Bad schwimmt nicht im Geld

Lokales
Hirschbach
09.12.2014
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Der Gemeinderat von Hirschbach zieht einen Strich unter den Anschluss von München und Buchhof an die Kläranlage. Allerdings endet die Rechnung mit einigen Mehrkosten. Die neue Arbeitsgruppe Freibad Hirschbach versteht sich nicht als "exclusiver Club".

Seine letzte Sitzung im Jahr 2014 absolvierte der Gemeinderat unter Leitung von 2. Bürgermeister Richard Leißner. Er schickte Genesungswünsche an den erkrankten Bürgermeister Hans Durst.

Sparschraube am Anschlag

Eine Arbeitsgruppe will den Förderverein dabei unterstützen, den Einnahmen des Freibads "auf die Sprünge zu helfen". Auf der Ausgabenseite sind alle Sparschrauben am Anschlag angelangt, lautete die allgemeine Einschätzung.

Für die Arbeitsgruppe meldeten sich aus der SPD-Fraktion Ralf Schneider und Joachim Iwanek, von der Freien Wählergemeinschaft Silvia Haller. Die Freie Bürgerliste benannte noch niemand. Ein "exclusiver Club" soll die Arbeitsgruppe nicht sein: Jeder, der will, darf mitmachen. Ralf Schneider oder Joachim Iwanek sind die Ansprechpartner; 3. Bürgermeister Stefan Steger erklärte, als Leiter der Arbeitsgruppe nicht zur Verfügung zu stehen.

Werner Renner und Reinhard Standecker vom Planungsbüro "Renner + Hartmann Consult GmbH" nahmen an der Sitzung teil. Bauleiter Standecker erklärte die Mehrkosten für den Anschluss der Ortsteile Buchhof und München an die Kläranlage Hirschbach (Einzelheiten im Info-Kasten).

Er nannte die längeren Druckleitungen und Abwasserkanäle sowie überlange Hausanschlüsse, die während der Bauphase noch dazu kamen. Größer als gedacht fiel auch der Aufwand für Straßen aus. Allein die Notumfahrung von München, die erhalten bleibt, habe schon 20 000 Euro verschlungen.

Rund 7500 Euro kosteten zusätzliche Randsteine aus Granit, die dafür ein Vielfaches länger halten sollen. Eine ordentliche Trag-Deckschicht bekamen die Zufahrtsstraßen nach Buchhof und München. Zwei nagelneue Pumpen erhielt das Pumpwerk 2 in München, nachdem die Vorgänger-Modelle nicht ordnungsgemäß arbeiteten. Die Mehrkosten segnete der Gemeinderat einstimmig ab.

Unter dem Angebotspreis

Keine Abstimmung verlangte die Oberflächenentwässerung in Unterklausen. Werner Renner gab hierzu Auskunft. Die Kosten blieben hier noch etwas unter dem Angebotspreis. 16 207 Euro mussten für Kanal und Kanalbau ausgegeben werden. Diese Summe wird in die Kanalgebühren mit eingerechnet. Die Trockenlegung des Geländes kostete knapp 40 000 Euro.

Nicht ganz einfacher Bau

2. Bürgermeister Leißner äußerte sich zufrieden mit der "nicht ganz einfachen Baustelle" und dankte den Anwohnern. Auf die Nachfrage von Leißner, ob die Pumplösung in Ratzenhof wirklich dem Stand der Dinge entspreche, zögerte Werner Renner nicht mit der Antwort: "Derzeit gibt es nichts Besseres!"

Seit 2009 fielen in der Kläranlage im Schnitt rund 15 000 Euro jährlich an Reparaturkosten an. Sie sollen nicht über die Gebrauchs-, sondern über die Grundgebühren abgefangen werden. So will es der Gemeinderat. Wie hoch sie künftig ausfällt, wird erst errechnet. Der Stromverbrauch in der Kläranlage Hirschbach sank von 240 000 Kilowattstunden 2012 auf 110 000 Kilowattstunden im vergangenen Jahr.

Nach einer eingehenden Diskussion genehmigte der Gemeinderat einen neuen Caddy für den Klärwärter. Es werden Angebote eingeholt.

Nahwärme vor Probelauf

Zum Ende des öffentlichen Teils gab Richard Leißner einen Sachstandsbericht zur Nahwärmeversorgung Eschenfelden ab. Er kündigte einen baldigen Probelauf des Blockheizkraftwerks an, sobald die Türen eingebaut sind. Der Leitungsstrang 1 ist zwischenzeitlich komplett fertig, während Strang 2 bei 95 Prozent angekommen ist. "Bei Strang 3 ist man schon unter dem Dorfplatz durch", fügte Leißner hinzu. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren, da das Wetter noch mitspielt.
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