Geschäftsbericht der Raiffeisenbank Hischau e.G.
Schwierig, aber profitabel

Wirtschaft
Hirschau
01.07.2016
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Präsenz vor Ort und Standorttreue, das ist inzwischen die Währung, in der in dörflichen Gegenden hauptsächlich gerechnet wird. Die Raiffeisenbank Hirschau e.G. sieht sich deshalb auf dem richtigen Weg.

Freudenberg. Angesichts zudem zur Verfügung stehender Online-Dienste konnte unter dem Strich die Kundennähe nach der Auffassung der Verantwortlichen ausgebaut werden. In einer Bilanzsumme von 150 Millionen Euro - ein Plus von 2,5 Millionen Euro - und einem Jahresüberschuss von fast 150 000 Euro zahlt sich das in Euro und Cent aus. Vor dem Hintergrund dieser Zahlen sicherte die Genossenschaftsbank auf ihrer Hauptversammlung zu, an ihrer Selbstständigkeit festzuhalten.

Eine Fusion mit einer anderen Volks- oder Raiffeisenbank ist damit aktuell kein Thema. Freudenbergs Bürgermeister Alwin Märkl betonte in einem Grußwort im Gasthof Dotzler deshalb, dass er die Standorttreue der Genossenschaftsbank hochschätze. Sonst blieben vor Ort nur noch ein Metzger und ein Wirt. Märkl appellierte deshalb, das alltägliche Einkaufsverhalten gegebenenfalls zu überdenken, damit sich Geschäfte im Ort noch lohnen und somit eben auch halten.

Für den Finanzmarkt sei 2015 ein ereignisreiches Jahr gewesen, betonte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Martin Nagler. Die größte Herausforderung sei nach wie vor die anhaltende Niedrigzinsphase. Trotzdem habe die Raiffeisenbank Hirschau 2015 mit einem zufriedenstellenden Ergebnis abschließen können. Die aktuelle Tagespolitik kommentierte Vorstand Norbert Waldhauser mit der Anmerkung, dass der Brexit eine Warnung für alle Politiker in Brüssel sein sollte. So wünscht er sich von der EU, in ihrem Regulierungs-Elan beispielsweise durchaus zwischen regional agierenden Volks- und Raiffeisenbanken und global agierenden Großbanken zu differenzieren.

So reagiere etwa auch sein Haus gezielt auf das sich wandelnde Kundenverhalten. Die Geschäftszeiten seien angepasst, die telefonische Erreichbarkeit erweitert worden, und an dem persönlichen Beratungsservice von 8 bis 20 Uhr in den drei Geschäftsstellen werde weiterhin festgehalten. Per Internet sei das Haus zudem rund um die Uhr erreichbar. Zwei "heiße Phasen" konstatierte Vorstand Michael Hirmer für den Moment: die Fußball-EM und den Brexit, bei dem letztlich der kleine Sparer wieder einmal der Verlierer sein dürfte, so seine Befürchtung.

Konkurrenten würden derzeit Filialen schließen, Mitarbeiter entlassen und gebührenfreie Konten abschaffen. Die Raiffeisenbank Hirschau hingegen passe ihre Öffnungszeiten dem Kundenverhalten an. Selbstbewusst verwies Nagler als Aufsichtsratsvorsitzender auf den "uneingeschränkten Prüfungsvermerk" des Genossenschaftsverbandes für das zurückliegende Geschäftsjahr. Großbanken wären froh, wenn sie nur annähernd an die Risiko- und Ertragslage der Raiffeisenbank Hirschau herankämen.

Treue MitgliederFür ihren Genossenschafts-Beitritt vor 50 Jahren wurden geehrt: Peter Ablaßmeier, Hans Bösl, Franz Demleitner, Albertine Förster, Johann Freller, Helga Koller, Erwin Meier, Ludwig Reich, Helmut Rösch, Werner Schertl, Georg Schlosser, Andreas Schönberger, Alfred Strobl, Johann Strobl, Reinhard Weiß und Martin Windisch. (gfr)


Aus dem GeschäftsberichtDie Kundenkredite der Raiffeisenbank Hirschau sind laut Vorstand Michael Hirner im Jahr 2015 um 7,9 Prozent auf 70,3 Millionen Euro gestiegen. Das ausgereichte Darlehensvolumen für mittelständische Unternehmen, Handwerker und Privatkunden sei gleichermaßen gewachsen, und die Nachfrage habe sich auf Immobilienkredite konzentriert.

Bei den Einlagen wurde ein leichter Rückgang um 0,6 Prozent auf 110,8 Millionen Euro verzeichnet (Rückzahlung von Einlagen der Allianz in Höhe von 1,2 Millionen). Ohne diesen Ausgabeposten hätten sich die Einlagen um 500 000 Euro erhöht. Laut Hirmer meiden derzeit Anleger langfristige Verträge und gehen auf liquide Anlageformen über. Täglich fällige Anlagen stiegen deshalb um 16 Prozent, Spareinlagen sanken hingegen um 14,6 Prozent, befristete Einlagen sogar um 26,8 Prozent. Das sei eine eindeutige Folge der niedrigen Zinsen.

Das Vermögen der Kunden bei Verbundpartnern bezifferte Hirmer auf 117 Millionen Euro, das insgesamt betreute Kundenvolumen wuchs um 4,3 Prozent auf knapp über 300 Millionen Euro. Die Bilanzsumme lag bei 150,2 Millionen Euro bei einem Plus von 1,7 Prozent oder 2,5 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss wurde mit fast 150 000 Euro festgestellt. (gfr)
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