Speicher bleibt der Knackpunkt

Bürgermeister Florian Junkes - neben ihm Xaver Lorenz, Hardy Barth und ZEN-Geschäftsführer Gerhard Kopf (von links) - stellte den Teilnehmern einer Exkursion die Solarpark GmbH im Industriepark vor. Bild: sön
Lokales
Hohenburg
19.05.2015
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"Wenn wir Öl einkaufen, kaufen wir auch vom Islamischen Staat - wir finanzieren also damit auch den Terror": Drastische Worte wählte Bürgermeister Florian Junkes bei einem Besuch im Solarpark. Er wollte damit dokumentieren, dass bei den erneuerbaren Energien jeder durch Änderung seines Verhaltens etwas beitragen kann.

(sön) "Meine Vorgänger haben mit dem richtigen Schritt, die erste kommunale Photovoltaik-Freiflächenanlage Bayerns zu errichten, gute Arbeit geleistet", betonte Hohenburgs Bürgermeister Florian Junkes, als er die Solarpark Hohenburg GmbH auf dem Gelände des Industrieparks Hohenburg vorstellte: Eine Anlage mit einer Leistung von knapp 1100 Kilowatt peak, "die den Energiebedarf von 275 Haushalten mit durchschnittlich 4000 Kilowattstunden pro Jahr decken kann".

Nutzen für die Umwelt

Bei der ökologischen Reihe Runder Tisch des Zentrums für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) mit der Landkreis-Volkshochschule unter dem Titel "Wir gestalten Energie. Gemeinsam." ging Junkes ins Detail. Er beantwortete Fragen, zeigte Perspektiven auf und hob hervor, "dass man zum finanziellen Ertrag auch den ungeheuren Nutzen für die Umwelt beachten muss".

Der ideale Speicher

Anschließend führte in der Gaststätte Hammermühle in Hohenburg Hardy Barth in die Speichermöglichkeit von PV-Eigenstrom ein: "Solaranlagen liefern günstigen und sauberen Strom, doch leider schwankt die Leistung dieser Energiequelle häufig. Trotzdem muss zu jeder Zeit genau so viel Strom zur Verfügung stehen, wie gerade verbraucht wird." Ohne Speicher gehe es nicht - die Frage sei aber, wie dieser beschaffen sein müsste. Ideal wäre er laut Barth dann, wenn er alle Schwankungen des Solarstroms aufnehmen und den Strom wieder so gleichmäßig wie möglich abgeben würde.

"Nicht nur der Rendite- sondern der Umweltgedanke stand bei den Pionieren der Photovoltaik im Vordergrund", betonte Barth. Er zeigte die Möglichkeiten der Speicherung der Sonnenenergie, "den Energieträger, den wir neben der Windenergie in Deutschland nutzen sollten", mit Batteriesystemen und mit AC-IDC- gekoppelten Systemen auf. Die Speicherung mit "SmartHeater" sprach er ebenfalls an: "Dabei wird überschüssiger Solarstrom über eine intelligente Steuerung zur Warmwasseraufbereitung verwendet." Er betonte, dass ein Speicher gerade so groß sein müsse, "dass er für die Nacht reicht und am Morgen wieder aufnimmt".

Noch nichts für jeden

Spannend ist für Barth in Zukunft die Speicherung von ökologischem und umweltfreundlichem Strom durch Elektrofahrzeuge und die Möglichkeit, zurückzuladen - "die Technik wäre sehr interessant". Die Speichermöglichkeiten für Solarstrom rechneten sich derzeit allerdings noch nicht für jeden, bedauerte er. Man müsse den Einzelfall betrachten.

In einer Aussprache, die VHS-Chef Manfred Lehner leitete, spielten neben der Stromspeicherung die Ost/West-Ausrichtung von Photovoltaikanlagen, der Eigenstrom-Verbrauch sowie die verstärkte Aufklärung der Öffentlichkeit eine große Rolle. Die Aufstellung von Ladesäulen für E-Mobile in jeder Kommune, aber auch bei Kaufmärkten, sprach ZEN-Geschäftsführer Gerhard Kopf an.
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