Hirschbach reduziert Schulden und sieht Licht am Ende des Tunnels
Raus aus dem "Tal der Tränen"

Im Hirschbacher Investitionsplan bis 2019 ist auch die alte Schule in Eschenfelden enthalten. Ohne neue Nutzung ist daran gedacht, sie abzureißen, um Platz zu schaffen für ein kleines Baugebiet. Bild: Huber
Politik
Hirschbach
29.04.2016
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Es war eine Durststrecke. Daraus machte Bürgermeister Hans Durst nie ein Hehl. Schon früher bei Bürgerversammlungen bezeichnete er die Haushaltslage von Hirschbach als "Tal der Tränen". Doch nun scheint es durchschritten, am Ende des Tunnels ist Licht zu sehen.

Der Schuldenberg wird kleiner und die Gemeinde kann langsam wieder etwas "durchschnaufen". Das war die Botschaft der jüngsten Sitzung im Rathaus in Eschenfelden, bei der Haushaltsplan und -satzung für 2016 einstimmig verabschiedet wurden.

Schulden sinken deutlich


Demnach sank der Schuldenstand von Hirschbach von 2 028 644 zum Ende von 2014 auf 1 437 684 Euro zum Jahresschluss 2015 und, wenn alles "planmäßig" läuft, dann ist heuer am 31. Dezember die Gemeinde noch mit rund 1,139 Millionen Euro im Minus. Die Pro-Kopf-Verschuldung ist dann von 1672 auf 944 Euro gesunken, hieß es in der Sitzung. Demnach machte dies eine Sondertilgung von knapp 500 000 Euro neben der jährlichen Tilgung möglich. Auch heuer würden wieder knapp 300 000 Euro zurückbezahlt.

Kämmerer Thomas Pirner hatte errechnet, dass, "wenn nichts dazwischenkommt", die Gemeinde in sieben Jahren schuldenfrei wäre. Die Fortschreibung des Haushaltskonsolidierungskonzepts steht nach wie vor im Vordergrund. Auch 2016 hofft die Gemeinde wieder auf die Bewilligung einer Stabilisierungshilfe wie im letzten Jahr von 200 000 Euro. Für 2016 ist außerdem vorgesehen, aus der allgemeinen Rücklage von etwa 560 000 Euro zum Ende des Jahres ein fällig werdendes Darlehen in Höhe von 200 000 Euro zurückzuzahlen. Das spart laut Kämmerer 12 300 Euro an Zinszahlungen ein.

Die Hebesätze der Realsteuern wurden nach seiner Auskunft im vergangenen Jahr an den Landesdurchschnitt angepasst. Sie betragen jetzt für Grundsteuer A und B jeweils 360 Prozent und für die Gewerbesteuer 380 Prozent. In der Investitionsplanung bis 2019 steht das ehemalige Schulgebäude, das noch eine Verwendung sucht. Sollte es zu einem Abriss kommen, um ein kleines Baugebiet zu erschließen, würden sich Ausgaben und Einnahmen in etwa die Waage halten. Geplant ist ferner eine barrierefreie Bushaltestelle vorm Rathaus mit ebensolchem Zugang zur Gemeindezentrale mit Kosten von rund 205 000 Euro, wobei die Förderung 90 Prozent beträgt.

Laternen auf LED umstellen


Den gleichen Satz gibt es für den Ausbau der reparaturbedürftigen Verbindungstrasse von Achtel nach Hartenstein. Darüber hinaus soll die Straßenbeleuchtung auf LED umgerüstet werden - 50 000 Euro sind dafür in den nächsten zwei Jahren vorgesehen. Stark gefördert wird außerdem die Breitbanderschließung, die heuer und 2017 mit jeweils 340 000 Euro im Plan steht.

Für die Wasserversorgung benötigt die Gemeinde ein neues Auto und hat dafür 20 000 Euro veranschlagt. Mit 26 Prozent ist Hirschbach an der Energie-Eschenfelden-GmbH beteiligt. Die Jahresrechnung 2015 wurde im Verwaltungshaushalt mit rund 2 270 773 und im Vermögenshaushalt mit 1 528 014 Euro festgestellt.

Eckdaten des Haushalts 2016Einnahmen

Grundsteuer A: 24 450 Euro Grundsteuer B 74 850 Euro Gewerbesteuer: 270 000 Euro Einkommensteuer: 490 000 Euro Umsatzsteueranteil: 46 500 Euro Hundesteuer: 4000 Euro Schlüsselzuweisungen: 411 240Euro Konzessionsabgabe Eon: 30 000 Euro Vergütung PV-Anlagen: 16 000 Euro Wassergebühren netto: 112 000 Euro Kanalgebühren Eschenfelden: 57 000 Euro Kanalgebühren Hirschbach: 185 000 Euro Friedhofsgebühren: 4000 Euro Betriebskostenförderung Kiga: 125 000 Euro Freibad: 37 040 Euro

Ausgaben

Personalausgaben: 191 740 Euro Kreisumlage: 470 000 Euro Umlagesatz: 44 Prozent VG-Umlage: 175 000 Euro (145 Euro je Einwohner) Grundschulumlage: 63 000 Euro (1575 Euro je Schüler) Hauptschulumlage: 42 700 Euro (3050 Euro je Schüler) Betriebskosten Kindergarten: 246 000 Euro Gewerbesteuerumlage: 54 000 Euro Zinsausgaben für Kredite: 42 000 Euro Straßenunterhalt: 180 000 Euro Bezug von Fremdwasser: 34 000 Euro Stromkosten Straßenbeleuchtung: 19 000 Euro Freibad: 62 040 Euro


Außerplanmäßige Ausgaben genehmigtNeben der einstimmigen Etatgenehmigung wurden auch die außer- und überplanmäßigen Ausgaben einhellig bewilligt: Rund 30 000 Euro mehr wurden für die Innensanierung des Rathauses mit neuen Fenstern, Fußböden und Möbeln für den Sitzungssaal fällig. Schachtsanierungen in beiden Kanalnetzen schlugen statt der vorgesehenen 8000 mit rund 15 000 Euro zu Buche und auch drei Schadensfälle im Kanalbereich Eschenfelden kosteten etwa 8500 Euro mehr als zuvor einkalkuliert. An die 5300 Euro mehr wurden ferner in die Erweiterung der Straßenbeleuchtung im Oberen Dorf in Eschenfelden gesteckt und knapp weitere 3000 Euro kostete der Neuanschluss der Sirene in Hirschbach. Außerdem stand eine höhere Abschlagsrechnung an Architektenhonorar mit über 16 000 Euro zu Buche. (rrd)
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