Zwei Hohenburger auf großer Tour
Rallye mit dem Leichenwagen

Zwei Männer zeigen Flagge - der eine die bayerische, der andere die seines Heimatlands, des US-Staats Utah: Hubert Kleindienst (rechts) und Jim Coon starten in drei Wochen in einem umgebauten Leichenwagen bei der Baltic Sea Rallye. Bilder: vib (2)
Vermischtes
Hohenburg
25.05.2016
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Blick auf die umgebaute Ladefläche: Das etwas andere Rallye-Auto ist gleichzeitig auch Camping-Mobil.

7500 Kilometer, 10 Länder in 16 Tagen: Hubert Kleindienst aus Mendorferbuch und Jim Coon aus Hohenburg haben sich einiges vorgenommen. Und das in einem Leichenwagen.

Sie starten bei der Baltic Sea Rallye, die von Samstag, 18. Juni, bis Sonntag, 3. Juli, ausgetragen wird. Start und Ziel ist der Fischmarkt in Hamburg. Von dort geht es über Stockholm zum Nordkap, nach St. Petersburg und über Kaliningrad zurück nach Hamburg.

Jim schläft im Zelt


Als Rallyeauto muss ein Leichenwagen, Baujahr 1987, herhalten: Der bietet für Hubert Kleindienst auch eine komfortable Übernachtungsmöglichkeit, wenn zwischen zerklüfteten Fjorden oder mitten in der Steppe kein Hotel zu finden ist. "Der Jim schnarcht, der schläft im Zelt", betont der 51-Jährige. Er selbst will auch in der Fremde königlich schlafen, weshalb er den Ladebereich des Volvo 745 mit rotem Teppich und schwarzem Leder ausgestattet hat.

Ersatzreifen und Bierfässer


Der Mendorferbucher arbeitet als Automechaniker und hat das Rallyefahrzeug generalüberholt, damit es die lange Strecke auch durchhält. Kleinere Defekte kann er unterwegs selbst reparieren. Zur Sicherheit kommen auf den Dachgepäckträger noch zwei Ersatzreifen. Und ein paar Fässer Naabecker Bier, wie die Abenteuerer schmunzelnd verraten.

Die Idee, an der Rallye teilzunehmen, hatte Jim Coon. Der Amerikaner, der mit seiner Familie schon 15 Jahre in Hohenburg lebt, und in seinem Job als Zivilangestellter beim US-Militär viel unterwegs ist, hatte auf einem Flug von Litauen nach Polen im Lufthansa-Magazin einen Artikel über die Baltic Sea Rallye gelesen. Das Heft hat er mit nach Hause genommen und gleich seinem Freund Hubert gezeigt. Der hat am nächsten Tag das Rallyeauto gekauft. Das ist jetzt über ein Jahr her. Für den Trip angemeldet haben sich die beiden dann im September. Jetzt sind es noch drei Wochen bis zur Rallye - und Hubert und Jim sind schon voller Vorfreude. Ein richtiges Ziel haben sie sich nicht gesetzt: "Da kannst du nichts gewinnen, nur schöne Landschaften sehen", sagt Hubert.

Der offizielle "Baltic Sea Circle - The Movie" - Trailer




Für guten ZweckWer an der Baltic Sea Rallye teilnehmen möchte, muss einige Dinge beachten:

Das Fahrzeug darf nicht mehr kosten als 2500 Euro und muss mehr als 20 Jahre auf dem Buckel haben. Außerdem muss jedes Team mindestens 750 Euro sammeln und an einen guten Zweck spenden.

Die Hälfte dieses Geldes, also 375 Euro, gehen immer an einen hilfsbedürftigen Verein, den die Rallye-Veranstalter auswählen. In diesem Fall ist das die Arche in Hamburg.

Bei Hubert Kleindienst und Jim Coon herrscht beim Rennen Arbeitsteilung. "Ich bin fürs Auto zuständig und Jim für die Spenden", erklärt Kleindienst. Coon war schon fleißig: Selten war er auf einem Fest in Hohenburg ohne seine Geldtasche anzutreffen. Das Ergebnis: 2195 Euro, von denen 375 Euro an die Arche geben.

Den Rest, 1820 Euro, haben die beiden an den Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder (VKKK) Ostbayern gespendet. "Das Geld soll in der Region bleiben", begründen Kleindienst und Coon ihre Entscheidung. (vib)
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