Wolfgang Gössl, Chef der Sommerseit'n, erliegt Herzleiden
Seine Musik bleibt unvergessen

Vermischtes
Hirschbach
16.02.2016
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Man kann es gar nicht glauben und die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer - Wolfgang Gössl ist tot. Der exzellente Musiker, Kopf der überregional bekannten Band Sommerseit'n wurde nicht einmal 52 Jahre alt. Im Klinikum Erlangen erlag er seinem schweren Herzleiden.

Mit dem Trio Sommerseit'n, dazu gehörten noch sein Cousin Peter Gössl und Erich Übler aus Illschwang, feierte er große Erfolge. Immer wieder holten sie sich einen vierten Mann dazu. Unvergessen bleibt der legendäre Auftritt am 15. August 1993 beim Open-Air der Zillertaler Schürzenjäger in Finkenberg vor 50 000 Zuhörern. Schon 1990 unterzeichnete Wolfi Gössl den ersten Plattenvertrag für das Sommerseit'n-Trio bei der Tramplan-Company mit den Zillertaler Schürzenjägern als Produzenten. Die Aufnahmen für die erste CD "So spiel'n wir" fanden Anfang 1991 bei der Firma Tyrolis in Zirl bei Innsbruck statt.

Auftritte in den USA


Im April 1991 wurde diese CD dann in der überfüllten Sängerhalle in Hartmannshof dem heimischen Publikum vorgestellt. Im gleichen Jahr flogen die drei noch zu Auftritten nach Dallas und Austin in Texas/USA. Weitere CDs folgten. Auf allen Alben stammen viele Titel aus der Feder von Wolfgang Gössl. Nur fünf Tage nach dem Auftritt in Finkenberg gab es einen Konzertabend zusammen mit den Kastelruther Spatzen in Oberferrieden bei Burthann. Es folgten noch zwei weitere dieser Art. Die Sommerseit'n trat auch zweimal im ZDF-Sonntagskonzert auf. Einmal 1995 im Skigebiet Montafon mit Hiata-Madl und 1998 auf dem Kärntner Gletscher bei Flattach mit Schifoan von Wolfgang Ambros. Diesen Titel hat die Gruppe eigens auf Wunsch des ZDF neu aufgenommen. Ein Höhepunkt im Hirschbachtal waren viele Jahre die Sommerseit'n-Fan-Feste.

Die Liebe zur Musik ist dem Wolfi Gössl in die Wiege gelegt worden, war er doch von beiden Elternteilen vorbelastet. Väterlicherseits von der aus dem Egerland stammenden Musikantenfamilie Gössl und mütterlicherseits auch vom Onkel Franz aus Hegendorf. Der "Mach-Franz" war ebenfalls ein Erzmusikant.

Es hieß, der kleine Wolfi konnte noch nicht einmal sprechen, aber schon Hänschen-Klein summen. Da war sowohl Vater Rudi als auch Mutter Christa schnell klar, dass der Bub musikalisch begabt war. Als erstes lernte er mit acht Jahren Akkordeon beim "Schertl Paule" in Königstein, Klarinette und Saxophon beim "Tuchbreiter Hartl" damals noch in Klausen und den Geigenstrich brachte ihm der "Flierl-Pumperer" aus Sulzbach-Rosenberg bei.

Die ersten offiziellen Auftritte gab es zusammen mit seinem Cousin Peter Gössl und Andreas Hering aus Königstein. Drei Jahre lang fuhren die Väter die drei Buben zu ihren Auftritten und holten sie danach auch wieder ab. Zuvor hatten sich Wolfi mit seiner Quetschn und Cousin Peter mit der Trompete als Straßenmusikanten geübt. Hinter dem Anwesen im Reichental gab es viele Wanderer und denen spielten die beiden einen Strauß-Walzer und stellten einen Hut davor auf. Das brachte doch etwas Kleingeld in die Kasse.

Zufällige Gründung


Die nächste Station waren die Silver Boys, die der Wolfi zusammen mit Andreas Hering, Rudi Hölzl und Robert Hofmann gründete bis er nach wiederum drei Jahren zu der bekannten Bierzelt- und Stimmungsband Hammerbachtaler Musikanten wechselte. Diese begleiteten oft bekannte Künstler aus der Volksmusikszene wie Jodlerkönig Sepp Viellechner oder Gitti und Erika, die mit dem Lied "Heidi" bekannt wurden.

Schlechtes Wetter war schuld, dass sich das Trio Sommerseit'n überhaupt gründete. Damals spielten alle drei bei den Happy Sound. Diese sollten den Neidsteiner Kirchweih-Montag bestreiten, doch es war alles andere als Biergarten-Wetter. So kam Keyboarder Gert auf die Idee, dass die drei nur mit Quetschn, Bass und Gitarre spielen sollten und die Gäste waren begeistert, wie man ohne zu proben so einen Auftritt spielen konnte. Das war somit der Geburtsabend des Sommerseit'n-Trios, dessen Kopf und Triebfeder immer Wolfgang Gössl war.

Für Funk- und Fernsehen


Daneben gab es aber auch immer wieder die Hirschbachtaler Musikanten, die Familienformation mit Onkel Sepp Gössl, Cousin Peter und Rudi und Wolfgang Gössl. Sie spielten dann, wenn in Hirschbach Volksmusik gefragt war, auch für Funk- und Fernsehaufnahmen. Wolfi musizierte aber auch oft mit den Ringsee-Boum an der Seite von Helmut Hubmann oder den Bergwald-Musikanten und zuletzt auch noch an der Seite von Freund Stefan Schmidt bei Blase und die Badelatschen.

Daneben fand er aber auch noch Zeit für seinen Beruf in den Eckart-Werken und später bei der Hage-Edition in Eschenbach. 1993 gründete er mit seiner Frau Sabine eine Familie und wurde Vater von seinen beiden Töchtern Julia und Alina. Seit über zehn Jahren lebte er dann zusammen mit Lebensgefährtin Beate in Hersbruck. Die Trauerfeier ist am Donnerstag, 18. Februar, um 14.30 Uhr in der Hirschbacher Kirche; anschließend Beisetzung im Friedhof.
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