1040 Jahre Wallfahrtskirche Stettkirchen
Neue Glocke zum Jubiläum

Vermischtes
Hohenburg
05.07.2016
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1040 Jahre Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung Stettkirchen: Das allein wäre schon Grund genug für ein großes Fest gewesen. Aber es gab noch mehr zu feiern.

Stettkirchen. Für die drei Lauterachtal-Pfarreien Adertshausen, Hohenburg und Allersburg war es ein ganz besonderer Festtag. Ihren Patroziniums-Gottesdienst zelebrierte Weihbischof Reinhard Pappenberger aus Regensburg mit Dekan Markus Brunner (Amberg), Pater Josef Wenzl (Salesianerkloster Ensdorf) sowie Pfarrer Hans Jürgen Zeitler, Ruhestandspfarrer Elmar Albert und Pfarrer Josef Kanovski (Utzenhofen).

"Es gilt heute Dank zu sagen für 1040 Jahre Stettkirchen. Dass sich immer wieder Menschen gefunden haben, die diesen Ort gepflegt und erhalten haben", merkte Pfarrer Hans-Jürgen Zeitler an. "Ein Grund zur Freude ist auch, dass wir gemeinsam diese ,Kriegslücke' im Turm schließen können." Viele hätten mitgeholfen, "dass wir zu einer neuen Glocke gekommen sind". Dafür würdigte Zeitler nicht nur viele Gönner aus der Pfarreiengemeinschaft, sondern auch Professor Martin Kellhuber von der Fachakademie für katholische Kirchenmusik Regensburg für die fachliche Unterstützung.

Die neue Glocke wurde am 13. Mai in der Spezial-Gießerei Rinker im hessischen Sinn gefertigt. Sie wiegt 310 Kilogramm, ist 80 Zentimeter breit und hat die Tonart "C". Ihre Schutzpatronin ist die Madonna auf der Mondsichel, wie auf dem Gnadenbild von Stettkirchen. Wie Weihbischof Reinhard Pappenberger feststellte, geht damit für die Gläubigen im Lauterachtal ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. "Die neue Glocke möge dazu beitragen, dass dieser Ort als eine Stätte des Glaubens aus den vergangenen 1040 Jahren auch künftig seine eigene Wirkung auf die Menschen hat." Damit werde auch eine Lücke geschlossen, wenn künftig der ganze Glockensatz erklinge.

Aus einer Einkehr in der Wallfahrtskirche in Stettkirchen könne man viel mitnehmen, betonte Pappenberger. Er sprach von einer neuen Taubheit der Menschen, bei der "der Mensch nur noch sich selber hat: Wenn künftig alle Glocken von Stettkirchen erklingen, dann möge es immer so sein, dass die Menschen aus ihrem Klang auch die christliche Botschaft hören." (Hintergrund)

Eine OdysseeDie Glocken von Stettkirchen haben eine wahre Odyssee hinter sich: Davon berichtete Pfarrer Hans-Jürgen Zeitler. In den Kriegsjahren 1942/1943 wurden die von Georg Schelchshorn 1653 gegossenen drei Kirchenglocken beschlagnahmt und abmontiert: "Aller Wahrscheinlichkeit nach sollte ihr Metall für den ,Endsieg' Verwendung finden." Die Glocken wurden nach Hamburg verfrachtet und sollten auf einem Glockenfriedhof eingeschmolzen werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren sie noch unversehrt. Auf dem Rücktransport zerbrach dann aber ein Exemplar. Seit dem Ende der 1940er-Jahre hatte Stettkirchen nur noch zwei Glocken.

Pfarrer Zeitler fiel sofort auf, "dass in der Glockenstube, im schwer zugänglichen Turm, die dritte Glocke fehlt". Zimmerermeister Franz Bauer aus Allertshofen hat bei der letzten großen Sanierung des Kirchturms diesen Platz freigehalten. "Wohl auch in der Hoffnung, dass man später einmal das Geläut in seiner ursprünglichen Form wieder herstellt." Marktgemeinderat Hans Seitz kümmert sich schon seit einiger Zeit um die Vorbereitung. "Da musste erst einmal Ordnung im Glockenturm geschaffen werden, da sich dort droben doch einiges angesammelt hat", erzählte er. Ein Stromanschluss für das Läutwerk und die Steuerung sind schon fertig. (bö)
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