Hohenburger Sautrogregatta lebt auf
Früher waren sie schneller

Das war eine heiße Sache! Hunderte von Zuschauern feuerten vom Lauterachufer aus die Regattateilnehmer an.
Vermischtes
Hohenburg
18.08.2016
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Es war wie zu den großen Zeiten der Hohenburger Sautrogregatten vor gut 30 Jahren: Etwa 800 Zuschauer erlebten die Neuauflage der heißen Paddelduelle auf der eher frischen Lauterach. Und am Ende gingen alle irgendwie baden.

(bö) Wer im Rennen nicht unterging, bei dem halfen nach dem Zieleinlauf Hardcore-Wassermänner in hüfthohen Wathosen ein bisschen nach. Soll ja schließlich keine trockene Angelegenheit sein, so ein Sautrogrennen.

Diese Tradition ließen die Hohenburger Kirwaleit mit ihrem Vorsitzenden Johannes Reindl nach vielen Jahren wieder aufleben - und verbuchten damit gleich auf Anhieb einen tollen Erfolg.

Nachdem sich 30 Teams angemeldet hatten, musste die Teilnehmerliste schon im Vorfeld geschlossen werden: Mehr wäre einfach nicht mehr zu schaffen gewesen.

Ranzige Fledermaus


Unter den Startern waren nicht nur die Sportler vom TuS Hohenburg, die flotten Minimäuse aus Mendorferbuch und die Bärigen aus Adertshausen, sondern auch Teams mit vielversprechenden Namen wie Hai-Happen, die ranzige Fledermaus, die alten Schachteln, die Wepstars und die beiden Basl'n des Frauenbundes mit ihrer Vorsitzenden Ingrid Kölbl und Vorstandsmitglied Lydia Delling. Weitere Sautrogbesatzungen aus den Landkreisen Neumarkt hatten zusätzlich ihren Hut fürs Preisgeld in den Ring geworfen.

Dass das Team der Wirtshaushockeln mit Andreas Erras und Florian Meckl keinen Spitzenplatz belegten, war ganz normal. Mit 2,03 Minuten hatten die Rowing Brothers aus Hohenburg, Sebastian Eck und sein Mitpaddler Thomas Reiser, mit mehreren Sautroglängen beim Zieleinlauf an der oberen Lauterachbrücke die Nase vorne. Den 2. Platz belegte die Hohenburger Vikings mit Felix Hofmann und Johannes Wolfsteiner mit 2,14 Minuten.

Dass sie die besondere Kunst der Lastenverteilung beherrschen, zeigte das Team Schotten dicht alias Klaus Schindler und Stefan Härtl mit 2,16 Minuten. Schindler war schon damals, in der Urzeit der Hohenburger Regatta, mit dabei gewesen ist.

Das beste Mädelsteam waren Erika Kiebel und Heike Young mit 2,27 Minuten vor den Hai-Happen, Christina und Franziska Federl. Die waren 2,37 Minuten im Wildwasserkanal der Lauterach unterwegs. Schaut man in Aufzeichnungen früherer Rennen, staunt man - denn die Siegerzeiten von damals lagen auf der gleichen Strecke immer unter der Zwei-Minuten-Marke. Ob dies an den früher geschmeidigeren Sautrögen oder am Muskelschmalz gelegen hat, muss man noch erkunden.

Ein Star frührer Jahre


Unter den Zuschauern war auch Johann Wittman, der insgesamt zehnmal in Folge mit seinem Spezl Xaver Wein in den 70er-Jahren die Sautrogrennen im Lauterachtal gewonnen hat. Ihn freue es besonders, dass dieses Hohenburger Brauchtum nach so langer Zeit wieder aufgegriffen worden ist: "Es macht uns schon ein bisschen stolz, dass in unserem Heimatort dieser Attraktion der früheren Maifeste wieder gefrönt wird."
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