Rufe der Fledermaus dennoch unhörbar: Schüler staunen
Laut wie ein Düsenjet

Das ist sie, die Große Hufeisennase. Die Fledermaus wiegt etwa 24 Gramm, hat eine Körperlänge von 7 Zentimetern und eine Spannweite von bis zu 0,4 Meter. Sie kann laut Fachmann Rudi Leitl 200 Rufe pro Sekunde ausstoßen, und zwar in einer Lautstärke von 120 Dezibel, was mit einem startenden Düsenflugzeug zu vergleichen sei. Bilder: hah/hfz
Lokales
Hohenburg
31.03.2015
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Die Lauterachtal-Grundschule hatte Besuch von einer Fledermaus. Natürlich kam sie nicht allein, sondern mit Rudolf Leitl, dem Betreuer des Fledermaushauses in Hohenburg, der eine hier beheimatete Große Hufeisennase mitgebracht hatte. Sie gehört zur Gattung der Fledertiere, die es schon seit 65 Millionen Jahren auf der Erde gibt.

In Hohenburg ist nach Leitls Auskunft auch das sogenannte Große Mausohr vertreten. Der Name Hufeisennase begründe sich durch den hufeisenförmigen Nasenaufsatz der Tiere. Diesen verwende die Fledermaus zur Schallbündelung, das heißt, sie "ruft" aus der Nase, gibt also Laute daraus ab, um sich durch das Echobild-Hören zu orientieren und Beute aufzuspüren, erläuterte der Fachmann den Kindern. Das hat nach seinen Worten den Vorteil, dass die Tiere selbst mit Beute im Mund Laute ausstoßen können.

Die Rhinolophus ferrumequinum, so der wissenschaftliche Name, jagt, indem sie sich an Bäume oder Steine hängt und dann auf die Beute herabfliegt. Dazu gehören vorwiegend Insekten wie Käfer und Nachtschmetterlinge. Eine Große Hufeisennase wiegt laut Leitl ungefähr 24 Gramm, hat eine Körperlänge von 7 Zentimetern und eine Spannweite von bis zu 0,4 Meter. Sie stößt 200 Rufe pro Sekunde aus und zwar in einer Lautstärke von 120 Dezibel, was mit einem startenden Düsenflugzeug vergleichbar ist. "Glücklicherweise können wir diese Rufe nicht hören, da sie in einer so hohen Frequenz ausgestoßen werden, dass sie vom menschlichen Ohr nicht wahrgenommen werden können", berichtete der Experte den staunend lauschenden Kindern.

Zum Leben brauchen diese Tiere große Höhlen als Quartier, Gebäude mit freiem Einflug wie das Fledermaushaus und strukturreiche Landschaften, in denen viele Insekten leben. Rudi Leitl musste seine Ausführungen immer wieder unterbrechen, da vonseiten der Schüler viele interessierte Fragen kamen. Im Anschluss ging er auf die Geschichte des Fledermaushauses in Hohenburg ein (AZ berichtete). Mit Hilfe einer Webcam kann man dort sogar hineinschauen. Ziel des gesamten Projekts ist es laut Leitl, in der Umgebung noch weitere Fledermauskolonien anzusiedeln, um ein Aussterben dieser Tierart zu verhindern.
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