US-Truppenübungsplatz Hohenfels: Größte Luftlande-Übung in Europa seit Ende des Kalten Krieges
1600 Soldaten springen mit Fallschirmen ab

Symbolbild: 7th Army Joint Multinational Training Command
Politik
Hohenfels
26.08.2015
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Hohenfels: Truppenübungsplatz Hohenfels |

Hohenfels. (paa) Über dem US-Truppenübungsplatz Hohenfels springen heute mehr als 1600 Soldaten mit Fallschirm ab, darunter Amerikaner, Deutsche, Niederländer und Polen. "Swift Response 2015" ist laut US-Heer die größte Luftlande-Übung in Europa seit dem Ende des Kalten Krieges.

Die Fallschirmjäger springen aus amerikanischen, deutschen, niederländischen und britischen Flugzeugen ab. Das US-geführte multinationale Manöver soll die Fähigkeit der Nato zum gleichzeitigen gewaltsamen Eindringen in vier europäischen Länder zeigen. Das besondere: Neben US-Spezialkräften nimmt auch das deutsche Kommando Spezialkräfte (KSK) teil.


Vorübung am 24.08.2015 über dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr

Die Bundeswehr stellt nach den Amerikaner das zweitgrößte Kontingent. Die Division Schnelle Kräfte nimmt mit rund 650 Soldaten der Luftlandebrigade 1 sowie 150 niederländischen Soldaten der 11. Luchtmobielen Brigade und 150 polnischen Fallschirmjägern an der Luftlandeübung teil. Auf amerikanischer Seite sind dies die in Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) und im italienischen Vizenca stationierte 173. US-Luftlandebrigade sowie die 1. Brigade der 82. US-Luftlandedivision aus Fort Bragg im US-Bundesstaat North Carolina. Es ist das erste Mal seit dem Kosovokrieg im Jahr 1999, dass die 82. US-Luftlandedivision in Europa zum Einsatz kommt. Damals waren die US-Fallschirmjäger Teil der Nato-Truppen, die in den Kosovo einmarschierten -- so wie die Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" aus Amberg auch.

Vorbereitung auf künftige Aufgabe

Für die 1. Brigade der 82. US-Luftlandedivision ist "Swift Response" auch eine Vorbereitung auf die künftige Aufgabe. Zum Jahreswechsel übernimmt der Verband die Verantwortung als weltweite Reaktionskräfte der US-Armee. Dieser Verband muss binnen 96 Stunden weltweit einsatzbereit sein.
Das amerikanische Kontingent wird von Elementen des XVIII. US-Luftlandekorps und des 4th Infantry Division Mission Command , das derzeit in Grafenwöhr stationiert ist, geführt. Auf deutscher Seite leitet die Division Schnelle Kräfte (DSK) die Übung. Sie stellte dazu den trinationalen, luftbeweglichen Gefechtsverband "Task Force Cerberus" auf.


Vorübung am 24.08.2015 über dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr

Das Ziel der Übung ist laut Bundeswehr: "Die Aufstellung schlagkräftiger, multinationaler Eingreifkräfte, die innerhalb weniger Stunden und Tage verlegbar sind, um mit ihrer schnellen Reaktionsfähigkeit die Bündnispartner in Krisensituationen zu unterstützen." Der Planer der DSK, Oberstleutnant Oliver Högel verweist darauf, erstmalig auch polnischer Kameraden teilnehmen. "Die 14-tägige Übung wird herausfordernd sein, aber diese Herausforderung nehmen wir gerne an."

Aus elf Nationen

An "Swift Response 2015" nehmen 5000 Soldaten aus elf Nationen teil. Neben den USA sind dies Deutschland, die Niederlande, Großbritannien, Italien, Spanien, Frankreich, Polen, Portugal, Bulgarien und Griechenland. Die Übung läuft nicht nur in Hohenfels sondern auch auf Übungsplätzen in Bulgarien, Italien und Rumänien. Die Übung dauert noch bis zum 13. September.
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