Das Ende der Felssicherung bei Allersburg ist in Sicht
Mit dieser Lösung ist auch der Bürgermeister zufrieden

Die Pendelstützen der Steinschlagschutzzäune sind bereits gesetzt. Derzeit werden bis zu sieben Meter lange Felsanker mit Spritzbeton-Plomben in die Gesteinsformation eingebracht. Bilder: bö (2)
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Hohenburg
09.11.2016
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In Kastl hat man ein ähnliches Problem 2014 mit Sprengstoff gelöst. In Allersburg war das nicht möglich. Stattdessen hätte die Felssicherung hier beinahe das Budget der Marktgemeinde gesprengt. Doch jetzt ist ein gutes Ende in Sicht - sowohl für die Hohenburger Finanzen als auch für den derzeit noch ausgesperrten Verkehr.

Bauoberrat Stefan Noll vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach ist guter Dinge. Die Felssicherung bei Allersburg liegt gut im geplanten Zeitfenster: "Etwa drei Wochen kann es noch dauern, bis wir die Staatsstraße zwischen Hohenburg und Allersburg wieder freigeben können."

Hubschrauber nicht nötig


Seit 10. Oktober laufen die Arbeiten. Dabei werden gefährdungsfrei zugängliche Bereiche geräumt, umfangreiche Steinschlag-Schutzzäune errichtet und Einzelsicherungen erledigt. Ziel ist es, die Steinschlag-Gefahr für die Staatsstraße 2235 und die benachbarten Wohnhäuser zu bannen. Alle erforderlichen Bodenplatten und Abspanneinrichtungen konnten mit bis zu sieben Meter langen Spezial-Stahlankern durch eine auf einem Schreitbagger montierte Bohrlafette in den Baugrund eingebracht werden.

Ende vergangener Woche wurden mit einem großen Autokran die Bauteile aller drei Steinschlag-Schutzzäune in den Steilhang eingehoben. Gleichzeitig wurden bis zu fünf Meter lange, massive, stählerne Pendelstützen aufgestellt. Abweichend von vorangegangenen Überlegungen konnte dabei auf den teuren Einsatz eines Lastenhubschraubers verzichtet werden.

Zäune alleine reichen nicht


Einige der gefährdeten Felspartien sind so groß, dass die Schutzzäune dafür nicht ausreichen. Deshalb werden hier zusätzlich Einzelsicherungen vorgenommen. Hierbei werden die instabilen Partien durch mehrere, bis zu sieben Meter lange Felsanker in intaktem und standsicherem Gestein verankert und Spritzbeton-Plomben zur Stabilisierung eingebracht. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind, werden auch die Zäune vollendet. Dazu sind umfangreiche Seilverspannungen nötig, außerdem werden die Fangnetze zwischen den bereits aufgestellten Pendelstützen gespannt. Bei günstiger Witterung sollten die Arbeiten in drei Wochen abgeschlossen werden können, kündigt Stefan Noll an: "Danach wird die Vollsperrung der Staatsstraße 2235 aufgehoben."

Die Kosten der Felssicherung belaufen sich auf etwa 450 000 Euro. Getragen im Wesentlichen von der Marktgemeinde als Grundstückseigentümerin des Hangs, von dem die Gefahr ausgeht. Dieser Betrag hätte laut Bürgermeister Florian Junkes den Hohenburger Haushalt komplett gesprengt. Doch durch eine Bedarfszuweisung in Höhe von 330 000 Euro des Freistaats hoffen die Hohenburger, dass sie mit einem Eigenanteil von etwa 50 000 Euro davon kommen. "Das ist für uns noch zu schultern", meinte Junkes, aber: "Wir haben trotzdem einige Baumaßnahmen zurückstellen müssen."

Der Freistaat als Baulastträger der Staatsstraße 2235 beteiligt sich anteilig und finanziert vorerst den Teil vor, der ausschließlich dem Schutz der Straße dient.
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