International bekannter Graffiti-Künstler nimmt sich einen Rennwagen aus dem Speedtreibhaus vor
Mit Bardot auf der Motorhaube

Der von "WON ABC" verzierte Marcadier R 1133 Canman ist ein gefragtes Stück. Demnächst verleiht ihn das Speedtreibhaus für einige Monate an das Museum der Fantasie, auch bekannt als Buchheim-Musuem. Bilder: hfz (2)
Vermischtes
Hirschbach
25.06.2016
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Einst ließ Markus Müller seiner Kreativität an Zügen der Münchener U-Bahn freien Lauf. Das kam bei deren Betreibern gar nicht gut an. Umso begeisterter ist Horst Linn davon, was der Künstler jetzt aus einem zweisitzigen Rennwagen gezaubert hat.

Eschenfelden. Quasi über Nacht machte sich Markus Müller in den 90er-Jahren einen Namen, als der gebürtige Weidener mit zwei Freunden Graffiti auf Münchner U-Bahn-Züge sprühte. Die einen nannten es Kunst, aber die Bundesbahn stellte Strafanzeige und klagte Schadenersatz ein. Die Sendung "Live aus dem Schlachthof" brachte den Fall ins Bayerische Fernsehen. Was dann passierte, fasst eine Pressemitteilung der Linn High Therm GmbH wie folgt zusammen.

Der Eschenfeldener Unternehmer Horst Linn gab bei Markus Müller ein Graffito in Auftrag, das im Fernsehen versteigert werden sollte, um die Schulden abzuzahlen. Linn bot selbst mit und bekam den Zuschlag. Später ließ er weitere Bilder fertigen, mit denen die Firma Linn High Therm Messestände schmückte. Inzwischen ist Markus Müller als "WON ABC" bekannt, stellt in vielen Museen aus und reist durch die Welt, um auf Einladung von Städten oder Regierungen Gebäudewände zu verzieren; derzeit in Shenzhen in China.

Anfang 2015 eröffnete Horst Linn sein Oldtimermuseum, das Speedtreibhaus, in Eschenfelden. Die Idee, einen zweisitzigen Rennwagen Marcadier R 1133 Canman aus dem Baujahr 1973 zu verschönern, nahm im Herbst vergangenen Jahres Gestalt an. Müller machte einen Entwurf, der Linn gefiel. So wurde das Werk mit Brigitte Bardots Gesicht auf der Frontseite der Karosserie in 450 Stunden realisiert. Vor wenigen Tagen wurden die Karosserieteile dann im Speedtreibhaus montiert. Die Entstehung dieses Werks hat der Künstler von einem Münchner Profi-Fotografen dokumentieren lassen.

Im Buchheim-Museum in Bernried am Starnberger See weckten die Bilder Interesse. Sein Direktor bat, das Auto als Leihgabe für eine Kunst-Ausstellung von Mitte Juli bis November zu bekommen. So lange muss Horst Linn dann auf sein neues Schmuckstück verzichten.
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