Lauterachtalstraße wegen Felssturzgefahr weiterhin bei Allersburg gesperrt
Baggern an der Jungfrau

Der Schreitbagger einer österreichischen Spezialfirma kann die unmöglichsten Verrenkungen in dem unwegsamen Gelände bei der Steinernen Jungfrau machen, um hier Sicherungsbohrungen anzubringen. Bilder: Steinbacher (3)
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Hohenburg
19.10.2016
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Für Hohenburgs Bürgermeister Florian Junkes genießt Sicherheit oberste Priorität.

"An den Wochenenden ist hier richtig was los", weiß Hohenburgs Bürgermeister Florian Junkes. Dann haben Schaulustige am Ortsrand von Allersburg das Heft in der Hand. An den Werktagen indes führen Bauarbeiter an der Staatsstraße 2235 im Lauterachtal Regie. Derzeit hat eine österreichische Firma aus Kufstein das Sagen: Spezialisten für Felssicherung.

Allersburg. Gesperrt ist dieser Abschnitt zwischen Hohenburg und Allersburg inzwischen bereits seit Monaten. Und sechs bis acht Wochen wird's wohl noch dauern, bis der Verkehr an dieser Stelle wieder unbehelligt rollen kann.

Erforderlich geworden war die Blockade am 6. Juli nach einer Kontrolle der über 40 Meter aufragenden Gesteinsformationen durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach. Bauoberrat Stefan Noll hat die Entscheidung damals getroffen: "Weil Gefahr durch abbröckelnde und lose Felsblöcke oder -teile gegeben ist." Diese könnten ohne Vorankündigung auf die St 2235 stürzen. Oder auch auf die beiden unmittelbar daneben stehenden Wohnanwesen.

Nach erfolgter Ausschreibung ist nun seit Anfang vergangener Woche die Firma HTB aus Kufstein zugange. Sie hat in dem steilen und nur schwer zugänglichem Gelände zunächst gerodet und ist jetzt mit einem sogenannten Schreitbagger dabei, Bohrungen für bis zu zehn Meter lange Stangen aus Spezialstahl einzubringen. Diese werden in die Löcher gesteckt, mit Zement eingegossen und stellen die Basis für sogenannte Steinschlag-Schutzzäune dar, die wiederum aus der Schweiz geliefert werden. Wenn sich deren Montage mit herkömmlichen Mitteln und Werkzeugen nicht realisieren lässt, müsste dies gegebenenfalls aus der Luft mit Helikoptern geschehen.

Vor 150 Millionen Jahren


Überzeugt von der Notwendigkeit der Sicherungsmaßnahmen sind laut Bürgermeister Florian Junkes auch anfängliche Zweifler: "Hier geht es um die Sicherheit von Menschenleben. Nicht auszudenken, was bei Felsstürzen geschehen könnte." Obwohl die Arbeiten ein tiefes Loch in den gemeindlichen Haushalt reißen, bestehe Handlungszwang: "Auch wenn uns die Natur dieses Problem schon vor 150 Millionen Jahren hingestellt hat."

Hauptteil zahlt Gemeinde


"Damals war das hier Meeresboden", fügte Stefan Noll beim Ortstermin am Fuße der aus Jura-Kalk bestehenden "Steinernen Jungfrau" hinzu. Seine Behörde schätzt die Baukosten auf einen Betrag zwischen 400 000 und 450 000 Euro, der überwiegend von der Gemeinde Hohenburg als Grundstückseigentümerin zu tragen sein wird. Der Freistaat Bayern, als Baulastträger der St 2235, beteilige sich anteilig und finanziere vorerst den Teil vor, der ausschließlich dem Schutz der Staatsstraße diene.

Während die näher an der Ortschaft Allersburg befindlichen Felsen mit den erwähnten Zäunen abgeschirmt werden, ist für die weiter entfernten Blöcke daran gedacht, lockeres Gestein abzubrechen. "Sprengen kommt wegen der Nähe der Wohnbebauung nicht in Betracht", legte Noll dar. Seine Behörde werde künftig ohnehin ein stärkeres Augenmerk auf Gefährdung durch Steinschlag richten. Schließlich schreite die Verwitterung klimatisch bedingt immer mehr voran. Nach Abschluss der Arbeiten in Allersburg gehe es gleich in Kastl an der B 299 weiter: "Da wird die Bundesstraße ein bis zwei Wochen gesperrt."
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