Helfer vor Ort Hirschwald in einem Jahr 59 Mal im Einsatz - Förderverein wächst
Die billigste Lebensversicherung

Benny Wood, Bürgermeister Florian Junkes und Fördervereins-Vorsitzender Ulrich Hager (von links) präsentieren eine vom Roten Kreuz zur Verfügung gestellte Grundausstattung für die Helfer vor Ort. Eine weitere und einen Defibrillator für Hohenburg will der Förderverein jetzt anschaffen. Bild: e
Lokales
Hohenburg
04.02.2015
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Sie sind die wohl billigste Lebensversicherung, die es gibt - die Helfer vor Ort (HvO) Hirschwald. Sofort bestätigen werden dies all jene, die vom schnellen Handeln der Ersthelfer im Gemeindebereich und angrenzenden Ortschaften bereits profitiert haben. Einige verdanken ihnen sogar ihr Leben. Allein 2014 hatten die HvO 59 Einsätze, darüber informierte jetzt ihr Förderverein in einem Pressegespräch.

Öfter als die Feuerwehr

Die Helfer vor Ort leiten lebensrettende Sofortmaßnahmen ein, bis die professionellen Retter eintreffen: Jede Sekunde kann entscheidend sein, um ein Menschenleben zu retten. Ein Vorteil ist für die HvO dabei natürlich ihre Ortskenntnis.

59 Mal im Einsatz, das bedeutet in diesem Fall aber auch: ehrenamtlich, also unentgeltlich. So oft muss manche Feuerwehr nicht ausrücken, obwohl sie bestens ausgerüstet ist. Darauf wies Schatzmeister Karl Schmidt hin: "Die drei Ersthelfer fahren öfter zu Einsätzen, ohne unterstützt zu werden wie die Feuerwehr. Deshalb war es höchste Zeit, einen Förderkreis zu gründen". Benny Wood (Mendorferbuch) Max Heimler (Hohenburg) und Regina Armbruster (Hohenburg) - das sind hoch motivierte und gut in Erster Hilfe ausgebildete First Responder (Sanitäter vor Ort) im Gemeindebereich. Im März bekommen sie noch einen vierten Helfer zur Unterstützung dazu, kündigten Fördervereins-Vorsitzender Ulrich Hager und Karl Schmidt an.

Der Förderverein wurde am 19. Januar 2014 mit 37 Mitgliedern gegründet - nicht zuletzt, um den Helfern neben der vom Roten Kreuz gestellten Grundausstattung weitere Ausrüstung zukommen zu lassen. Das haben die Bürger im Hohenburger Einzugsgebiet mittlerweile erkannt und schätzen gelernt. Der Beweis dafür: Bis November 2014 hatte der Förderverein 57 Mitglieder, nach einer Aktion zu Weihnachten, die auch Bürgermeister Florian Junkes unterstützte, stieg diese Zahl auf 117. Also eine Verdreifachung innerhalb eines Jahres - das kann kaum ein anderer Verein vorweisen. Der Mitgliederbeitrag liegt jährlich bei zwölf Euro. Dabei hatte der Förderverein anfangs durchaus Probleme: "Von politischer Ablehnung bis zur totalen Befürwortung" lag die Akzeptanz, blickte Hager zurück. In Hohenburg sei nur einmal wöchentlich halbtags ein Arzt anwesend. Wirklich schnell da seien nur die Helfer vor Ort.

Verein hilft mit Geld

Der Förderverein unterstützt sie finanziell, zahlt auch für den geplanten Vierten im Bunde die Grundausrüstung (Notfallrucksack, Defibrillator/AED, Beatmungsbeutel, medizinischer Sauerstoff, Funkmeldeemfänger). Vorgesehen ist die Anschaffung eines Defibrillators für einen Standort zentral in Hohenburg. Für beides müssen mehrere Tausend Euro ausgegeben werden. Das Credo des Vereins lautet: "Je mehr Mitglieder wir haben, desto mehr können wir für die Helfer vor Ort tun, die nach wie vor über den Notruf 112 alarmiert werden. Das gebe der Bevölkerung Sicherheit und rette möglicherweise Leben. Mit einer Aktion zu Ostern soll die Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht werden.
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