Im Rausch des Drehers

Die Hohenburger haben heuer ein interkommunales Oberkirwapaar. Theresa Hofmann kommt aus Velburg, Josef Heimler aus Hohenburg.
Lokales
Hohenburg
01.08.2015
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Wenn von verwirrenden Glockenschlägen, brennenden Mähdreschern und undichten Odlfasseln gesungen wird, dann ist Kirwazeit. Einer der Höhepunkte in Hohenburg war heuer das Aussingen auf der Gstanzlbühne.

"Oh Kirwa lou niat nou, oh bleib doch nu as bisserl dou", singt man nach einer Oberpfälzer Volksweisheit. Dass dies auch im Lauterachtal so ist, dazu trugen die Hohenburger Kirwaleit und ihre Gäste ein großes Stück mit bei. 14 Paare tanzten heuer in der Fußgängerzone zwischen Rathaus und Kirchturm den Baum bei bestem Sommerwetter aus. Am Montagabend war sogar die Stadtkapelle aus Velburg zu einem Standerl ins Lauterachtal gekommen.

Dass letztlich die Kirwa auch heuer wieder so gut gelaufen ist, verdankt man wohl dem erst vor drei Jahren gegründeten Verein der Hohenburger Kirchweihleit, die sich der Pflege dieses Brauchtums angenommen haben. Rekordverdächtig war der Auftritt der Kirchweihpaare aus Mendorferbuch, die "zwecks da Gaudi" nach Hohenburg kommen und beim Gstanzlsingen kräftig mitmischen. Für den Vorsitzenden der Hohenburger Kirchweihleit, Johannes Reindl, war es ein Anliegen, die Unterstützer zu loben: Angefangen von den Baumspendern Otto Weber und Franz Weber, die heuer eine gertenschlanke Grenzfichte mit 27 Metern Länge gespendet haben, bis hin zu den vielen Helfern und Sponsoren.

Interkommunales Paar

Zum neuen Oberkirchweihpaar wurden heuer Josef Heimler und Theresa Hofmann gekürt. Übrigens heuer ein interkommunales Kirchweihpaar, denn Theresa Hofmann kommt aus Velburg.

Am Kirchweihsonntag besuchten die Paare den Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Jakobus, wo doch Pfarrer Hans-Jürgen Zeitler am Freitagabend bei der Kirwabaumwache zur Verstärkung vorbeigekommen war. Sehr hoch in der Gunst der Gäste stand das Baumaustanzen und das Aussingen: Da wurde der neue Hohenburger Hühnerbaron aufs Korn genommen und dem rückwärts laufenden Zeitgenossen zugeschaut. Der zerdepperte Gartenzaun kam aufs Gstanzltablett, und im Markt wurde nach einem neuen Wirtshaus Ausschau gehalten. Das Odelfass soll undicht gewesen sein und eine Wolke 4712 über ganze Straßenzüge gelegt haben. Die Mädels wussten aber auch, wer von der Bierbank gefallen war. Und sie zerrten die Talkshow des RTL-Fledermauscafés im Markt auf die Gestanzlbühne. Man erzählte vom verwirrenden Glockenschlag der Kirchturmuhr, wenn es um "Viertel" schon "Halb" schlägt. Der brennende Mädrescher wurde nochmals von der schnellen Eingreifreserve der Kirwaleute mit einer Radlmaß gelöscht, und die Eintrittskarten beim TuS sollen mittlerweile so hoch im Kurs stehen wie die Tickets der Bayern in der Allianzarena. Es wurde gstanzlmäßig klipp und klar festgestellt, dass kein "Moakerer" nach "Bouch" will, und umgekehrt soll das auch so sein.

Der Baum bleibt im Ort

Freilich, Mitte August wird sich das schon wieder ändern, da wollen die Hohenburger selbstverständlich mit einer starken Abordnung nach Mendorferbuch zur Kirchweih kommen, denn "sonst wärs niat schöi auf der Welt und die Kirwan". So wurde es letztlich in der Kirwabar der Hohenburger besiegelt.

Der Kirwabaum bleibt heuer übrigens in Hohenburg. Jonas Stauber wird ihn wohl hoch droben auf dem Schleicherberg als Trophäe aufstellen oder auf die Säge fahren.
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