Bei dichtem Nebel mit Tempo 200 geflüchtet
Verfolgungsfahrt endet auf dem Feldweg [Aktualisierung]

Bild: Huber
Vermischtes
Hohenburg
10.12.2015
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Ein aufmerksamer Zeitungsleser hat sich am Freitagmorgen bei der Polizeiinspektion Amberg gemeldet und einen wichtigen Hinweis zum flüchtigen Raser, der seinen schwarzen Audi in einer Baumgruppe zurückgelassen hatte.

Als er den Artikel gelesen hatte, konnte sich der Wirt aus dem Lauterachtal an ein junges Pärchen erinnern, das am Donnerstag gegen 11 Uhr an der Staatsstraße zu Fuß unterwegs war. Etwa eine Stunde später saßen die beiden jungen Leute, vor seiner Gaststätte. Der männliche Part, dessen Kleidung stark verschmutzt war, schlief tief und fest. Seine Begleiterin fragte nach Essen und der Möglichkeit zu telefonieren. Sie erzählte, dass die beiden auf einer Party waren und dort nach einem Streit hinausgeworfen worden seien. Seitdem seien sie zu Fuß unterwegs.

Die Wirtin kochte den beiden jungen Menschen ein Mittagessen und ließ sie telefonieren. Etwa eine weitere Stunde später wurden sie von einem älteren Herrn abgeholt, der sich bei dem Wirtsehepaar ausdrücklich bedankte. Dieser Hinweis wird von den Ermittlern als wichtiges Puzzlestück gesehen, das zum unverantwortlichen Raser und unfallflüchtigen führen könnte. Das Motiv für die halsbrecherische Flucht bleibt vorerst weiter im Dunkeln.

Die Vorgeschichte:

Erst mit 200 Sachen auf der Autobahn, dann in halsbrecherischer Fahrt durch den Nebel im unteren Vilstal, schließlich zu Fuß über bewaldete Hügel: Ein Unbekannter unternahm einiges, um am Mittwochabend der Polizei zu entkommen.

Den ersten Versuch, den älteren schwarzen Audi A 6 mit TIR-Kennzeichen anzuhalten, unternahmen laut Pressebericht der PI Amberg am Mittwoch gegen 23.20 Uhr auf der A 6 in Mittelfranken die Beamten der Autobahnpolizei in Feucht. Sie zeigten dem Fahrer, der alleine im Auto saß, den Hinweis "Stopp Polizei". Doch der tat nicht wie gefordert, sondern gab einfach Gas, aber nicht nur ein bisschen, sondern gewaltig: Um an ihm dranzubleiben, mussten die Autobahnpolizisten in dem teilweise dichten Nebel mehrfach selbst Geschwindigkeiten von 200 bis 220 Kilometern pro Stunde fahren.

Verfolgung im Nebel

Auf der A 6 ging es rasend in Richtung Osten. Streckenweise brach der Sichtkontakt zum Audi auch ab. Die Feuchter Beamten informierten die Polizeidienststellen in der Oberpfalz, die sofort Streifen an mehrere mögliche Haltepunkte beorderten. Zum Schluss waren neun Streifenfahrzeuge an der Verfolgung beziehungsweise Fahndung beteiligt. An der Anschlussstelle Amberg-Süd verließ der Unbekannte mit dem Audi die Autobahn und flüchtete ins südliche Vilstal. Hier machten sich Zivilfahnder an die Verfolgung. Sie versuchten den Raser in Vilshofen zu stoppen, doch er missachtete ihre Zeichen einfach und setzte seine Flucht in Richtung Schmidmühlen und Hohenburg fort.

Er bog auf die Zufahrtsstraße zum Gewerbegebiet in Hohenburg ein und geriet dadurch kurz aus dem Sichtfeld seiner Verfolger. Das half ihm freilich wenig, denn als die den Audi wieder sahen, erkannten sie, dass der Flüchtende offensichtlich hatte wenden wollen und seinen Wagen dabei auf einem Feldweg gegen eine Busch- und Baumgruppe gesetzt hatte. Und dort bekam er den Audi nicht mehr flott. Deshalb gab er aber noch lange nicht auf. Er sprang aus dem Auto, riss noch den Zündschlüssel an sich und rannte durch das dicht bewachsene steile Gelände davon. "Er verschwand gegen 23.45 Uhr unerkannt", teilt Polizeisprecher Peter Krämer zum nicht befriedigenden Ende der Verfolgungsjagd mit. Daran änderte auch die weitere Fahndung nichts. "Zu Schaden kam bei dieser halsbrecherischen Aktion glücklicherweise niemand", kann Krämer der Geschichte immerhin einen positiven Aspekt abgewinnen.

Noch nicht identifiziert

Die Polizei schleppte den nicht einmal arg beschädigten Audi ab und brachte ihn nach Amberg. Sollten weitere Verkehrsteilnehmer durch den Audi-Fahrer gefährdet worden sein, bittet Krämer sie, sich mit der PI unter 09621/890-0 in Verbindung zu setzen. "Bislang konnte der unverantwortliche Raser noch nicht ermittelt werden", teilte der Polizeisprecher am Donnerstagnachmittag mit. Die Überprüfungen beim Fahrzeughalter beziehungsweise bei möglichen Benutzern dauerten an.

Die Polizei setzt aber noch auf eine weitere Art von Zeugen: Möglicherweise sah jemand in den frühen Morgenstunden des Donnerstags einen Fußgänger im Bereich von Schmidmühlen und Hohenburg oder hat vielleicht sogar einen in seinem Wagen mitgenommen. Auch diese Hinweise werden unter 09621/890-0 entgegengenommen.
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