Wiesenkirchweih gibt es seit 1576
Allersburg hängt München ab

14 Kirchweihpaare tanzen heuer bei der Wiesenkirwa in Allersburg den Baum aus. Dazu wünschen sich die Lauterachtaler Sonne zum chillen und zahlreiche Gäste. Bild: bö
Kultur
Hohenburg
24.09.2016
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Chillen in der Spätsommersonne und viele Wiesenbesucher wünschen sich die Allersburger Kirchweihpaare und die Dorfgemeinschaft für ihre Wiesenkirchweih am nächsten Wochenende. Sie beginnt am Freitag, 30. September, und dauert bis Montag, 3. Oktober.

Allersburg. Was den Münchnern die Wies'n bedeutet, das bieten die Allersburger schon seit dem Jahr 1576 an. Rein rechnerisch findet die Allersburger Wiesenkirchweih heuer zum 440. Mal statt. Ob es Ausfälle gegeben hat, ist freilich nicht bekannt. Das Münchner Oktoberfest wird erst seit 1810 abgehalten: Da haben die Allersburger einen deutlichen Vorsprung. Die Dorfgemeinschaft lädt zudem zum Mitfeiern des Patroziniumsfestes ein.

Auftakt mit Weinfest


Am Freitag, 30. September, ab 20 Uhr laden die Kirchweihpaare zum Weinfest ins Zelt ein. Am Samstag, 1. Oktober wird um 14 Uhr der Baum aufgestellt. Ab 20 Uhr spielt die Band "Keine Ahnung" im beheizten Zelt auf. Am Sonntag, 2. Oktober, bittet die Pfarrei um 8.45 Uhr zum Patroziniumsgottesdienst in die Pfarrkirche St. Michael. Mittagstisch im Zelt. Am Nachmittag folgt großer Zelt- und Wiesenbetrieb mit "Budenzauber", Autoscooter, Kinderkarussell, Schiffschaukel, Losbuden und anderen Fieranten. Um 14.30 Uhr tanzen 14 Paare den Baum aus. Danach spielt die Trachtenkapelle Hohenburg auf.

Am Kirchweihmontag ist ab 14 Uhr Kindernachmittag mit Bewirtung im Zelt und der Kirwabär wird durchs Dorf getrieben. Zum Ausklang spielt ab 20 Uhr die Gruppe "D'Spalter" auf. (Hintergrund)

Hintergrund"St. Michael bringt in Allersburg die Wiesenkirchweih mit", sagt eine örtliche Redewendung. Das Patroziniumsfest zu Ehren des Heiligen Michael in Allersburg gehört wohl zu den ältesten, schriftlich überlieferten Kirchweihfesten der Region.

Die Ursprünge der Wiesenkirchweih reichen bis ins Jahr 1576 zurück, in eine Zeit, als der bischöfliche Pfleger aus dem benachbarten Hohenburg und der Vertreter der Herrschaft der Pfalzgrafen von Neuburg an der Donau aus Lutzmannstein zur Wiesenkirchweih angerückt kamen, um das Recht des Kirchweihfriedens auszuüben. Es wäre damals fast zur handfesten Auseinandersetzung zwischen den Parteien gekommen, denn jede Abordnung wollte das Standlgeld als Zubrot in seiner Kasse haben.

Die Pfarrkirche St. Michael, eine ehemalige Wehrkirche, konnte bereits 1999 ihr 1150-jähriges Bestehen feiern. (bö)
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