CSU Hohenburg macht sich Gedanken um Ortskern und Ungleichbehandlung
Nicht jedes Denkmal zu erhalten

Lokales
Hohenburg
16.03.2015
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Die Hohenburger CSU hat Ortsvorsitzenden Florian Junkes in seinem Amt bestätigt. Für mehr Gesprächsstoff sorgten bei der Jahreshauptversammlung allerdings das neue kommunale Denkmalschutzkonzept (KDK) und die Ungleichbehandlung der Anrainergemeinden bei den Truppenübungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels.

Florian Junkes erinnerte in seinem Bericht an die Bürgermeister-Stichwahl 2014 in Hohenburg. 54 Prozent der Stimmen entfielen auf Junkes als CSU/FW-Bewerber. Er betonte, dass er von seinem Vorgänger Gerhard Schärl ein gut bestelltes Haus übernommen habe. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit als Bürgermeister, so Junkes, liege darin, die historische Bausubstanz im Ortskern wiederzubeleben. Die Lösung der Pfarrhofsanierung müsse hier mit einbezogen werden. Der Bevölkerungsrückgang mache es schwieriger, den denkmalgeschützten Ortskern zu erhalten. Es gehe jetzt nicht mehr vordergründig um die Marktplatzsanierung, sondern darum, die historische Bausubstanz im Besitz der Gemeinde aufzuwerten und gezielt zu revitalisieren.

Mehr Zusammenarbeit

Kreisrat Sebastian Schärl berichtete, dass sich der Landtag Anfang März mit der Zukunft des Denkmalschutzes in Bayern beschäftigt habe. Laut dem neuen kommunalen Denkmalkonzept werde stärker auf die Kooperation zwischen Gemeinde, Bürger und Behörden gesetzt. Er fordere daher, so Schärl, mehr Bürgerbeteiligung und Bürgermitwirkung im Zuge einer Dialogplanung.

Sein konservatorisches Gewissen bestehe nicht nur aus der Forderung "Reißt das alte Glump endlich ab!". Er wisse auch um die kulturpolitische Herausforderung, Baudenkmäler für kommende Generationen zu erhalten. Aber mit Blick auf die Neuausrichtung des Denkmalschutzes hoffe er auf die Einsicht der Behörden, dass unter dem massiven Druck des Bevölkerungsrückgangs in Hohenburg nicht mehr jedes Denkmal unversehrt gesichert werden könne.

Nach dem wiederholten Zusammentreffen mit Generalkonservator Mathias Pfeil in München, der im September 2014 Hohenburg besuchte, hat Bürgermeister Junkes eine erste strategische Bilanz gezogen. "Zur Bewältigung der Hohenburger Sonder- und Problemstellung, von der der denkmalgeschützte Bestand besonders betroffen ist, (zum Beispiel Leerstand infolge zweimaliger Ablösung des Hinterlandes und demografischer Entwicklung) setzt die Marktgemeinde klar auf die Hilfe von außen und erwartet die Unterstützung der Politik in Form von Modelllösungen", sagte Junkes.

Endlich Ausgleichsgelder

Eine klare Forderung in Richtung Ausgleichsleistungen für Truppenübungsplatz-Anrainer kam aus der Versammlung. Warum es eine Ungleichbehandlung der Anrainergemeinden in der Umgebung der Übungsplätze Grafenwöhr und Hohenfels gebe, diese Frage müsse endlich aufgeklärt werden, verlangte der stellvertretende Bürgermeister Manfred Braun. Er erwarte von den Vertretern der Region im Landtag und bei der Staatsregierung Lobbyarbeit.

Bei der Aufarbeitung und Aufklärung der Ungleichbehandlung müsse es Landtag und Staatsregierung ernst sein. "Wenn ein politischer Wille besteht, kann man Probleme lösen", stellte Braun fest. Auch Kreisrat Schärl sprach Klartext: Die ungleiche Behandlung resultiere aus fehlerhaften Informationen im Landtag.
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