Dorf heißt nicht gleich Idylle
Bürger melden sich zu Wort

Politik
Hirschbach
15.04.2016
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Des Menschen treuestes Haustier - der Hund - bestimmte phasenweise die Bürgerversammlungen in Eschenfelden und Hirschbach. Vor allem seine Hinterlassenschaften wurden im Gasthaus Pillhofer "breitgetreten". Dabei ist eigentlich nicht der Hund der Übeltäter, sondern die Unvernunft der Halter.

Auch in der "Kurv'n" in Hirschbach nahmen Bürger Anstoß an den tierischen Hinterlassenschaften. Sogar einige "Hauptverkehrsstrecken" dieses Alltagsübels wurden ausgemacht. Zur Sprache kam aber auch, ob es nicht sinnvoll wäre, eine Leinenpflicht einzuführen. Stellvertretender Bürgermeister Richard Leißner wies zudem darauf hin, dass ebenso Pferdehalter die Hinterlassenschaften ihrer Tiere im Ortsbereich doch wieder entfernen sollten.

Zur Sprache kam außerdem "die Raserei" auf den innerörtlichen Straßen. Geschwindigkeitsmessungen hätten als ein Extrem 160 km/h in Unterklausen dokumentiert. Gerade einmal 60 seien erlaubt. Damit steht fest, dass die Polizei jetzt eine abgesicherte Grundlage und nicht nur Mutmaßungen hat, vermehrt Geschwindigkeitskontrollen anzusetzen. Das versicherte der Gemeinderat Joachim Iwanek. Der Gemeinderat als Plenum will bisher aber auf einen Beitritt zum Zweckverband zur kommunalen Verkehrsüberwachung verzichten.

Nachfolger gesucht


Ganz offiziell gesucht wird nach einem Gemeindebürger, der sich künftig um die Pflege des Hirschbacher Kriegerdenkmals kümmert. Ingrid Sperber, die das bisher gemacht hat, möchte nach 25 Jahren "in Rente gehen", wie sich Bürgermeister Hans Durst ausdrückte. Interessenten könnten sich jederzeit bei ihm melden. Ob ein in die Diskussion geworfenes Ausputzen des Hirschbachs von einem allzu üppigen Grünbewuchs machbar sei, das versprach der Bürgermeister mit der zuständigen Behörde abzuklären.

Der anhaltende Leerstand des Schulhauses in Eschenfelden war ein Diskussionsthema in Achtel beim "Schwaner". Alle bisherigen Bemühungen, das Gebäude wieder mit Leben zu erfüllen, verliefen im Sande. Ein Verkauf unter Wert werde von der Rechtsaufsicht jedoch nicht toleriert, merkte der Bürgermeister an. Ursache für den Leerstand seien neben dem Geburtenrückgang auch die steigenden Übertrittsquoten in höhere Schulen. In diesem Punkt, so einige Anmerkungen aus der Versammlung heraus, sehen etliche Bürger die Gemeinden vom Freistaat recht alleine gelassen.

Durst konnte mit entsprechenden Zahlen aufwarten. Er informierte, dass die erhobene Umlage in der Grundschule im zurückliegenden Schuljahr bei 100 Kindern 1224 Euro betrug, heuer beläuft sie sich bei nur noch 90 Mädchen und Buben auf 1261,89 Euro pro Kind. Zudem kämen 300 Euro an Investitionsumlage pro Schüler hinzu. In der Mittelschule waren es im Vorjahr noch 137 junge Leute (2569,97 Euro), diese Zahl sei bereits auf 113 Schüler (2861,02 Euro) gesunken.

Kostspieliger Leerstand


Für Durst steht fest, dass sich die Gemeinde den Leerstand des Gebäudes auf Dauer nicht leisten kann. Der Komplex müsse zum Erhalt zumindest einigermaßen gepflegt werden, das bedeute beispielsweise Heizungsbetrieb auf Minimalstand und notdürftige Außenpflege. Als letzte aller Optionen stünde der Abriss und die Erschließung des Areals für Bauplätze im Raum.

In Achtel war auch die Gebührenerhöhung beim Abwasser und Trinkwasser ein Thema. Zusammen mit Klausen gelten hier die höchsten Sätze des gesamten Gemeindegebiets. Von einem Achtler Bürger kam deshalb der Vorschlag zu einheitlichen Preisen oder einer Abwasserbeseitigung ausschließlich über die Hirschbacher Anlage. Als Gegenargument führte der Bürgermeister alte Gemeinderatsbeschlüsse an, die dem entgegen stehen würden.

Angerissen wurde noch eine ganze Reihe von lokalen Themen, und mit Annegret Voggenreiter aus Eschenfelden wurde inzwischen eine kompetente Ansprechpartnerin gefunden, die sich der Seniorenarbeit zuwendet. Sie stellte sich an allen drei Bürgerversammlungs-Abenden vor und beschrieb ihr künftiges Aufgabengebiet. So möchte sich Voggenreiter um den Aufbau einer Nachbarschaftshilfe nach dem Vorbild anderer ländlichen Gemeinden kümmern. Was dem Bürgermeister jetzt noch fehlt, ist ein Jugendbeauftragter.
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