Feuerbestattung in Hohenburg wird ausgebaut:
Zweite Einäscherungslinie im Krematorium

Die Betreiber des Hohenburger Krematoriums stellten die Erweiterung ihrer Anlage öffentlich vor und ließen von der Geistlichkeit auch den kirchlichen Segen dafür erbitten. Das Bild zeigt (von rechts) die Pfarrer Hans Jürgen Zeitler und Klaus Eberius, Gerhard Büttner und Herrmann Weiß sowie Vertreter des Marktes Hohenburg zusammen mit den Firmenrepräsentanten und Bediensteten der Feuerbestattungsanlage. Bild: bö
Vermischtes
Hohenburg
31.12.2015
331
0

Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine Urnenbestattung. Vor diesem Hintergrund der "steigenden Nachfrage" haben die Betreiber des Krematoriums in Hohenburg ihre Anlage erweitert. Sie ließen sie um eine zweite Einäscherungslinie ausbauen, die nun fertiggestellt ist.

Im Frühjahr hatten sich Gerhard Büttner und Herrmann Weiß zu diesem Schritt entschlossen, der schon 2006 bei der Erstplangenehmigung als Option vorgesehen war. Die neue Ofenlinie wurde nun bei einer Einweihungsfeier mit Bürgermeister Florian Junkes und Firmenvertretern offiziell vorgestellt.

"Steigende Nachfrage"


"Wir sind damit auch den ständig steigenden Nachfragen nach Einäscherungen nachgekommen", erläuterte Büttner, ohne zu verhehlen, dass es "keine leichte Entscheidung war, eine weitere Ofenlinie in das bestehende Gebäude einzubauen". Immerhin rund 1,2 Millionen Euro mussten dafür nach seinen Worten investiert werden. Weitere Gründe für die Maßnahme seien letztlich auch eigene Anforderungen mit einem modernen Zeitmanagement gewesen. "Wir wollten unser Personal entlasten, das mit einem Drei-Schicht-Betrieb an die Grenze der Belastbarkeit gegangen war." Hinzu kamen Logistikprobleme, die bei Wartungsarbeiten und Reparaturen oft nur schwierig zu lösen gewesen seien. Mit dem Industrie- und Feuerfestbau Zwickau habe man auf das Know-how des Marktführers gesetzt, der solche Anlagen auf dem neuesten Stand der Technik fertige und alle Bedürfnisse bis ins Detail verwirklichen könne.

Für Adipöse bis 450 Kilo


"Unser Ziel war es, künftig auch adipöse Verstorbene - bis zu 450 Kilo - aufnehmen zu können", erläuterten die Betreiber, "hinzu kamen Anforderungen aus dem Bereich Umweltschutz und nicht zuletzt der effiziente Energieverbrauch der neuen Anlage". Auch mit der bisherigen sei der Emissionsschutz erfüllt worden, was jüngst vom Landesamt für Umweltschutz Augsburg schriftlich bescheinigt worden sei.

Den kirchlichen Segen für die neue Einäscherungslinie erbaten die Pfarrer Hans Jürgen Zeitler aus Hohenburg und sein evangelischer Kollege Klaus Eberius aus Rieden.

HintergrundVor einigen Jahren hat das Hohenburger Krematorium das Gütesiegel der 2005 gegründeten Gütegemeinschaft der Feuerbestattungsanlagen in Deutschland erhalten. Dieses Zertifikat kann grundsätzlich jedes der etwa 150 in der Bundesrepublik betriebenen Krematorien beantragen.

"Wir haben das freiwillig gemacht, um unseren guten Ruf zu untermauern", betonten die Betreiber Hermann Weiß und Gerhard Büttner. Sie nahmen damit auch Stellung zu Vorwürfen, die in den vergangenen Monaten laut geworden waren und unter anderem in eine Anzeige mündeten (AZ berichtete). Dieses Verfahren wurde aber mittlerweile eingestellt.

"Die Höhe der Rufschädigung und der daraus resultierende finanzielle Schaden der durch die beleidigenden und unwahren Vorwürfe entstanden ist, werden zurzeit noch anwaltschaftlich geprüft", informierten die Betreiber am Rande des Termins in Hohenburg. Sowohl vonseiten der Staatsanwaltschaft als auch vom Landratsamt Amberg-Sulzbach sei ihnen bestätigt worden, dass es keine Verstöße gegen gesetzliche Auflagen und Bestimmungen zur Feuerbestattung gegeben habe. Das Landratsamt habe das angestrengte Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen die Betreiber nicht weiterverfolgt und eingestellt. Wie berichtet, war bei einer Revision der Ofenlinie im Mai der Verdacht geäußert worden, die Entsorgung von Resten aus dem Verbrennungsvorgang sei möglicherweise nicht sachgemäß erfolgt. (bö)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.