Auch an den Habicht ist gedacht

In diesem modernen Legehennen-Stall sind nur noch wenige Restarbeiten erforderlich, damit insgesamt etwa 15 000 Junghennen auf dem Hof der Familie Schaller ihr neues Zuhause beziehen können. Bild: gf
Lokales
Hohenburg
08.09.2015
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Markus (links) und Daniela Schaller zeigten Florian Junkes (rechts) und Willibald Götz die Anlagen. Bild: gf

Den Tag der offenen Stalltür haben Daniela und Markus Schaller etwas vorgezogen. Denn wenn in ihren neuen Stall erst die fast 15 000 Legehennen eingezogen sind, müssen die Menschen draußen bleiben - oder hygienische Schutzkleidung überziehen.

Ein Besucherraum ist dann aber im Gebäude integriert und gewährt jedermann Einblick in den Betrieb. Alles ist etwas größer im neuen Legehennenstall, den die Schallers am Ortsrand von Lammerthal in knapp drei Monaten Bauzeit errichten ließen. Zeitlebens war Markus Schaller schon als Nebenerwerbslandwirt tätig, jetzt hat er für das Halten der Legehennen eine Ausbildung zum Tierwirt, Fachrichtung Geflügel absolviert.

Wintergarten für Hennen

Im Alter von etwa 18 Wochen kommen die Junghennen in den Geflügelhof. Sie können sich einige Wochen eingewöhnen, bevor sie mit dem Eierlegen anfangen. Gut soll es seinen Legehennen gehen, sagt Markus Schaller. Dafür stehen ihnen 2200 Quadratmeter Stallfläche sowie ein "Wintergarten" zur Verfügung. Nach Gutdünken können sich die Hennen in der überdachten Auslauffläche oder auf gut sechs Hektar Weidefläche aufhalten, auf der Gras, Klee und Wildkräuter angesät sind. Dort sind Schutzhütten verteilt, in denen sich die Hennen verstecken können, falls ein Habicht auftaucht.

"Zweimal wöchentlich wird der Stall ausgemistet", betont Markus Schaller. Den organischen Dünger verwende er auf eigenen Feldern oder liefere an andere Landwirte und Betreiber von Biogasanlagen. Anfang Oktober sollen die ersten braunen Junghennen angeliefert werden, deren braune Eier an die Packstelle der Endres-Ei GmbH in Großrindenfeld zur weiteren Vermarktung über ganz Bayern geliefert werden. Naturnahe Hühnerhaltung genieße beim Verbraucher hohes Ansehen, sagt Schaller, dafür werde auch etwas mehr bezahlt. Ab Hof werde er ebenfalls Eier anbieten, sogar rund um die Uhr mit einem Eierautomaten, aus dem Packungen mit zehn Eiern gezogen werden können.

Wenn schlechtes Wetter herrscht, sorgen Be- und Entlüftung für gesundes Stallklima. Die Hennen haben freie Auswahl, ob sie im "Wintergarten", einer geschützten Frischluftzone, in der überdachten Auslauffläche oder unter freiem Himmel scharren wollen. Das Stalldach ist mit einer PV-Anlage bestückt, die tagsüber den Strom für den Eigenverbrauch liefert.

Schaller erzählte, er plane das Unternehmen seit 2012. Seine Vermarktungswege habe er bereits erschlossen und gesichert, bevor er mit dem Bau des Stalls begonnen habe. Ab dem 17. April 2015 sei es zügig vorangegangen, so dass er in etwa einem Monat, wenn die Handwerker die letzten Arbeiten erledigt hätten, die ersten Legehennen einstallen könne.

Große Auslaufflächen

Schaller führte schließlich den Hohenburger Bürgermeister Florian Junkes und den Leitenden Landwirtschaftsdirektor Willibald Götz durch den Stall und wies auf die Auslaufflächen hin, von denen sich auch künftige Verbraucher ein Bild machen konnten. "Jeder soll sehen können, wo seine Eier herkommen, die leckersten Eier natürlich vom Schallerhof", so lautet Schallers Leitsatz.
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1 Kommentar
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Ursula Köster aus Amberg in der Oberpfalz | 06.03.2016 | 17:07  
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