Debatte um Kindergarten-Öffnungszeiten
Räte wollen mehr Flexibilitärt

Politik
Hohenburg
14.05.2016
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Eigentlich war das Schreiben an den Träger der beiden Kindergärten adressiert. Es landete jedoch auf anonymem Weg in den Briefkästen einiger Gemeinderäte. Nicht nur deshalb sorgen die beiden Hohenburger Kitas derzeit für einige Debatten.

Kindergärten sind immer sensible Themen. Der demografische Wandel und die damit einhergehenden geburtenschwachen Jahrgänge machen sich längst bemerkbar: Nicht nur die Schulen, auch die Landkindergärten müssen mit flexibleren Betreuungszeiten gegensteuern. So sehen es Bürgermeister Florian Junkes und die meisten Marktgemeinderäte.

Viele Fragen offen


Die Hohenburger Bürgervertreter genehmigten zwar einstimmig die für 2015 beantragte Regelförderung der beiden Kindergärten in Hohenburg und Mendorferbuch. Doch offen blieben eine ganze Reihe von Fragen zu flexibleren Öffnungszeiten. Obwohl die Kirchenstiftung und nicht der Markt Träger dieser beiden Einrichtungen ist, wird sich die Gemeinde noch öfter mit diesem Thema befassen müssen. Alleine schon deshalb, weil sie langfristig beide Kindergärten sichern will, wie Bürgermeister Florian Junkes unterstrich.

Wichtig für die Zukunft


Dies sei kein "Leute-verrückt-Machen", wie es ihm in der Sitzung vorgeworfen worden war. Dass dafür auch die eine oder andere Veränderung der Öffnungszeiten nötig ist, sei für ihn als Bürgermeister und für die meisten Mitglieder des Marktgemeinderates keine Frage. Dazu hatte sich Junkes beim Landratsamt nach den rechtlichen Hintergründen erkundigt. Wie der Bürgermeister dazu deutlich machte, ist sein Bestreben nicht die Schließung eines Kindergartens oder eine Zusammenlegung, sondern eine zukunftsfähige Ausrichtung. Mit flexiblen Öffnungszeiten wäre man dabei auf einem guten Weg, davon ist Junkes überzeugt. Diese seien weder Druck noch Panikmache in Richtung Träger und Personal der Kindergärten.

Die Öffnungszeiten seien immer wieder Grund zur Klage bei Eltern: Einige würden ihre Kinder schon andernorts in Kitas unterbringen, weil die Hohenburger Einrichtungen keine passenden Betreuungszeiten anböten. "Tatsache ist, dass momentan fünf Kinder auswärtige Kindergärten besuchen", sagte Junkes. Dies verursache für den Markt weitere, vermeidbare Kosten im unteren vierstelligen Bereich und laufe auch dem Bestreben zum Erhalt der Betreuungseinrichtungen vor Ort zuwider: "Die Kinder aus dem Bereich Hohenburg in den eigenen Kindergärten zu halten, ist ein existenzielles Bestreben des Marktes Hohenburg, auch wenn wir nicht die Träger sind."

Flexible Öffnungszeiten und auch eine kurzfristige Erhöhung der Kinderzahl stellen nach Auskunft des Landratsamtes als Aufsichtsbehörde keinerlei Probleme dar. An den Bürgermeister herangetragene Änderungsvorschläge zu neu ausgerichteten Modellen wie Wald- oder Mottokindergarten werde der Markt auf jeden Fall unterstützen, kündigte Junkes an. Marktgemeinderat Josef Gmach verwies darauf, dass letztlich der Bürgermeister für das Fortkommen der Gemeinde verantwortlich sei und er sich deshalb um solche Angelegenheiten kümmern müsse.

Anonyme KopienSauer aufgestoßen ist Hohenburgs 2. Bürgermeister Manfred Braun und weiteren Mitgliedern des Marktgemeinderates, dass eine Kopie eines Schreibens des Landratsamtes an den Markt und die Kindergarten-Träger sowie andere Unterlagen zu den örtlichen Kindergärten vor Sitzungsbeginn anonym in den Briefkästen mancher Marktgemeinderäte gelandet waren. Solche an ausgewählte Adressaten gerichtete Informationen sollten nicht auf diese Art als Kopie herumgereicht werden, betonte Braun im Marktgemeinderat. (bö)
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