Gemeinderatssitzung Hirschbach
Schützen möchten ins Schulhaus

Schützenmeister Christian Kopp berichtete im Gemeinderat über den Umbau und die Nutzung des ehemaligen Eschenfeldener Schulhauses als Schützenheim. Bild: wku
Politik
Hirschbach
01.08.2016
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In der Gemeinderatssitzung ging es um das Sorgenkind der Gemeinde, das ehemalige Schulhaus. Seit zwei Jahren wird es nicht mehr genutzt.

Eschenfelden. Vergeblich versuchte die Gemeinde Hirschbach eine Nachfolgenutzung zu finden. Laut Bürgermeister Hans Durst gibt es nur drei Lösungen: Zum einen könnte es abgerissen werden. An derselben Stelle wäre die Erschließung eines Baugebietes möglich. Zum anderen käme auch ein Verkauf und zum Dritten eine Vermietung in Frage.

Makler eingeschaltet


Ein Wertgutachten wurde erstellt und ein Makler eingeschaltet. Nun gibt es aber zwei Mietinteressenten: Zum einen sucht die Schützengesellschaft Tell aus Königstein ein Übergangsquartier. Zum anderen hat ein Bogensportclub sein Interesse an der Turnhalle im Winter bekundet.

Stefan Steger wollte weitere Unterlagen vorliegen haben, die sauber aufbereitet wurden. Nur so könne er aufgrund der Faktenlage urteilen. Joachim Iwanek erklärte "Wir haben in der letzten Sitzung den Verkauf beschlossen und einen Makler beauftragt, weswegen eine Vermietung diesem Vorhaben hinderlich wäre." Eine Vermietung käme nur in Frage, wenn der Vermieter bereit sei, kurzfristig auszuziehen. Richard Leißner forderte, den Beschluss des Verkaufs bei zweit Mietinteressenten auszusetzen beziehungsweise aufzuheben.

Christian Kopp, der Vorsitzende des Schützenvereins, stellte sich und seinen Verein vor. Durch die Kündigung des Schützenheimes im ehemaligen Gasthaus Kliegel sei der Verein ohne Heim. "Wir stehen auf der Straße, unser Inventar ist in den Häusern unserer Mitglieder verteilt", erklärte er. Der Verein benötigt auf die Dauer von drei bis fünf Jahre ein Vereinsheim bei einer Kündigungsfrist von einem Jahr. Dazu gehöre ein Schieß-, ein Aufsichts- und ein Aufenthaltsraum, ein Umkleidezimmer, ein Lagerraum und sanitäre Anlagen.

Dazu würden sich zwei ehemalige Klassenzimmer im ehemaligen Schulgebäude im ersten Stock eignen. Die Schulwiese könnte für Sommerbiathlon, Bogenschießen und Ferienprogramm genutzt werden. Natürlich müsse der Verein die Schießstandrichtlinien und Maße sowie Sicherheitsvorkehrungen beachten. Gewinne erziele der Verein nur aus Mitgliedsbeiträgen von rund 100 Personen, Einnahmen aus Selbstbewirtung und von Schießgeldern.

Daher unterbreitete Kopp den Gemeinderäten einen Entschädigungsvorschlag: Die Schützen tragen die Nebenkosten und sorgen für die regelmäßige Reinigung von Räumen und Wegen. Joachim Iwanek schätzte die benötigten Räume auf 500 Quadratmeter und fand es sehr seltsam, dass der Schützenverein keine Miete zahlen wolle. Richard Leißner gab auch den Wertverlust des Gebäudes zu bedenken und erklärte, dass eine Miete unbedingt erforderlich sei. Nach einiger Diskussion wurde beschlossen, in der Septembersitzung den Quadratmeter-Mietpreis des Gebäudes festzulegen. Bürgermeister Durst hielt zwei Beschlüsse fest: Zum einen wurde mit sieben zu fünf Stimmen der Beschluss rückgängig gemacht, das Gebäude zu verkaufen und einen Makler einzuschalten. Zum anderen sollen die Kaltmiete des Schulgebäudes ermittelt sowie die Rahmenbedingungen geklärt werden.

Ein Maklerbüro soll mit der Vermietung des Gebäudes zu akzeptablen Mietkonditionen beauftragt werden. Gleichzeitig soll der Zustand der elektrischen und sanitären Anlagen von einer Fachfirma ermittelt werden. Dieser Beschluss wurde mit zehn zu zwei Stimmen gefasst.

"Nichts überstürzen"


Bürgermeister Hans Durst: "Wir wollen nichts überstürzen und nicht um jeden Preis das Gebäude los werden." Schützenmeister Christian Kopp berichtete im Gemeinderat detailliert über den Umbau und die Nutzung des ehemaligen Eschenfeldener Schulhauses als Schützenheim.

Ein Bauantrag lag noch vor: Heinz Müller möchte seine Kfz-Werkstatt erweitern. Der Gemeinderat stimmte dem zu. Der Bürgermeister gab bekannt, dass der St.-Johannes-Kindergarten am Samstag, 17. September, sein 40-jähriges Jubiläum feiert und die Gemeinderäte dazu einlädt.
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