Junge Touristen entdecken das Hirschbachtal
Ansturm auf das Höhenglück

Der Höhenglücksteig ist ein touristisches Juwel für den Landkreis Amberg-Sulzbach. Die Nachfrage nach Aktivurlauben wird immer größer. Bild: Ehras
Freizeit
Hirschbach
07.10.2016
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Hirschbach: Höhenglücksteig |

Er heißt nicht von Ungefähr so: Wer auf den Felsen steht und am Horizont den Nürnberger Fernsehturm entdeckt, der weiß, woher der Höhenglücksteig seinen Namen hat. Die Klettertour bei Hirschbach beflügelt den Tourismus im ganzen Landkreis Amberg-Sulzbach.

Im Wald zwischen Neutras und Hirschbach herrscht gerade Hochsaison. Auf den Parkplätzen der Wirtshäuser stehen Autos mit Kennzeichen aus der ganzen Bundesrepublik. Der Höhenglücksteig zählt zu den bekanntesten und längsten Klettersteigen nördlich der Alpen.





"Das hat stark zugenommen in den vergangenen Jahren", sagt Axel Breitwieser, Vorsitzender der Sektion Noris des Deutschen Alpenvereins, über den Tourismus in der Gemeinde Hirschbach. Er und sein Team betreuen den Höhenglück- und den benachbarten Norissteig. "Wir sind mindestens 20 Mal pro Jahr draußen und schauen, ob alles passt, ob die Markierungen zu sehen sind und alle Haken sitzen." Die Tour sei durchaus anspruchsvoll. Etliche Kletterer hätten die Hirschbacher Felsen auch schon unterschätzt. "Da oben ist schon vielen die Kondition ausgegangen. Die sind dann im Berg hängen geblieben." Für solche Fälle ist die Bergwacht Nürnberg vor Ort. Sie betreibt direkt unter der steinernen Wand einen Stützpunkt.

Noch etwas weiter unten im Tal hat Bürgermeister Hans Durst sein Büro. Er freut sich über das Interesse an den Naturschönheiten seiner Gemeinde. "Es kommen immer mehr junge Leute, auch aus dem Ausland", berichtet er. Leider suchen die Outdoor-Urlauber nicht in erster Linie die Unterkunft in einem klassischen Gasthaus. "Die haben oft Busse dabei, schlafen im oder vor dem Auto", erzählt Durst. Doch die Kommune bleibt nicht untätig. Pläne für einen Campingplatz in der Nähe der Felsen haben sich zwar zerschlagen. "Dafür sind wir an einem Wohnmobil-Stellplatz dran." Und auch ins Freibad lockt Hirschbach seine Gäste. Die Beschilderung dort gibt es mittlerweile auf deutsch, englisch und tschechisch. "Wir freuen uns immer, wenn Gäste kommen", sagt der Bürgermeister - auch wenn die Gemeinde deswegen nicht gleich goldenes Pflaster verlegen kann.

Eine Tourbeschreibung mit Bildern und Videos gibt es unter www.wandersuechtig.de

Der Höhenglücksteig


Der Höhenglücksteig ist ein Klettersteig südlich von Hirschbach, ganz im Westen des Landkreises Amberg-Sulzbach. Die Felsformation gehört geographisch zur Hersbrucker Alb. Der Steig verläuft im Gegensatz zu vielen Klettersteigen meist auf ungefähr der gleichen Höhe. Bei über einem Kilometer Länge (davon rund 300 Meter mit Drahtseil gesichert) überwindet der Steig nur etwa 100 Höhenmeter.

Die Alpine Gesellschaft Höhenglück errichtete den Steig in den Jahren von 1932 bis 1937. Erneuert wurde er 1949/50 und 1972. Am Fuße der Kletterfelsen steht eine Hütte, die die Bergwacht Nürnberg für ihren Bereitschaftsdienst nutzt. Die Nürnberger Bergwacht betreut das gesamte Hirschbachtal.

Am Beginn des Steiges befindet sich mit der "Ferrata Bambini" ein Übungsgelände für Klettersteige. Die Anlage ist so konzipiert, dass dort vor allem Kinder an den Klettersport herangeführt werden können. Gewartet wird der Höhenglücksteig von der Sektion Noris des Deutschen Alpenvereins. Am Höhenglücksteig haben sich bereits mehrere schwere Unfälle ereignet. 2010 stürzte der deutschlandweit bekannte Kletter-Profi Kurt Albert ab und verletzte sich tödlich. (upl)
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Oliver Endres aus Amberg in der Oberpfalz | 23.10.2016 | 21:33  
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