Beeindruckt vom Flatterer

Zusammen mit Projektleiter Rudolf Leitl, der als einer des versiertesten Fledermauskenner Deutschlands gilt, beobachtete Umweltministerin Ulrike Scharf die Großen Hufeisennasen im Hohenburger Fledermaushaus.
Lokales
Hohenburg
11.09.2015
11
0

"Ich sehe den Besuch des Sommerquartiers der Großen Hufeisennase als einen Highlight-Termin in diesem Herbst": Beeindruckt von dem, was sie im Domizil der Flattermänner sah, war Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf.

Die prominente Besucherin lobte bei ihrem Besuch in Hohenburg am Mittwochabend das "großartigen Projekt" Fledermaushaus einen "Gewinn für den Artenschutz in Bayern". Die kleinen Flatterer machten sich gerade für ihren nächtlichen Jagdausflug nach Insekten fertig, als die Ministerin ihren Rundgang durch das ehemalige Ackerbürgerhaus am Hohenburger Marktplatz absolvierte.

Seit Amtsantritt Thema

"Sie müssen unbedingt die großen Hufeisennasen in Hohenburg besuchen", habe man ihr schon beim Amtsantritt im September 2014 mit auf den Weg gegeben, erzählte Scharf. Die Akzeptanz der Fledermaus weiter zu fördern, ist ihr ein großes Anliegen. Dabei verwies sie auf das EU-Life-Projekt 2012 (Hintergrund). Etwa eine Million Euro hätten verschiedene Verbände, der Bezirk Oberpfalz und der Freistaat hier investiert - und die Erfolge könnten sich sehen lassen.

Aus etwas über zehn Tieren vor 15 Jahren ist die Population im Hohenburger Quartier auf 142 angewachsen. Neun Jungtiere waren es 1996/1997, heute sind es bereits 45 Fledermauskinder. "Bei der Sommerzählung in diesem Jahr haben wir insgesamt 142 große Hufeisennasen gezählt", informierte der Betreuer des Hohenburger Projektes, Rudolf Leitl.

Herausragendes Projekt

Die Aktion "Fledermäuse willkommen" habe sich als herausragendes Projekt in Sachen Artenschutz in Bayern entwickelt: "Die Hohenburger haben da mit dem Fledermaushaus eine Vorreiterrolle übernommen, die nicht hoch genug eingeschätzt werden kann", unterstrich die Ministerin. Warum gibt es in Hohenburg gerade diese Fledermäuse? Rudolf Leitl kennt die Gründe: Die vielen Karsthöhlen, die warmen, ruhigen Quartiere auf den Dachböden der Ackerbürgerhäuser und vor allem die Landschaft bieten dieser seltenen Art einen (Über-)Lebensraum.

Wie Forstdirektor Manfred Kellner vom Bundesforstamt Hohenfels anmerkte, habe seine Dienststelle als assoziierter Partner des Life-Projektes eine besondere Bedeutung. "Mit der Kirche in Bergheim und in Kirchenödenhart können die Fledermäuse hervorragende Sommerquartiere buchen." Seit zwei Jahren seien jetzt die Großen Hufeisennasen in den beiden ehemaligen Kirchen nachgewiesen: "Über 16 000 Hektar Truppenübungsplatzfläche und keine Pestizidausbringung kommen unseren Fledermäusen und vielen anderen bedrohten Tierarten zugute".
Weitere Beiträge zu den Themen: Umweltministerin (236)September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.