obst- und Gartenbauverein zu unterstützen, der seinen Stadel das ganze Jahr über kostenlos als Sammelstelle zur Verfügung stellt. Die Geldspende solle dazu beitragen, die notwendige, umfassende Renovierungsarbeiten finanzieren zu können.

An den Anfang der anstehenden Ehrungen stellte der Vorsitzende das Kolping-Zitat "Anfangen ist oft das Schwerste, Treubleiben aber das Beste". Letzteres hätten die Jubilare über Jahrzehnte beispielhaft vorgelebt. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurde Karl Schreiner geehrt, für jeweils 50 Jahre Robert Hierl, Hans Kammerl und Karl Merkl, für stattliche 60 Jahre Albert Fink.
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