Modell im Maßstab 1:1

Lokales
Hirschbach
15.10.2014
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Über 400 000 Menschen sollte das "Deutsche Stadion" fassen, das Hitler und sein Architekt Albert Speer in Nürnberg planten. Das Testgelände für das größenwahnsinnige Projekt lag in der Oberpfalz.

Die Führungsspitze der Europa-Union im Kreisverband Nürnberger Land stattete dem Hirschbachtal einen Besuch ab. Besonders interessierten sich die Besucher um die Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler für den "Stadionberg" bei Oberklausen. Altbürgermeister Georg Taubmann erläuterte ihnen die historische Stätte.

Auf dem 520 Meter hohen Gebirgszug entstand ab dem 9. Juli 1937 ein Tribünenmodell des sogenannten "Deutschen Stadions", das die Nationalsozialisten in Nürnberg bauen wollten. Es war im Maßstab 1:1 angelegt, um wirklichkeitsnahe Eindrücke zu vermitteln. Drei Tribünenränge mit Platz für 40 000 Zuschauer waren hier vorgesehen.

Rund 400 Menschen arbeiteten auf der Baustelle, bis sie bei Kriegsbeginn 1939 eingestellt wurde. Die Bauwerke wurden nach der deutschen Kapitulation auf Geheiß der Militärregierung abgebrochen. Das anfallende Abraummaterial durften die Bürger der nahen Ortschaft Achtel verwenden, um ihre Häuser nach dem Beschuss durch amerikanische Truppen provisorisch wieder aufzubauen.

Georg Taubmann schilderte den Gästen ausführlich die Geschehnisse um das Stadionmodell und zeigte ihnen das vorhandene Bildmaterial. Dank sagten ihm dafür Dr. Gerhard Beuschel, Vorsitzender des EU-Kreisverbands, und die Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler.
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