Hirschbacher Posaunenchor feiert Jubiläum und hat eine Besonderheit
Nach 50 Jahren noch aktiv

Bezirksobmann Gerhard Schönhöfer ehrte die drei noch aktiven Gründungsmitglieder Walter Engelhardt, Helmut Steger und Willi Hafner (von links). Bild: wku
Kultur
Hirschbach
29.04.2016
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Beim Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen des Hirschbacher Posaunenchores konnte Obmann Manfred Bock acht Gründungsmitglieder begrüßen. Drei davon sind im Chor noch aktive Bläser.

Bezirksobmann Gerhard Schönhöfer ehrte Walter Engelhardt, Willi Hafner und Helmut Steger. Sie erhielten das goldene Bläserabzeichen und eine Ehrenurkunde: "Rund 4000 Mal waren sie in dieser langen Zeit für den Chor im Einsatz", erklärte Schönhöfer anerkennend, worauf die Gemeinde spontan applaudierte. Hafner war darüberhinaus lange Zeit - von 1992 bis 2010 - Chorleiter. Pfarrer Gerhard Durst und Vertrauensmann Paul Haller dankten für die jahrelange Treue im Dienst der Kirchengemeinde. Der Hirschbacher Posaunenchor zählt momentan 15 aktive Mitglieder, davon drei Frauen.

Viele Farbbilder


Paul Haller verfasste zum Posaunenchorjubiläum eine Chronik mit vielen Farbbildern, wofür ihm Obmann Manfred Bock dankte. Diese kann im Pfarramt Eschenbach oder nach den Gottesdiensten in der Wolfgangskirche gegen eine Spende erworben werden.

Zur Geschichte des Hirschbacher Posaunenchores: Während einer gemütlichen Tischrunde in der Adventszeit 1965 reifte bei einigen jungen Männern der Entschluss, in Hirschbach einen Posaunenchor zu gründen. Mit Hans Scheiderer hatte man einen begnadeten Musiker vor Ort, der die Leitung des Chores übernehmen sollte. Noch im Dezember 1965 meldeten Siegfried Maul und Josef Gössl dem Chorleiter, dass die Mannschaft stehe und er die Instrumente besorgen könne. So fand am 13. Februar 1966 im Gasthaus Noris-steig die erste Probe statt. Die Bläser bezahlten übrigens ihre Instrumente selber.

Bis tief in die Nacht


Hans Scheiderer war damals schon 70 Jahre alt. Erst wohnte er in Hirschbach, zog aber später nach Amberg. Er besaß jedoch keinen Führerschein und musste nun zu den Proben abgeholt und wieder heimgefahren werden. Nach dem Proben spielten die Bläser fast regelmäßig in den Hirschbacher Wirtshäusern Karten. Da konnte es schon Mitternacht oder gar ein Uhr nachts werden. Dann musste ein Bläser den Chorleiter bei jedem Wetter nach Amberg nach Hause fahren. Der besagte Bläser nahm aber immer einen Begleiter mit, damit dieser ihn wach hielt. Hans Scheiderer war ein sehr strenger Chorleiter. Wenn jemand fehlte, pflegte er zu sagen: "Nur der Tod entschuldigt, ihr Hundsknochen!"

Mindestens ein Bläser


Friedhelm Treiber aus Vorra folgte ihm 1976 als Dirigent für 16 Jahre. Er gewann viele junge Bläser. "Jede Familie stellte mindestens einen Bläser", erklärte Chronist Haller. So gab es fünf Bläser aus der Familie Kohler und drei von den Hafners. Ein besonderes Ereignis für die Bläser war das Turmblasen am Christkindlesmarkt auf den Türmen der Lorenzkirche in Nürnberg.

1992 übernahm Willi Hafner die Leitung, wobei er zuvor schon oft den Chorleiter vertreten hatte. Einen großen Auftritt absolvierte der Chor 1995 im Schloss Theuern. Evi Strehl von den Oberpfälzer Musikfreunden lud dort zum "Hirschbacher Advent" ein, wobei auch der Posaunenchor mitwirkte.

2002 bis 2010 übernahmen Willi Hafner und Willi Sperber die Leitung, bevor 2010 Jörg Tippmann aus Eschenbach neuer Chorleiter wurde.

Sogar im Radio war der Chor schon live zu hören. Neben den Auftritten kommt auch die Gemeinschaft nicht zu kurz. Der Chor unternimmt Ausflüge und ist bei vielen kirchlichen Festen im Dekanat ein gerngesehener Gast.
Nur der Tod entschuldigt, ihr Hundsknochen!Hans Scheiderer, ehemaliger Leiter des Posaunenchors
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