Wie der Lump am Stecka

Bis Kathrein ("Stellt den Tanz ein") ist es nicht mehr weit: Um so größer war der Andrang beim Herbsttanz der Oberpfälzer Volksmusikfreunde unter der Federführung der Hohenburger Kirwaleit im Bürgersaal des Hohenburger Rathauses. Der Auftanz ist immer die Polonaise: Da gehören Vier- und Achterreihen einfach dazu. Bild: bö
Lokales
Hohenburg
03.11.2015
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Für die einen war es ein verfrühter Kathreintanz, um die Volkstanz-Musikkurve zu kriegen, für die anderen ein schöner Herbsttanz unter Freunden: Gelegenheit dazu boten die Hohenburger Kirwaleit.

(bö) Ihr Vorsitzender Johann Reindl freute sich im Bürgersaal des Rathauses über großen Zuspruch beim Herbsttanz der Oberpfälzer Volksmusikfreunde: Sogar der Nebenraum war gut belegt.

Bis aus Neustadt/Waldnaab, Regensburg, Nabburg, Michelfeld und dem Landkreis Neumarkt waren die Freunde der echten Volksmusik gekommen, um sich dieses Ereignis mit den erfahrenen Protagonisten der Houaboucha Zweschbaama nicht entgehen zu lassen. Dazu gesellte sich auch die treue Fangemeinde aus Rieden, Ensdorf und Thanheim samt den Einheimischen.

Bodenständig aufgespielt

Bühnen- und rundfunkerprobt spielte das Ensemble um Hans Merz sein Repertoire an bodenständiger und verstärkerloser Tanzbodenmusik. Auch alt überlieferte Stücke früherer Zeiten aus der Region konnte man hören. Drei Basstrompeten, zwei Trompeten, eine steirische Harmonika, zwei Klarinetten und der große Bombardon von Charly Rudolf sind die typische Besetzung der Hohenburger Hauskapelle in Sachen Volksmusik. Den Abend eröffneten die Volksmusikfreunde mit einer Polonaise, angeführt von Christiane und Werner Weigert. Dazu gehörten neben dem Aufzug der Paare auch Figuren wie der Schlangengang, die Schnecke, eine Gasse, der Laubengang und der Galopp durch die Gasse mit einem Abschwenken zu Vierer- und Achterreihen und ein nahtloser Übergang in den Walzerschritt.

"Tanzen wie der Lump am Stecka" war einmal mehr die Devise des Abends. Dass sich die Balken im Bürgersaal nicht biegen können, dafür haben einst schon die Bauherren des ehemaligen bischöflichen Hofkastens gedacht - und einen doppelten Boden eingezogen. Damals freilich mit einem anderen Hintergrund, nämlich, um den Zehent für die Regensburger Bischöfe dort lagern zu können. Viele Zwiefache, altbekannte Rund- und Figurentänze wie der Marschierboarische, D' schaj Marie, der Kikeriki, der Waldjaga und die Sternpolka wurden ausprobiert: So ein Tanzabend ist auch immer ein Lernabend, betonten Christiane Weigert und Johannes Reindl vom Hohenburger Organisationsteam.

Tanz noch bis Kathrein

Um Mitternacht wurde zu einer letzten Runde aufgespielt. Mit einem gemeinsam gesungenen "Wahre Freundschaft" ging man auseinander - mit dem Versprechen, bis zu Kathrein am 25. November noch den einen oder anderen Volkstanzabend in der Region zu besuchen.
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